Krieg Sprüche – zukunft

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Denn daß Krieg sein wird, erscheint denen am wenigsten unfaßbar, welchen die Parole "Jetzt ist Krieg" jede Ehrlosigkeit ermöglicht und gedeckt hat, aber die Mahnung "Jetzt war Krieg!" die wohlverdiente Ruhe der Überlebenden stört.

Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, 1919. Originaltext

Verdammte Jugend Von Hause fort, durch Straßen fort, Euch unbekannt und jedem Ort, Nur wie der Himmel rasch und hoch Durch fremden Lärm und ohne Wort! Wie schön allein, und dies verwühlt Und keiner drin, der mich befühlt. Der voll Verwandtschaft dumm und dicht In meiner Brust verhaßt sich sühlt! Hier ist nicht Heim, hier ist es auf, Nicht Liebe plump, nur Kampf und Kauf! Ah fließt die Straße strotzend aus Zu andern ein in riesigem Lauf. Ah sprüht es schroff pferdlos vorbei Und brodelt schwarz der Menge Brei Und Häuser flattern hingepeitscht Von Licht, Geläut, Gezisch, Geschrei. Die Steine ziehn in falscher Ruh, Gehackt vom Schlag des Heers der Schuh, Den fahlen Köpfen funkeln wund Von schneller Glut die Lampen zu. Hier Antlitze wie Tiere fremd Und Augen wie in Eis geklemmt Und Augen, die nur sich besehn, Hier Antlitze, von nichts gehemmt! Du Gottlose, mein Haupt zerstäub – Entmenschlichte, mein Herz zerstäub – Mich ohne Heimat, ohne Weg Du Straße ja betäub! betäub!

Wolfenstein, A., Gedichte. In: Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung. Erstdruck 1919

Solange in den Völkern die Sucht nach dem Vorrang ihr Wesen treibt, wird das Gespenst des Krieges immer über Europa lauern.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Die Ersten Die Ersten sinds, sie sind im besten Zug Vom willenlosen Haufen sich zu lösen. Erkennend eitel Schimmer, seichten Trug Der großen Reden abgenützte Blößen, Klangvolle Phrasen, ein vereinter Schwall Der überflutet Erdehöhen und Täler, Allüberall der gleiche Wiederhall, Der gleiche Köder und der gleiche Wähler. Wohl wächst der Massen Schrei nach Glück und Brot Doch übertönt er nicht die Worte der Vertreter, Es fallen Opfer tiefster Seelennot, Die Masse fällt dein Zeichen der Verräter. So lausch ich freudig, wenn mit wildem Schrei Die Brust erfüllt von froher Zukunft ahnen Sich einer ringt vom Heerdentaumel frei Kraftvoll empor auf selbstgewollten Bahnen.

Ball, H., Gedichte. Erstdruck 1916. Originaltext

Der Krieg tötet doch nicht nur Leiber, in vielen dieser Leiber schlägt das Herz der Menschheit, lebt der Genius der Zukunft.

Dohm, Der Mißbrauch des Todes. Senile Impression, 1917. Originaltext

Nimmermehr glaube ich an einen Gott der Kanonen und Bajonette! Wo die Erde blutet, weint der Himmel.

Dohm, Der Mißbrauch des Todes. Senile Impression, 1917. Originaltext

Solange Kriege möglich sind, werden Kriege sein.

Dohm, Der Mißbrauch des Todes. Senile Impression, 1917. Originaltext

Nach der Schlacht In Maiensaaten liegen eng die Leichen, Im grünen Rain, auf Blumen, ihren Betten. Verlorne Waffen, Räder ohne Speichen, Und umgestürzt die eisernen Lafetten. Aus vielen Pfützen dampft des Blutes Rauch, Die schwarz und rot den braunen Feldweg decken. Und weißlich quillt der toten Pferde Bauch, Die ihre Beine in die Frühe strecken. Im kühlen Winde friert noch das Gewimmer Von Sterbenden, da in des Osten Tore Ein blasser Glanz erscheint, ein grüner Schimmer, Das dünne Band der flüchtigen Aurore.

Heym, G., Gedichte. Der ewige Tag, 1911

Nach langen Kriegen kommen immer die Glücksritter.

Laube, Monaldeschi, 1845. Vorspiel, fünfte Szene. Brahe

Ich hoffe, es wird diese Erfindung sein, die Krieg unmöglich machen wird.

Tesla, Scientists Will Win the Next War, 1916. Übers. Internet

Der Krieg, der grausige Spötter, hat die europäische Scheinkultur so gründlich ad absurdum geführt, dass es wahrlich eines dummen Mutes und Optimismus bedarf, um zu hoffen, dass nach dem Kriege alles beim Alten bleiben könnte.

Marc, Die 100 Aphorismen: Das zweite Gesicht, 1915