Leben Sprüche

Sprüche über das Leben und seine Bedeutung

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Dies Leben ist die Fahrt über ein Meer, bei der wir auf demselben engen Schiffe uns begegnen. Im Tode erreichen wir das Ufer und gehen jeder in seine Welt.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [242]

Klägliche Narren, die wir sind! Nur einen Augenblick haben wir zu leben und den machen wir uns so schwer wie wir nur können!

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Graf Algarotti, 10. März 1760

Denn du glaubst nicht, wie viel Tage und wie viel Stunden selbst an erträglichen Tagen – überstanden werden müssen…

Nietzsche, F., Briefe. An Erwin Rohde, 24. März 1881

Gewiß fehlt es in jedem Leben an etwas, aber warum sollen die fetten Bissen gerade immer denen zufallen, denen es so schon gut geht?

Strindberg, Ehestandsgeschichten, 1898

Mitten im Leben stehen wir im Tod.

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An mir ist minder nichts, das lebet, als mein Leben.

Fleming, Teütsche Poemata, 1642 (posthum)

Man nippt an dem Leben, jeder kostet einen Tropfen Ewigkeit, auch der Unsterbliche nur einen – und der ist oft bitter.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Das Leben ist selten das wert, was es kostet.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Das Leben ist kein Scherz und kein Spiel, das Leben ist auch kein Genuß … Das Leben ist eine schwere Arbeit. Entsagung, beständige Entsagung – das ist sein geheimer Sinn, das ist sein Rätselwort.

Turgenjew, Faust. Erzählung in neun Briefen (Фауст) 1856; übersetzt von Friedrich von Bodenstedt 1864. 10. März 1853

Was narrt mich immer das Leben! Was narrt mich immer das Leben, Sobald ich mich vorwärts richte, Wenn müde ich bin zu verweilen Im lustigen Heim der Gesichte? Bin ich denn ein Fremder hier unten Nicht für die Erde geboren, Hat auf dem Weg zu den Sternen Ein Engel hier mich verloren? Nein! Nein, ich fühle hier drinnen: Der Erde gehöre ich, Das glühende Leben hier unten Ist grade ein Leben für mich; Und alle Gaben des Lebens Umfass ich in meiner Brust, Sowohl den bittersten Schmerz, Wie auch die herrlichste Lust. O! hätte ich Macht wie Willen Und Willen dazu wie Lust, Untergehn würde die Welt Bei Flammen in meiner Brust!

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Welch Fabelwerk ist unser Leben? Halb ist's Wesen, halb ein Schein; Zu kurz, nach eitlem Glück zu streben, Zu lang, ohn eitles Glück zu sein.

Creutz, Oden und andere Gedichte, 1750

Das Leben ist ein Würfelspiel.

Hensler, Das Schlangenfest in Sangora. Eine heroisch komische Oper in zwey Aufzügen, 1797

Einst herrschte wild der Trieb; er brauste durch die Kreise, Durchs immer weitere Gebiet des Lebens hin, Und der Instinkt gebot; doch regte leis' und leise Sich in der Willkür schon der sanftre Menschensinn.

Tiedge, C. A., Gedichte. Urania. Aus: Freiheit. Wiedersehn, 1800

Genieße dein Sein mehr als deine Art zu sein, und der liebste Gegenstand deines Bewußtseins sei dieses Bewußtsein selber!

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Des Quintus Fixlein Leben bis auf unsere Zeiten. Letztes Kapitel

Nicht wünsch' ich zurück Der Jugend Glück, Ihr Träumen, Sehnen und Hoffen, Als noch die Zukunft vor mir lag Weit offen. Ich habe gestrebt, Solang ich gelebt, Und viel gekämpft und gelitten, Drum halt' ich wert, was ich als Preis Erstritten. Mir ist es genug, Daß frei von Trug Und Täuschung mir wurde beschieden Im tiefsten Innern Harmonie Und – Frieden.

Hartmann (Hg.), De Senecute. Was alte Leute vom Alter sagen, gesammelt von Julius Hartmann, 1924

Überhaupt gleicht das Leben oft dem Fang-Baume mit aufwärtsgerichteten Stacheln, an welchem der Bär leicht hinauf zum Honig-Köder klettert, wovon er aber unter lauter Stichen wieder zurückrutschet.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Sechste Jobelperiode. 34. Zykel

Alles in allem – welch eine Ballade war mein Leben.

Rosebery, Napoleon I. am Schluß seines Lebens, übersetzt von Oskar Marschall von Bieberstein, Leipzig 1901

Das menschliche Leben (Eine Allegorie) Dieses Lebens großer Weg Hat viel gefährliche Stellen. Allem Unglück vorzubeugen, Mein Teurer, verhalt ich mich so: Ich spann an meinen sterblichen Wagen, Den ich zum Grabe führe, zuerst Gerechtigkeit, die stets auf rechtem Wege bleibt, Und Liebe, sonder die es allzu langsam ginge. Wahrheit, Unabhängigkeit, Die bloß ein sanftes Leitseil dulden, Gehn munter in der Mitt' und bleiben Gern von des Reichtums Straß' entfernt. Gesundheit und ein gutes Gewissen Hüpfen fröhlich voran, Und reißen mich an Plätzen, Die tief und schlammig sind, hindurch. Nichts bleibt vom Glück und der Natur Mir ferner zu erbitten übrig, Als daß mein auserlesenes Gespann So lang' als selbst mein Wagen daure.

Götz, J. N., Gedichte

Der Faden des Lebens hängt doch am Faden des Todes!

Herder, Liebeskind, Krummacher (Hg.), Palmblätter. Erlesene morgenländische Erzählungen für die Jugend, 4 Bde., 1786-1800. 9. Der Trost des Weisen

Man kann aber nicht auf dem Meere fahren, ohne zu wissen wohin, und ebenso wenig kann man leben und sein Leben schaffen, ohne zu wissen: wozu?

Tolstoi, Worin mein Glaube besteht, 1883

Stil des Lebens heißt: Ethos, Instinkt, Haltung; sich so bewegen und halten, so kämpfen. Das ist der Ursinn der Sitte.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965