Krieg Sprüche – mut
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Man darf sich natürlich nicht täuschen und glauben, dass Krieg und Niedertracht aufhören können, solang er nicht völlig rein im privaten wie im öffentlichen Leben durchgeführt ist. Die Hunde haben ihre ausgezeichneten Nasen, aber wir Menschen gehen aneinander vorbei und vermögen uns nicht zu erkennen. Wir haben noch eine ganz ungeregelte und wilde Preisbildung für das, was wir wollen, und sind von denen, die uns brauchen, so wenig zu finden wie Bücher ohne Katalog.
Wildgänse rauschen durch die Nacht Mit schrillem Schrei nach Norden – Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht! Die Welt ist voller Morden. Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt, Graureisige Geschwader! Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt, Weit wallt und wogt der Hader. Rausch' zu, fahr' zu, du graues Heer! Rauscht zu, fahrt zu nach Norden! Fahrt ihr nach Süden übers Meer – Was ist aus uns geworden! Wir sind wie ihr ein graues Heer Und fahr'n in Kaisers Namen, Und fahr'n wir ohne Wiederkehr, Rauscht uns im Herbst ein Amen!
Wache Das Turmkreuz schrickt ein Stern Der Gaul schnappt Rauch Eisen klirrt verschlafen Nebel streichen Schauer Starren Frösteln Frösteln Streicheln Raunen Du!
Der Narr macht Krieg.
Patrouille Die Steine feinden Fenster grinst Verrat Äste würgen Berge Sträucher blättern raschlig Gellen Tod.
Die Ersten Die Ersten sinds, sie sind im besten Zug Vom willenlosen Haufen sich zu lösen. Erkennend eitel Schimmer, seichten Trug Der großen Reden abgenützte Blößen, Klangvolle Phrasen, ein vereinter Schwall Der überflutet Erdehöhen und Täler, Allüberall der gleiche Wiederhall, Der gleiche Köder und der gleiche Wähler. Wohl wächst der Massen Schrei nach Glück und Brot Doch übertönt er nicht die Worte der Vertreter, Es fallen Opfer tiefster Seelennot, Die Masse fällt dein Zeichen der Verräter. So lausch ich freudig, wenn mit wildem Schrei Die Brust erfüllt von froher Zukunft ahnen Sich einer ringt vom Heerdentaumel frei Kraftvoll empor auf selbstgewollten Bahnen.
Das Knie Ein Knie geht einsam durch die Welt. Es ist ein Knie, sonst nichts! Es ist kein Baum! Es ist kein Zelt! Es ist ein Knie, sonst nichts. Im Kriege ward einmal ein Mann erschossen um und um. Das Knie allein blieb unverletzt – als wär’s ein Heiligtum. Seitdem geht’s einsam durch die Welt. Es ist ein Knie, sonst nichts. Es ist kein Baum, es ist kein Zelt. Es ist ein Knie sonst nichts.
Allein, ebenso wenig wie der Ausgang eines Duells zwischen zwei Individuen ein Gottesurteil darstellt, entscheidet bei Völkerduellen Sieg oder Niederlage über Wert oder Unwert, Recht oder Unrecht der Parteien. Mit erzgegossenen Kugeln erschießt sich keine Nation Recht, Freiheit und Fortschritt.
Es ist eigentlich eine Völkerhetze, der Krieg. Man sollte die Sachen ausdrücken, so wie sie sind.
Nach langen Kriegen kommen immer die Glücksritter.
Ein Krieg aber muss auf solche Art begonnen werden, dass offenbar nichts anderes als der Friede das Ziel ist.
Der ganze Krieg setzt menschliche Schwäche voraus, und gegen sie ist er gerichtet.
Der Patriotismus, Vaterlands-Liebe, ist das Kriegs-Genie der Nationen. Nationen, die ohne Patriotismus streiten, sind Mechaniker, zugestutzte, abgerichtete Krieger ohne das eigentliche Genie.
Der Enthusiasmus bei Beginn eines Krieges entspringt zumeist aus der rauflustigen Seele des Menschen; er wütet gegen Menschen, die genauso gut und schlecht sind wie er selber.
Der Krieg, der grausige Spötter, hat die europäische Scheinkultur so gründlich ad absurdum geführt, dass es wahrlich eines dummen Mutes und Optimismus bedarf, um zu hoffen, dass nach dem Kriege alles beim Alten bleiben könnte.