Leben Sprüche – mut
241 Sprüche gefunden
Es gibt eine Lebensart, die so tüchtig ist, daß sie jede Bahnstation in einen Knotenpunkt verwandelt.
Willst du im Leben Kraft und Muth behalten, Schau über dich! Willst träumen du von irdischen Gewalten, Schau unter dich! Willst du am eig'nen Herd nicht mühsam schalten, Schau um dich! Und soll dein Herz nicht allzufrüh erkalten, Schau in dich!
Frisch auf! du mußt dich durch die Welt schlagen, ja hindurchschlagen, das ist's.
O versucht es nur, Blumen zwischen die öden Blätter des Lebens zu legen; fürchtet euch nicht, kindisch zu heißen bei zu klugen Köpfen; ihr werdet keine Reue empfinden, wenn ihr zurückblättert und auf die vergilbten Andenken trefft! —
Des Menschen Leben ist eine Reise, eine Reise, die vollendet werden muß, wie schlecht die Straßen und Einrichtungen auch sind.
Das Leben ist eine Fußreise mit einem Dorn oder Nagel im Stiefel. Felsen, Berge, Schluchten, Flüsse, Löcher, Sonnenglut, Frost, Unwetter, Räuber, Feinde, Wunden, damit müssen wir kämpfen, das will bestanden sein, dazu haben wir die Willenskraft. Aber der Nagel im Stiefel: das ist die Zugabe, kommt außerdem und überdies dazu, und für den Nagel bleibt dem Manne, der mit den großen Übeln redlich ringt, keine Geduld übrig.
Über dem Haupt dir Segeln die Wolken, Tragen den schnellen Tötenden Blitz. Über dem Haupt dir Strahlen die Sterne, Winken dir traut In trauriger Nacht. Nieder zu dir hin Fahren die Blitze, Doch zu den Sternen Streben mußt du!
Wir harren nicht mehr ahnungsvoll Wie sonst auf blaue Märchenwunder; Wie sich das Buch entwickeln soll, Wir wissen's ganz genau jetzunder. Wir blätterten schon hin und her, – Denn ruchlos wurden unsre Hände – Und auf der letzten Seite sahn Wir schon das schlimme Wörtlein Ende.
Die größte Torheit ist's, gebeugt ins Leben einzutreten. Das Leben ist dem Widerstreben geweiht. Wir sollen uns aufrichten, so hoch wir können, und so lange, bis wir anstoßen.
Ja, das ist ein großes Ding, dass wir auf ein Fahrzeug gesetzt sind, das unter Sternen dahinsegelt, die uns mit Augen die Ewigkeit über uns erkennen lassen.
Das Leben soll kein uns gegebener, sondern ein von uns gemachter Roman sein.
Es ist ein stetes stilles Wandern Durch Menschen, Dinge und Gedanken. Man geht und geht Und merkt kaum, wie ringsum die Bilder Sich verschieben und vorübergleiten Und eines um das andere rückwärts fällt ... Und plötzlich steht Man wie in einer neuen Welt! Fernes wird nah und Nahes fern ... Du bleib sein Kern!
Wer nicht hart genug ist, dem Leben seine Bedingungen aufzuprägen, der muß die Bedingungen hinnehmen, die es ihm bietet.
Tritten des Wand'rers über den Schnee sei ähnlich mein Leben; es bezeichne die Spur, aber beflecke sie nicht.
Das Leben fordert viel hundertmal Sich zu wärmen, zu leuchten mit eignem Licht.
Trotz aller Gegenwehr müssen wir auf dem Wege zum Endzweck unseres Strebens manche nebensächliche, oft unbequeme Last auf unsere Schulter nehmen und mitschleppen.
Es gibt in der Welt einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann, außer dir: wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn.
Wir sind immer auf dem Wege und müssen verlassen, was wir kennen und haben, und suchen, was wir noch nicht kennen und haben.
"Hab' Acht, lieb' Mäuslein", sprach Mutter Maus, "Es frißt dich die Katze, gehst du heraus; Und entkömmst du auch ihren Krallen, So drohen auf allen Seiten dir Fallen. Und – thu mir nie nach dem Specke lungern!" – Da fiel Vater Maus begütigend ein: "Geh', Mütterchen, laß das Predigen sein; Im Leben heißt's: wagen oder verhungern."
Dieses Leben, welches jedem von uns zuruft: „Sei ein Mann und folge mir nicht nach, — sondern dir! Sondern dir!“
Lebensbrot Gib es nicht den Vielen, Sie verstehen's selten: Flug zu feinsten Zielen Lassen sie nicht gelten. Plump ins Auge springen Muß, wozu sie drängen, An den Außendingen Bleibt ihr Wille hängen. Messen alle Gabe Nach der Gier der Meisten, Wähnen, alles trabe Nach gemeinem Leisten. Mögen's nie erfassen, Daß die Himmelskronen Sich erringen lassen Nur durch Höllenzonen. Daß ein köstlich Winken, Süß wie Frauenkosen, Mild wie Sternenblinken, Liegt im Absichtslosen. Daß die tiefen Nornen Höchstes ihm erlosen, Dem aus schwarzen Dornen Blühen weiße Rosen. Daß zum seligen Grale Führen mystische Weisen, Aus der Schmerzensschale Lebensbrot zu speisen.