Gott Sprüche – leben

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Wie? Ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff der Menschen?

Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889. Sprüche und Pfeile

Der Mensch muß ein Höheres, ein Göttliches anerkennen – ob in sich, über sich, gleichviel. Ohne den Blick auf ein solches fällt er vornüber und läuft auf allen Vieren.

Hamerling, Danton und Robespierre. Tragödie in fünf Aufzügen, Hamburg 1871

Gott hat auf Erden soviel Raum, als der Mensch ihm macht.

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Verehre die Wege der Vorsehung auch da, wo sie deinem blöden Auge ungerecht scheinen.

Herder, Liebeskind, Krummacher (Hg.), Palmblätter. Erlesene morgenländische Erzählungen für die Jugend, 4 Bde., 1786-1800. Mirzas zweites Gesicht

Halte dich nicht auf über das ›Wie‹ der Menschwerdung, sondern freue dich darüber, daß Gott sich mit dir verbinden will.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Und [du] darfst nicht sagen, daß du nicht in Gott lebest und bist oder daß Gott etwas fremdes sei, zu dem du nicht kannst kommen, sondern wo du bist, da ist die Porten Gottes.

Böhme, Aurora oder Morgenröte im Aufgang, 1612. 23. Kapitel: Von der Tiefe über der Erden

Streit mit der Welt bedeutet Frieden mit Gott.

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Wer einmal Gottes Willen wählt, muß Gottes ganzen Willen wollen. Nicht nur den Teil, der gerade nützlich trifft.

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Warum hat Gott die Welt da erschaffen, wo sie ist, und nicht einen Meter weiter links?

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Du kannst dem Gott entrinnen nicht, der in dir deinen Weg bereitet.

Stehr, H., Gedichte

Die ganze Welt lästert Gott. Nur von der kleinen Zahl der Seinen, und das sind die Ärmsten, wird er verehrt.

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Was für eine starke Natur muß Gott haben, daß er die Geister aller Welten ertragen kann, die von ihm zehren.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Wer sich selbst sucht und liebt, Lebt bedrängt und wird betrübt. Wer Gott liebt und sich vergißt, Frei und leicht im Geiste ist.

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Ich kann mir nicht einreden, daß ein wohltätiger und allmächtiger Gott vorsätzlich die Schlupfwesen mit der ausdrücklichen Absicht geschaffen hätte, daß sie sich im Inneren der lebenden Körper von Raupen ernähren, oder dass Katzen mit Mäusen spielen sollten… Ich neige dazu, alles als das Ergebnis von genau geplanten Gesetzen zu betrachten, wobei die Einzelheiten, ob gut oder schlecht, dem überlassen bleiben, was wir vielleicht Zufall nennen.

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Das Dasein jemandes, der da ist, zu beweisen ist das unverschämteste Attentat, da es ein Versuch ihn lächerlich zu machen ist.

Kierkegaard, Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken, 1846. Übersetzt von Hermann Gottsched, 1910

Wenn ein allmächtiger und allwissender Schöpfer alles verfügt und alles voraussieht, stehen wir einer so unlösbaren Schwierigkeit gegenüber wie der des freien Willens und der Prädestination.

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O ja, es gibt einen Gott, und er hat ein Paradies für uns bereit, denn sonst ist unsere Erde ein Unsinn.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35

Je größer der Mensch, desto größer sein Gott.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Wohin ich auch gehe, es gibt überall eine Sonne, einen Mond, Gestirne, Träume für den Schlaf, Vögel und die Allgegenwart Gottes.

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Gott schafft Alles aus Nichts – und Alles, was Gott gebrauchen will, macht er zuerst zu Nichts.

Kierkegaard, Tagebücher

Gott schauen ist Tod, das wußten alle Völker. Gott erraten ist Leben.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1906