Hoffnung Sprüche

Sprüche über Hoffnung und Zuversicht

524 Sprüche in dieser Kategorie

Du hast mehr in der Hoffnung genossen, als du jemals in Wirklichkeit genießen wirst.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Hoffnung Ob sie mich liebt? Spricht ihrer Blicke Leuchten zu mir der Liebe selig stumme Frage? Ist's nur die große Hoffnung, die ich trage, daß mir erfüllt die bangen Wünsche däuchten? Ob sie mich liebt? Ob sie mich liebt? Sie lächelte so mild, als vor Verlangen stumm mein Gruß verhauchte; sie bebte sanft, als mir entgegentauchte aus ihrem Auge mein verklärtes Bild ... Sie liebt mich wol.

Dehmel, R., Gedichte. Erlösungen. Eine Seelenwandlung in Gedichten und Sprüchen, 1891. Zweite Stufe: Liebe. Originaltext

Wir geben keine Hoffnung auf, bevor wir nicht eine neue haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1897

Wozu hat denn der Mensch das himmlische Geschenk, die Hoffnung empfangen?

Brahms, J., Briefe. An Clara Schumann, 11. Oktober 1857

Fort, fort, ihr Wahrheiten, die ihr düster blickt! Nicht will ich auf meinen Bergen herbe ungeduldige Wahrheiten sehn. Vom Lächeln vergüldet nahe mir heut die Wahrheit, von der Sonne gesüßt, von der Liebe gebräunt, – eine reife Wahrheit breche ich allein vom Baum.

Nietzsche, Dionysos-Dithyramben, 1889. Aus: Von der Armut des Reichsten

Ein Uhrmacher: "Wenn man fürchtet – geht der Uhrzeiger rasch; wenn man hofft – geht er langsam."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Schwellender Knospen im Lenz sind unsere Hoffnungen ähnlich; Stets, wenn die eine verwelkt, schließet die andre sich auf.

Übersicht der deutschen Litteratur oder Auszug aus den besten deutschen Schriftstellern der gebundenen und ungebundenen Rede, 1828. Aus: Unsre Hoffnungen

Schwebt Hoffnung doch immer Mit lieblichem Schimmer Dem Strahle des kommenden Tages vorauf.

Fernow, C. L., Gedichte. Aus: Spinnelied, 1796 (Schlussworte)

Wehe, Lüftchen, lind und lieblich Um die Wange der Geliebten, Spiele zart in ihrer Locke, Eile nicht, hinwegzuflieh'n! Tut sie dann vielleicht die Frage, Wie es um mich Armen stehe, Sprich: "Unendlich war sein Wehe, Höchst bedenklich seine Lage; Aber jetzo kann er hoffen, Wieder herrlich aufzuleben, Denn du, Holde, denkst an ihn."

Daumer, Hafis. Neue Sammlung, 1852

Wir gehen eher an den Folgen einer getäuschten Hoffnung zugrunde als an der Reue über eine bestimmte Tat.

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Von wannen du nichts gehofft hast, daran verzweifle nicht, denn was dem Menschen verliehen wird, das wird ihm meistenteils von unverhofften Seiten gewährt. Was der Mensch hofft, ist gleichsam an dasjenige gebunden, was er nicht gehofft. Lass also deine Hoffnung immer am meisten auf die unverhoffte Seite gerichtet sein.

Diez (Übers.), Buch des Kabus oder Lehren des persischen Königs Kjekjawus für seinen Sohn Ghilan Schach, 1811. 6. Kapitel: Dass Tugend besser ist als Herkunft

Wer der Hoffnung kehrt den Rücken und sich dies zum Grundsatz macht, Nicht zu hoffen mehr, hat alles wohl studiert, gelernt, vollbracht.

Narájana, Hitopadêsha (Der freundliche Ratgeber), 9./10. Jhdt. n. Chr. Übersetzt von Ludwig Fritze, 1888

Sie [die Liebe] tröstet uns wie eine Mutter tut, und wiegt uns sanft in unsern letzten Schlaf.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Welch ein Anker ist die Hoffnung!

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Hoffnung beschwingt Gedanken, Liebe Hoffnung.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lyrisches. Aus einem Stammbuch von 1604

Die Hoffnung, ein altes Glück wiederherzustellen, flammt immer einmal wieder in dem Menschen auf.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 15. Kap.

Letzte Hoffnung An Verwelken und Verblühen Hab' ich längst mein Herz gewöhnt; Mit des Lebens Leid und Mühen Hab' ich längst mich ausgesöhnt. Doch mein armes Herz auf Erden Dennoch manche Hoffnung trägt – Möge sie erfüllet werden, Weil es sie fürandrehegt!

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Wir haben keine andere Hoffnung, als auf Wahrheit und Recht.

Pestalozzi, Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts, 1797

Der Letzte, von dem ein Mensch aufhört, Gutes zu hoffen, ist er selbst. Man kann es nie unterlassen, auf sich selbst Hoffnungen zu setzen.

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Keines darf im Leben fehlen, Soll das Leben Leben sein: – Nicht mit seinem milden Flimmer Der Erinn’rung Abendschimmer, Nicht der Hoffnung Morgenschein!

Förster, Gedichte von Karl Förster. Erster Theil, hg. von Ludwig Tieck, 1843. Aus: Erinnerung und Hoffnung

Jede Hoffnung ist eigentlich eine gute Tat.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Kanzler Friedrich von Müller, 26. Januar 1825