Leben Sprüche – mut

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Es gibt drei Arten, sich den Mißständen des Lebens gegenüber zu verhalten: die jugendliche, die reife und die hoffnungslose. Jugendlich ist es [...], sie radikal zu bekriegen. Reif ist es, sie hinzunehmen, womöglich Friede zu schließen, wenn aber Krieg nötig ist, dann einen der Mächte, nicht der Doktrinen zu führen. Hoffnungslos ist es, an die Wirklichkeit mit "idealen Forderungen" zu treten, überall an den "edlen" oder "hochstehenden" Menschen zu appellieren, weil es ja so außerordentlich bequem wäre, wenn alle Menschen so "edel" oder so "hochstehend" wären, unsere idealen Anforderungen zu erfüllen.

Schmitz, Brevier für Weltleute. Essays über Gesellschaft, Mode, Frauen, Reisen, Lebenskunst, Kunst, Philosophie, 1911

Wir gehen wie Reisende über die Meere.

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Geh' deinen Weg Auf rechtem Steg, Fahr' fort und leid', Trag' keinen Neid, Bet', hoff' auf Gott In aller Noth, Sei still und trau, Hab' acht und schau; Groß' Wunder wirst du sehen.

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Nur Wanderer sind wir auf der Lebensreise, Paläste bauen ist nicht weise.

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Beherzt im Leiden, Im Glück bescheiden, Gerecht in beiden Der armen Welt, Die viel verspricht Und wenig hält; Doch ob sie bricht, Ob stählt den Mut, Nur immer tut Gar wohl bestellt, Was Gott gefällt.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Warum klagst du, Pilger dieser Erden? Förd're muntern Schrittes deinen Lauf! Sinkt der Tag, so muß es Abend werden, Und der Stern der Hoffnung geht dir auf. Ungestört ruht dann der Lebensmüde, Ausgekämpft ist nun der schwere Streit. Aufwärts schaun in die Unendlichkeit Über Gräbern wohnt der wahre Friede.

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Ich bin in jedem Augenblick der Wanderer, der über den eigenen Weg zu entscheiden hat.

Kaergel (Hg.), Das Hermann Stehr-Buch. Eine Auswahl aus seinen weltanschaulichen Dichtungen und Gesprächen, 1927

Und kannst du auch den Sturm nicht brechen, So brich nur selbst nicht, und du siegst.

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Fordert das Leben von mir das Unmögliche, so erdrückt es mich entweder, oder – es ist nicht das Unmögliche gewesen. In jedem Fall soll ich alles aufbieten, was an Kraft in mich gelegt ist.

Hebbel, F., Briefe. An Elise, 12. Februar 1837

All unser Schaffen ist ein ew'ges Ringen, Und nicht das Kleinste können wir gestalten, Wenn wir zuvor der feindlichen Gewalten, Die drohend uns umgeben, nicht bezwingen. Das Wasser droht uns heulend zu verschlingen; Der Felsen trotzt, durch eigne Kraft gehalten, Die Flamme zuckt hervor aus dunklen Spalten, Und sausend schlägt der Sturm die Riesenschwingen. Und wurden wir der Elemente Meister, Dann tritt der Mensch dem Menschen stolz entgegen, Und in dem Kampfe messen sich die Geister. Und haben wir auch hier den Sieg errungen, Lohnt uns doch dann erst des Gelingens Segen, Wenn wir im schwersten Kampf uns selbst bezwungen.

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"Wozu schreite ich durch das Leben?" Schreite, statt zu fragen, dann wird dir Antwort werden.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Das Gewebe unsres Lebens besteht aus gemischtem Garn, gut und schlecht durch einander. Unsre Tugenden würden stolz sein, wenn unsre Fehler sie nicht geißelten, und unsre Laster würden verzweifeln, wenn sie nicht von unsern Tugenden ermuntert würden.

Shakespeare, Ende gut, alles gut (All's Well That Ends Well), Erstdruck 1623. V, 3, Edelmann

Es war ein Wahn vielleicht, ein großer Wahn, Des Lebens Tiefen zu durchmessen – Am eignen warmen Leib den Schmerz zu spüren, Den vorher Andere besessen ...

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Die Glut edler Bestrebungen ist die schönste Blüte des Lebens.

Lermontow, Ein Held unserer Zeit, 1840

Ich war ein junges Mädchen, beinahe noch ein Kind, meine traumhaften Ansichten, meine Sympathien und Antipathien wechselten wie Aprilwetter; aber eines stand immer klar und felsenfest in mir: die Überzeugung, daß ich nicht über die Erde schreiten werde, ohne ihr eine wenigstens leise Spur meiner Schritte eingeprägt zu haben.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Das Leben will errungen, nicht erbetet sein.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wer in dieser Welt leben will, muß sich tummeln.

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Unser Lebensweg steht auf beiden Seiten so voll Bäumchen und Ruhebänke, daß ich mich wundere, wenn einer müde wird.

Jean Paul, Komischer Anhang zum Titan, 1800-1801. 4. Jenner. Lothsblatt

Man kann ausschließlich – einschließlich – mit den Schattenseiten des Lebens zu tun haben, und doch drängt man sich zum Licht, wenn welches da ist. Wie ein kindlich scheues Blumenköpfchen zur Sonne sich wendet.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Des dummen Wanderns ist's auf Erden schon genug. Bewahre mich, mein Gott, mit Seelenwanderung.

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Welche Dummheit [...], sein Leben in einem kleinen offnen Boot aufs Spiel zu setzen, wo es gedeckte Fahrzeuge und Dampfer gibt.

Strindberg, Am offenen Meer, 1890