Gott Sprüche – leben
377 Sprüche gefunden
Manchmal denkt man, Gott müßte einem in all den Widerständen des Lebens ein Zeichen geben, das einem hilft. Aber dies ist eben das Zeichen: daß er einen durchhalten und es wagen und es dulden läßt.
Es muß einen Gott geben, kein Volk lebt auf der Erde, das nicht einen Gott hätte.
Er will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht, verheißen und erfüllen, damit mir nichts gebricht; will vollen Lohn mir zahlen, fragt nicht, ob ich versag. Sein Wort will helle strahlen, wie dunkel auch der Tag.
Gott gebe dir keinen Frieden, doch seine Herrlichkeit!
Confiteor Sieh', Du mußt es mir vergeben, Wenn ich manchmal schroff und hart: Toll und traurig war mein Leben, Eine wüste Pilgerfahrt. Schwer hab ich nach Haus' gefunden, Bitter mußt' ich irre geh'n, Und ich kenne Stunden … Stunden, Wo Gespenster auferstehen.
Gott ist nicht wählerisch in seinen Boten und Werkzeugen, und die irren sich, die da meinen, daß er die Welt mit spitzen Fingern anfasse und das Nämliche von ihnen verlange.
Den Wald vor Bäumen nicht seh'n, das kann gescheh'n! – Doch an den Stämmen die Stirn sich blutig rennen Und doch nicht erkennen, Daß man im dichtesten Wald sich verirrt? Das passiert!
Ich glaube nicht an Gott, ich sehe ihn täglich.
Es gibt nichts, was Gott nicht bewirken könnte.
Die Götter leben, Erkenne sie, die furchtbar dich umgeben!
Ein Gott, der kein Glück gibt, ist kein Gott.
Ich frage dich, Schmerz, ich frage dich, Not, Ich frage dich, rätselumschauerter Tod. Ich frage dich, Gott, ich fasse dein Kleid Und deine starre Herrlichkeit. Ich recke mich zu deinem Thron, Ein verzweifelter, müder Menschensohn. Ich frage mit trotzig knirschendem Mund Dich um der Dinge letzten Grund. Ich frage dich um die Zweifelsqual, Wie Nacht so schwer, wie Nacht so kahl, Um das zagende, nagende Menschenleid, Das zu dir aus tiefster Tiefe schreit. Ich frage dich um die andere Welt, Wenn uns die arme Erde zerschellt. Ich schütte das ganze grausame Leid Vor deine graue Ewigkeit. – Die Himmel beben, die Sonne zagt Vor dem Menschenkinde, das also fragt. Das Meer schlägt donnernd seinen Strand, Und die Berge lauschen wie gebannt. – Und wenn mir, Gott du, die Seele zerbricht, Ich frage dich, ich lasse dich nicht.
Gott kann keine andere Hilfe gewähren als Selbsthilfe.
Gott sucht Welt, Gespielen.
Über ein Porträt Gottes Heut sah ich le bon Dieu. Es war ein alter Mann, Man sah ihm ungefähr siebenzig Jahre an. Trug einen langen Bart und langes Ringelhaar, Mir schiens, dass er von Zeus ein Ururenkel war. Der Maler hatte nicht mit seiner Kunst gespart. Es war das Kolorit sehr klar, sehr fein, sehr zart, Die Wangen rosig, voll und kirschenrot der Mund, Lebhaft das blaue Aug, dem gut die Braue stund: Schön bogenhoch gewölbt und, sonderbar, nicht weiß, Als thronte Jugend dort. Jedoch: es war ein Greis. Und dies gefiel mir nicht. Ich dacht an Jupitern In Rom, der hatte nichts von einem alten Herrn. Zwar schien auch er bejahrt, doch konnte man wohl sehn: Das war der starke Freund von Ledan, Omphalen: Die Wolke und der Schwan, und auch Europens Stier, Ein Gott für Männer stand: ein Gott-Mann stand vor mir. Nun hat man ihn entthront, und nichts als Haar und Bart Hat man von ihm dem Gott von heute aufgespart, Und diese greisenweiß, dass schon das Bild bedeute: Dies ist der liebe Gott für pastorale Leute. Ich bin gewiss, er spricht durchaus wie ein Pastor, Und seine Welt kommt ihm wie jenem übel vor. Er kritisiert sich selbst, und er bereut wohl gar, Dass er einmal so stark die Welt zu schaffen war. Schüf er sie heute, oh, sie wäre ein Kristall, Glatt, mathematisch, kalt; zu keinem Sündenfall Gäb es Gelegenheit auf dieser Form aus Geiste, Die aus Berechnung müd ein Greis zusammeneiste. Gott Lob und Dank, die Welt stammt nicht von diesem her, Und stammt auch nicht von Zeus. Der große Gott ist mehr Als Greis, ist mehr als Mann. Ich sah auf Götzenbildern, Die Indien uns gesandt, die zeugende Natur, Das Eins von Mann und Weib, verworrne Urkraft schildern Und ahnte, dies ist mehr, als wilde Fratze nur. Das Volk im Osten ist der großen Wahrheit näher Als wir entgötterten und müden Europäer, Die das Urheilige beschmutzen: das Geschlecht. Europa hat am Stier sich tantenhaft gerächt.
Jeder trägt den Gott in sich, den er sich verdient.
Stellt euch keine Götzen auf! Ihr überseht sonst die – Götter!
In unermesslichen Höhen, zu denen der Aufstieg nur durch die tiefsten Tiefen unseres Innersten führt, wohnt Gott.
Wir, Ebenbilder Gottes? Welche Gotteslästerung!
Wenn Gott spräche, wäre jedes seiner Worte eine Gotteslästerung.