Hoffnung Sprüche

Sprüche über Hoffnung und Zuversicht

524 Sprüche in dieser Kategorie

Im Gedränge hier auf Erden Kann nicht jeder, was er will; Was nicht ist, es kann noch werden, Hüte dich und bleibe still.

Goethe, Des Epimenides Erwachen, Erstdruck 1815. 1. Akt, 15. Szene, Dämon der Unterdrückung zur Hoffnung

Die Hoffnungen sind Träume der Wachenden.

Aelian, Bunte Geschichte (lat. Varia historia). 13, 28

Seelenruhe bekommt man, wenn man aufhört zu hoffen.

Meier (Hg.), Morgenländische Anthologie. Eine Auswahl klassischer Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur, übersetzt von Ernst Meier 1869

Lebe auf der Welt; aber mit Hoffnungen verzehre dein Herz nicht.

Diez, Denkwürdigkeiten von Asien, in Künsten und Wissenschaften, Sitten, Gebräuchen und Alterthümern, Religion und Regierungsverfassung aus Handschriften und eigenen Erfahrungen gesammelt, 1811-15. Buch des Oghuz von Dedé Korkud

Hast du gehofft und deine Erwartung ist nicht in Erfüllung gegangen, so hoffe nur weiter.

Internet

Das Fehlschlagen einer schönen Hoffnung ist schwerer zu tragen als ein unerwartetes Leid.

Ebers, Eine ägyptische Königstochter, 3 Bde., 1864

Hoffnung So ist, was kühn das Herz gewollt, zerschellt, Der Hoffnung Grün umhüllt mit Trauerflören, Es glimmen unter jener Trümmerwelt Nur Wünsche noch, die nicht der Welt gehören, Nicht jener Macht, die grausam sich gefällt In ewigem Vernichten und Zerstören. Ruh aus, empörtes Herz, in dem Gedanken, Daß Hoffnungszweige sich ins Jenseits ranken

Internet

Etwas fürchten und hoffen und sorgen Muß der Mensch für den kommenden Morgen, Daß er die Schwere des Daseins ertrage, Und das ermüdende Gleichmaß der Tage, Und mit erfrischendem Windesweben Kräuselnd bewege das stockende Leben.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

Wenn Hoffnung dich bei hundert Pförtchen täuscht, So trink doch nimmer der Verzweiflung Blut: Denn, pochst du kühn noch an ein Pförtchen an, Führt's dich oft plötzlich an der Wünsche Bahn.

Dschami, Joseph und Suleicha

Achte nichts für wert, daß du darauf hoffst. Was hat es denn, das deines Wunsches wert wäre?

Seneca, Naturbetrachtungen (Naturales quaestiones), 62-63 n. Chr

Alle meine Hoffnungen beruhen auf mir.

Terenz, Adelphoe (Die Brüder), uraufgeführt 160 v. Chr

Letzte Hoffnung Am Kirchhof steht ein Baum alleine In seiner jungen Herrlichkeit. Ihn pflanzt kein hergebrachtes Leid, – Sanft neigt er sich dem schlichten Steine. Im Sommer wie im Winter singt Ein Vöglein auf dem Baum, wie klingt So zart der Schmerz der treuen Töne. Der Vogel und der Baum sind wir, Du das Gedenken, ich die Ferne. Der einst'gen Tage, mild wie Sterne – Ach lebt ich noch zu Füßen dir! Ach leben, leben! Meine Schöne, Das kalte Nichts besiegte mich, Doch leb ich dir im Herzen? Sprich!

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866. Posthumes

Und hoffen darf man alles.

Sophokles, Ajax (auch Aias oder Rasender Ajax), ca. 449 v. Chr

Die Hoffnung ist ein solcher Köder, daß er alle Haken umfaßt.

Internet

Besser sind die Hoffnungen der Gebildeten als der Reichtum der Ungebildeten.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 185.

Wer zählt die Grabinschriften meiner Hoffnungen?

Internet

Die großen Hoffnungen erschaffen große Männer.

Internet

O wie trügerisch ist die Hoffnung der Menschen, wie gebrechlich ihr Glück, wie nichtig all unser Streben!

Cicero, Über den Redner (De oratore), 55 v. Chr

Nichts auf der Welt ist so falsch und sinnlos, daß es nicht die klügsten Leute für wahr hielten, in allen Fällen, wo es dem Menschen unmöglich ist, sich mit dem Gegenteil abzufinden und zufrieden zu geben.

Leopardi, Gedanken (Pensieri), 1845

Teure Hoffnung, du bist schon ein Anfang der Glückseligkeit, die du versprichst.

Wieland, Geschichte des Agathon, 2 Bde., 1766-67; umgearbeitet 1773 und 1794

Es wird alles wieder gut werden! Dieses Wort ist ein Zauberspruch. Überall im Leben ist ein steter Wechsel von Schatten und Licht, und jedes Übel bringt uns neue Anwartschaft auf Gutes; wer diesem Guten entgegenhofft, der genießt schon im vorhinein die Zinsen eines noch nicht fälligen Kapitals.

Rosegger, Die Schriften des Waldschulmeisters, 1875