Leben Sprüche – mut
241 Sprüche gefunden
Leben, Leben! Reines, sprühendes, furchtloses, neues Leben! Neues Leben! So winzig und so vollkommen ohne Furcht!
Sie sähn es gern, ich würde kirre Sie sähn es gern, ich würde kirre und beugete mich niederwärts; sie machten gern mein tapferes Herz in seinem stolzen Glauben irre. Sie sagten mir: Es ist vergebens, du änderst nicht den Lauf der Welt; Knecht bleibt sie doch! Und dir vergällt hast du den Sommer deines Lebens. Wohl, sei es so! Sich fügen lerne, wem Fügsamkeit genügen kann, auch Demut schmücket ihren Mann: Ich aber folge meinem Sterne! Da hilft kein Rat, da ist kein Wählen, Ich kann nicht anders, wollt' ich auch: Die Freiheit ist mein Lebenshauch, sie ist die Seele meiner Seelen! So laßt mich meine Bahn vollenden, wie sie auch sei, mein Ziel ist mein; ja, sollt' es auch ein Irrweg sein, ich will ihn doch mit Ehren enden.
Ach, wieviel Ballast in unserem Lebensschiff! Soviel, dass wir Gefahr laufen, unsere wertvolle Ladung in den Grund zu ziehen!
Jede neue Lage (und wär's nur ein Stubenwechsel) ist stärkende frische Luft; wir fahren und graben sonst unser Gleis und unsern Hohlweg so tief ein, daß wir enge drin stecken, ohne Himmel und Erde zu sehen.
Ich bin mir selbst ein unbekanntes Land und jedes Jahr entdeck ich neue Stege. Bald wandr' ich hin durch meilenweiten Sand und bald durch blütenquellende Gehege. So oft mein Ziel im Dunkel mir entschwand, verriet ein neuer Stern mir neue Wege.
Das ist der Sinn der schweren Wege, daß sie uns zum Eigenwerden zwingen wollen.
Einst herrschte wild der Trieb; er brauste durch die Kreise, Durchs immer weitere Gebiet des Lebens hin, Und der Instinkt gebot; doch regte leis' und leise Sich in der Willkür schon der sanftre Menschensinn.
Man kann aber nicht auf dem Meere fahren, ohne zu wissen wohin, und ebenso wenig kann man leben und sein Leben schaffen, ohne zu wissen: wozu?
Ruhebänke auf dem Lebenswege Machen gar zu leicht den Wandrer träge.
[...] und erst im Kampf ums Dasein werden alle jene Kräfte erweckt, die den Menschen zu einem Ebenbild der Gottheit geadelt haben.
Es gibt kühne Sportsleute, denen das Leben andrer ebenso wertlos erscheint, als das ihrige tatsächlich ist.
Ich will den Sturm! Ich will den Sturm, der mit den Riesenfäusten Vom Boden der Alltäglichkeit mich reißt Und mich hinauf in jene Höhen schleudert, Wo erst das Leben wahrhaft Leben heißt! Ich will den Sturm, der mit gewaltgem Athem Zur lichten Gluth die stillen Funken schürt Und, alle Kräfte dieser Brust entfesselnd, Zum Siege oder zur Vernichtung führt! Laß mich nicht sterben, Gott, eh meine Seele Ein einzig Mal in Siegeslust gebebt – Ich kann nicht ruhig in der Erde schlafen, Eh ich nicht einmal, einmal ganzgelebt!
Lebenslied. Steh und falle mit eignem Kopfe, Thu das Deine, und thu es frisch! Besser stolz an dem irdnen Topfe Als demüthig am goldnen Tisch: Höhe hat Tiefe, Weltmeer hat Riffe, Gold hat sorgliches Schlangengezisch. Bau dein Nest, weil der Frühling währet, Lustig bau’s in die Welt hinein. Hell der Himmel sich droben kläret, Drunten duften die Blümelein – Wagen gewinnet, Schwäche zerrinnet: Wage! dulde! die Welt ist dein. Steh nicht horchend was Narren sprechen; Jedem blüht aus der Brust sein Stern. Schicksal webt sich an stygischen Bächen, Feigen webt es sich schrecklich fern: Steige hinnieder! Fasse die Hyder! Starken folget das Starke gern. Wechselnd geht unter Leid und Freuden Nicht mitfühlend der schnelle Tag; Jeder suche zum Kranz bescheiden, Was von Blumen er finden mag; Jugend verblühet, Liebe verglühet: Lebe! halte! doch lauf nicht nach.
Leben ist Trieb, Wille, Flamme, Angriff.
Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: »Sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst.«
Wie nutzlos, durch dieses Leben zu wandern, Wär's nicht die Brücke zu einem andern!
Der Pilgrim Noch in meines Lebens Lenze War ich, und ich wandert aus, Und der Jugend frohe Tänze Ließ ich in des Vaters Haus. All mein Erbteil, meine Habe Warf ich fröhlich glaubend hin, Und am leichten Pilgerstabe Zog ich fort mit Kindersinn. Denn mich trieb ein mächtig Hoffen Und ein dunkles Glaubenswort, »Wandle«, riefs, »der Weg ist offen, Immer nach dem Aufgang fort. Bis zu einer goldnen Pforten Du gelangst, da gehst du ein, Denn das Irdische wird dorten Himmlisch unvergänglich sein.« Abend wards und wurde Morgen, Nimmer, nimmer stand ich still, Aber immer bliebs verborgen, Was ich suche, was ich will. Berge lagen mir im Wege, Ströme hemmten meinen Fuß, Über Schlünde baut ich Stege, Brücken durch den wilden Fluß. Und zu eines Stroms Gestaden Kam ich, der nach Morgen floß, Froh vertrauend seinem Faden, Werf ich mich in seinen Schoß. Hin zu einem großen Meere Trieb mich seiner Wellen Spiel, Vor mir liegts in weiter Leere, Näher bin ich nicht dem Ziel. Ach, kein Steg will dahin führen, Ach, der Himmel über mir Will die Erde nie berühren, Und das Dort ist niemals Hier.
Hoffnung und Furcht ist die Lebenskraft, die unser Herz in Bewegung erhält und in jedem Moment der Leidenschaft sollten wir schon auf diese Abwechslung rechnen.
Welche Rolle wir aber selbst spielen wollen, ist abhängig von unserem Willen.
Groß ist die Anzahl derjenigen Menschen, die vor einer Schiffsreise nicht den Sturm bedenken.
Neues Leben Fass' es, Mensch, und wirf zusammen Alles nun in einen Brand, Was zur Schwäche mag verdammen, Was mit Feigheit dich umwand. Soll dich etwas so bedrohen, Dass es willenlos dich beugt? Gib's dem Feuer! Lass es lohen! Sei der Geist, der selbst sich zeugt! Deine Flamme sei die Stunde, Deine Wiege der Moment – Sei mit jener Macht im Bunde, Die kein Recht von gestern kennt. Wisse, Schuld wird ungeheuer, Die ihr Konto nie zerreißt – Lass es lohen! Gib's dem Feuer! Sei der Zeuger, sei der Geist!