Gott Sprüche – romantisch

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Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, ewig alt und ewig neu, spät habe ich dich geliebt! Und sieh, bei mir drin warst du, und ich lief hinaus und suchte draußen dich, und häßlich ungestalt warf ich mich auf das Schöngestaltete, das du geschaffen. Du warst bei mir, und ich war nicht bei dir. Und was von dir solang mich fernhielt, waren Dinge, die doch, wenn sie in dir nicht wären, gar nicht wären. Du aber riefst und schriest und brachst mir meine Taubheit. Du blitztest, strahltest und verjagtest meine Blindheit. Du duftetest, und ich trank deinen Duft und atme nun in dir. Gekostet hab ich dich, nun hungre ich nach dir und dürste. Und du berührtest mich, ich aber glühte in Sehnsucht auf, in Sehnsucht nach deinem Frieden.

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O wie schön und wie göttlich ist die Berührung zweier Seelen, die sich auf ihrem Wege zur Gottheit begegnen.

Schiller, F., Briefe. An Gottfried Körner, 3. Juli 1785

Gott Was soll der häßliche Weltriß? Das All in Stücke zerschellt! Gott ist das Liebesverhältnis Der Teile der ewigen Welt.

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Die Liebe Gottes kann so werden übertrieben, Daß sie für Sünd' es hält den Menschen auch zu lieben.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Herr, höre meine Stimme! Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!

Altes Testament. Der Psalter (#Ps 130,2)

Einem andern Menschen behilflich sein, daß er Gott liebe, heißt ihn lieben; von einem andern Menschen darin unterstützt werden, daß man Gott liebe, heißt geliebt werden.

Kierkegaard, Leben und Walten der Liebe (Kjerlighedens Gjerninger), 1847. Übersetzt von Albert Dorner, 1890

Daß Gott gekreuzigt wird, daß man ihn kann verwunden, Daß er die Schmach verträgt, die man ihm angetan, Daß er solch Angst aussteht und daß er sterben kann, Verwundere dich nicht: die Liebe hats erfunden.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Je mehr wir Gott lieben, um so mehr müssen wir auch seine Welt lieben.

Schaible (Hg.), Geistige Waffen. Ein Aphorismen-Lexikon, 1901

Der nächste Weg zu Gott ist durch der Liebe Tür; Der Weg der Wissenschaft bringt dich gar langsam für.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Was bist du, liebreicher Gott, und was bin ich Würmlein, dein kleiner Knecht?

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Gott lieben, heißt das wünschen, was Gott wünscht. Er wünscht aber allen das Gute.

Tolstoi, Aufruf an die Menschheit, 1901

"Sag mir, was ist Gott" frug sinnend einst die Geliebte, und ich küßt' sie und sprach: "Gott ist die Liebe, mein Kind!"

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Gott wendet sich nicht zuerst an den Verstand, sondern an das Herz.

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Ich denke immer, das beste Mittel, Gott zu erkennen, ist, viel zu lieben.

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Einmal lieb' ich, und einmal leb' ich, unsterbliche Götter! Wenn ihr das Eine mir raubt, nehmt auch das Andre dahin!

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Die Liebe Gottes dürfen wir doch wohl besonders darin finden, daß sie uns wenn nicht befiehlt, doch verzeiht, wenn wir nach den Gesetzen der Natur leben.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht! Wer darf ihn nennen? Und wer bekennen: Ich glaub' ihn. Wer empfinden, Und sich unterwinden Zu sagen: ich glaub' ihn nicht? Der Allumfasser, Der Allerhalter, Faßt und erhält er nicht Dich, mich, sich selbst? Wölbt sich der Himmel nicht dadroben? Liegt die Erde nicht hierunten fest? Und steigen freundlich blickend Ewige Sterne nicht herauf? Schau' ich nicht Aug' in Auge dir, Und drängt nicht alles Nach Haupt und Herzen dir, Und webt in ewigem Geheimnis Unsichtbar sichtbar neben dir? Erfüll davon dein Herz, so groß es ist, Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist, Nenn es dann, wie du willst, Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott! Ich habe keinen Namen Dafür! Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch, Umnebelnd Himmelsglut.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Marthens Garten. Faust zu Margarete (Antwort auf die 'Gretchenfrage')

Die Menschenliebe ist, im Grunde genommen, nicht eigentlich Menschen-, sondern Gottesliebe, die das im Menschen liebt, was göttlich ist, und nicht das arme, verworrene Geschöpf an sich.

Merian (Hg.), Der Ruf. 366 Gedanken und Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1923

Was tut die Blume wohl mit Gott? Sie läßt sich Gott gefallen. In der Blume, als Blume träumt er seinen schönsten Traum, da widerstrebt ihm nichts.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Man muß Gott schon in Zwei teilen, wenn seine schönste Empfindung, die Liebe, nicht allerletzten Endes Selbst-Liebe sein soll.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1913