Gott Sprüche – mut

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Noch einmal ehe ich weiterziehe und meine Blicke vorwärts sende, heb ich vereinsamt meine Hände zu dir empor, zu dem ich fliehe, dem ich in tiefster Herzenstiefe Altäre feierlich geweiht, daß allezeit mich deine Stimme wieder riefe. Darauf erglüht tief eingeschrieben das Wort dem unbekannten Gotte. Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte auch bis zur Stunde bin geblieben: Sein bin ich – und ich fühl die Schlingen, die mich im Kampf darniederziehn und, mag ich fliehn, mich doch zu seinem Dienste zwingen. Ich will dich kennen, Unbekannter. Du tief in meine Seele Greifender, mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender, du Unfaßbarer, mir Verwandter! Ich will dich kennen, selbst dir dienen.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. April – September 1864

Auf! Wirf dein schlechtes Grämen, Dein eitles Sorgen weg! Verscheuche alle Schemen, Die irren deinen Weg! Du sollst im Lichte schreiten, Und der dich frei gemacht, Das große Licht der Zeiten, Schloß ewig deine Nacht.

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Gebt euch nicht mit Kleinem zufrieden, Gott erwartet Großes!

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Wenn Gott will, ist eine Nachtmütze bombenfest.

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Gott gefunden zu haben, ist kein Abschluß, sondern selber ein Anfang.

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Lebens-Banner Wohl drängen nach den schönem Räumen Die Menschen all in edlem Streit, Indem ihr Streben, Tun und Träumen Sich glühend um ein Banner reiht. Zwar lassen diese Pilgerschwärme Das Banner fallen oft im Lauf Und raffen mit vertauschter Wärme Ein neues zeitentsprechend auf. Erkennst du gleich, daß jede Fahne Ein Bild erhabnen Wähnens sei, Geselle dich dem schönen Wahne Als liebevoller Denker bei. Er wird zum Genius sich klären, Der sich zu dir mit Liebe senkt Und deine Sehnsucht in die Sphären Beflügelnder Geschicke lenkt.

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Alle Wege führen nach Rom, doch nur einer zu Gott!

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Du bist der Wegweiser, und selber der Weg, und das Ziel, zu dem hin wir streben.

Notker III. Labeo, Kommentierte Boethius-Übersetzung

Du bist der Aar, der in die Sonne schaut.

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Du willst mit nüchternem Verstand das Göttliche beweisen? Das heißt, nach einem Fabelland auf Eisenbahnen reisen.

Leixner, Aus der Vogelschau, 1890

Wen der Herr erkor zum Boten, Muß mit festem Schritte gehn. Darf nicht nach den Blumen schauen, Die am Wege lockend stehn.

Brill, Der Singschwan, 1882

Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest glauben sollen; darum uns bald kein Macht noch Gwalt aus einer Hand wird rauben.

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Wenn die Gnade Gottes über ein Menschenherz hereinbricht, dann wird es stark genug für alles.

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Sei stark wie ein Tiger, leicht wie der Adler, schnell wie der Hirsch und mutig wie der Löwe, wenn es gilt, den Willen deines himmlischen Vaters zu erfüllen.

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Ich will nicht bald rechts, bald links hinsteuern – immer grad auf dich los, du mein Kompaß, du mein Stern.

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Ohne Gott nicht einmal bis zur Schwelle, mit Gott sogar übers Meer.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Er [Gott] wartet auf Menschen, die über die Gegenwart hinausschauen können, die schon in der Gefangenschaft die Lust der Freiheit ahnen, die an die unerschöpfliche Kraft glauben, welche mehr Wege hat, als wir berechnen können.

Naumann, Gotteshilfe. Gesamtausgabe der Andachten aus den Jahren 1895-1902, Göttingen 1904

Gottlos im strengen Sinne des Wortes ist niemand, der sich für eine große Angelegenheit opfern kann.

Naumann, Gotteshilfe. Gesamtausgabe der Andachten aus den Jahren 1895-1902, Göttingen 1904

Zu Gott gelangt man nicht durch die Furcht, nicht durch das Gefühl der Abhängigkeit, nicht durch den Verstand, nicht durch Fürwahrhalten oder Glauben, sondern nur durch das Bestreben, besser zu werden, weil nur dieses auf das Gute hinauswill, das mit Gott eines und dasselbe ist.

Lagarde, Die Religion der Zukunft, 1878

Du hast kein Mitleid mit dir selbst gehabt – du hast dich nicht geschont – Gott wird mit dir Mitleid haben.

Tolstoi, Die Macht der Finsternis (Власть тьмы), 1886

Niemand will die richtige gemeine Straße göttlicher Gebote wandeln; jedermann macht sich selbst neue Wege und Gelübde, als hätte er Gottes Gebote alle vollbracht.

Luther, An den christlichen Adel deutscher Nation, 1520