Krieg Sprüche
Sprüche über Krieg
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Kann der Vernünftige nachgeben? … Wir könnten es, wenn die Lage eine symmetrische wäre.
Im Schlaf um Mitternacht Von manchem Gesicht in Seelennot, Von dem ersten Blick aus den Augen tödlich Getroffener, Diesem ersten unbeschreiblichen Blick! – Von den Toten, die mit ausgebreiteten Armen auf dem Rücken liegen, Träume ich, träume ich Im Schlaf um Mitternacht. Von Wäldern, Feldern und Bergen, Von sturmzerrissenen Wolken, Vom Mond, der märchenhell schimmerte, Wo wir die Schanzen und die Schanzkörbe aufwarfen In schweigender Arbeit, Träume ich, träume, träume ... Lange sind sie dahin, Gesichter und Schanzen und Felder, Wo ich im Schlachtgetümmel Mit gelassener Ruhe zu den Verwundeten trat, Und weg von den Toten. Vorwärts eilte ich damals – doch jetzt erscheinen sie wieder zur Nachtzeit, Wenn ich träume, träume, träume ...
Krieg ist immer Gefängnis!
Man war Schriftsteller, man hatte das Wort und damit die Pflicht, seine Überzeugungen auszudrücken [gegen die Kriegshetze], soweit dies in einer Zeit der Zensur möglich war.
Der Krieg ist eine grauenhafte Schlächterei!
Zweierlei in diesem Kriege hat unsere Enttäuschung rege gemacht: die geringe Sittlichkeit der Staaten nach außen, die sich nach innen als die Wächter der sittlichen Normen gebärden, und die Brutalität im Benehmen der Einzelnen, denen man als Teilnehmer an der höchsten menschlichen Kultur ähnliches nicht zugetraut hat.
Was schmiedst du, Schmied? »Wir schmieden Ketten, Ketten!« Ach, in die Ketten seid ihr selbst geschlagen. Was pflügst du, Bau'r? »Das Feld soll Früchte tragen!« Ja für den Feind die Saat, für dich die Kletten. Was zielst du, Schütze? »Tod dem Hirsch, dem fetten.« Gleich Hirsch und Reh wird man euch selber jagen. Was strickst du, Fischer? »Netz dem Fisch, dem zagen.« Aus eurem Todesnetz wer kann euch retten? Was wiegest du, schlaflose Mutter? »Knaben.« Ja, daß sie wachsen und dem Vaterlande, Im Dienst des Feindes, Wunden schlagen sollen. Was schreibest Dichter du? »In Glutbuchstaben Einschreib' ich mein und meines Volkes Schande, Das seine Freiheit nicht darf denken wollen.«
Man darf sich natürlich nicht täuschen und glauben, dass Krieg und Niedertracht aufhören können, solang er nicht völlig rein im privaten wie im öffentlichen Leben durchgeführt ist. Die Hunde haben ihre ausgezeichneten Nasen, aber wir Menschen gehen aneinander vorbei und vermögen uns nicht zu erkennen. Wir haben noch eine ganz ungeregelte und wilde Preisbildung für das, was wir wollen, und sind von denen, die uns brauchen, so wenig zu finden wie Bücher ohne Katalog.
Wildgänse rauschen durch die Nacht Mit schrillem Schrei nach Norden – Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht! Die Welt ist voller Morden. Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt, Graureisige Geschwader! Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt, Weit wallt und wogt der Hader. Rausch' zu, fahr' zu, du graues Heer! Rauscht zu, fahrt zu nach Norden! Fahrt ihr nach Süden übers Meer – Was ist aus uns geworden! Wir sind wie ihr ein graues Heer Und fahr'n in Kaisers Namen, Und fahr'n wir ohne Wiederkehr, Rauscht uns im Herbst ein Amen!
Die höchste Weisheit der Schöpfung ist vielleicht, daß alles in der Natur seine Feinde hat; dies regt das Leben auf! Sterben ist nur ein scheinbares Aufhören und kömmt beim Ganzen wenig in Betrachtung. Alles, was atmet, und wenn es auch Nestor wird, ist ohnedies in einer kurzen Reihe von Tagen nicht mehr dasselbe.
Ich habe es zu früh erkannt, daß der Schlachteneifer nichts Übermenschliches, sondern – Untermenschliches ist; keine mystische Offenbarung aus dem Reiche Luzifers, sondern eine Reminiscenz aus dem Reiche der Tierheit – ein Wiedererwachen der Bestialität.
In dieser Stunde weiß ich, daß ich blind war, weil ich mich geblendet hatte, in dieser Stunde weiß ich endlich, daß alle diese Toten, Franzosen und Deutsche, Brüder waren, und daß ich ihr Bruder bin.
Wunde Die Erde blutet unterm Helmkopf Sterne fallen Der Weltraum tastet. Schauder brausen Wirbeln Einsamkeiten. Nebel Weinen Ferne Deinen Blick.
Ich möchte einen Stoff oder eine Maschine schaffen können von so fürchterlicher, massenhaft verheerender Wirkung, daß dadurch Kriege überhaupt unmöglich würden.
Denn über alle Schmach des Krieges geht die der Menschen, von ihm nichts mehr wissen zu wollen, indem sie zwar ertragen, daß er ist, aber nicht, daß er war.
Denn daß Krieg sein wird, erscheint denen am wenigsten unfaßbar, welchen die Parole "Jetzt ist Krieg" jede Ehrlosigkeit ermöglicht und gedeckt hat, aber die Mahnung "Jetzt war Krieg!" die wohlverdiente Ruhe der Überlebenden stört.