Leben Sprüche

Sprüche über das Leben und seine Bedeutung

2992 Sprüche in dieser Kategorie

... gibt's denn einen Lebenslauf, dem's an nichts gebricht?

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Verstreut veröffentlichte und handschriftlich überlieferte Gedichte (1883-1926). Aus: Dank

Unglücksrabe So oft ich der alten Nachbarin In ihrem Shawltuch begegnet bin, Wenn die Sonne grade recht hell gestrahlt, Als bekäm sie's heute extra bezahlt – Dann zeigte die alte Nachbarin Mit der welken Hand nach dem Himmel hin Und kniff den Mund so besonders ein, Als biß sie in etwas Saures hinein, Und meinte: "Wenn's nur so bleibt!" So ist's mir im Leben mit Vielen ergangen, Die wußten mit Freude nichts anzufangen Und riefen in jeden Sonnenschein Ihr krächzendes "Wenn's nur so bleibt" hinein! Sie hätten am liebsten der ganzen Welt Das arme bißchen Lachen vergällt Und trauen noch in der Grabesruh Dem Herrgott den ewigen Frieden nicht zu Und meinen: "Wenn's nur so bleibt!"

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Das Leben ist ein beschneites Feuerwerk.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1845

Existenz ist Wandel, Wandel Reifung, Reifung ewige Selbsterneuerung.

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Wo das Leben aufhört, fängt das Überleben an.

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Das Leben ist eine lange, lange Brücke, wenn man davor steht; ist man hinüber, so sind es nur Querbäumchen, über die man gegangen.

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Habt das Leben bis in seine unscheinbarsten Äußerungen hinab lieb und ihr werdet bis in eure unscheinbarsten Bewegungen hinab unbewußt von ihm zeugen.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1909

Dem Tod zu Ehren, verbrauchen wir unser Leben.

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Manche haben es im Leben zu nichts gebracht als zum Sterben.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Vorsatz Den flüchtigen Tagen Wehrt keine Gewalt; Die Räder am Wagen Entfliehn nicht so bald. Wie Blitze verfliegen, So sind sie dahin, Ich will mich vergnügen, Solang ich noch bin!

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Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgend etwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind.

Doyle, Die Abenteuer des Sherlock Holmes (The Adventures of Sherlock Holmes), 1892

Es ist vielleicht das einzige Stück Freiheit, das man sein ganzes Leben ununterbrochen besitzt: Die Freiheit, das Leben wegzuwerfen.

Zweig, Postfräuleingeschichte, bzw. Rausch der Verwandlung (Romanfragment), entstanden in den 1930er Jahren

Ich sah mein eigen Angesicht zerfurcht von bittrem Gram. Ich sah mein Herz in öder Brust zernagt von Reu und Scham. Ich sah mich irren ohne Ziel, der letzten Hoffnung bar. Mir hatte geträumt, ich lieb' dich nicht: O wie ich elend war!

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Liebst du das Leben, so vergeude die Zeit nicht, denn sie ist der Stoff aus dem das Leben gemacht ist.

Franklin, Poor Richard's Almanack (dt.: Der arme Jakob), 1732-58

Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit.

Humboldt, W., Briefe. An seine Frau Caroline von Humboldt, 1804

Nicht jeder, der am Leben ist, lebt.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Glut edler Bestrebungen ist die schönste Blüte des Lebens.

Lermontow, Ein Held unserer Zeit, 1840

Ich war ein junges Mädchen, beinahe noch ein Kind, meine traumhaften Ansichten, meine Sympathien und Antipathien wechselten wie Aprilwetter; aber eines stand immer klar und felsenfest in mir: die Überzeugung, daß ich nicht über die Erde schreiten werde, ohne ihr eine wenigstens leise Spur meiner Schritte eingeprägt zu haben.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Manches Leben hat mehr Sonn- als Sonnentage.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Glücklich, der nach seinem Sinne leben kann, ohne dabei eine Pflicht zu verletzen.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Strom und Menschenleben versanden oft in der Ebene.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899