Leben Sprüche – mut
241 Sprüche gefunden
Ohne Dornenhecken rechts und links würden wir nicht auf dem Weg zum Himmel bleiben.
An den Scheidewegen des Lebens ist die erste kleine Pflicht, die sich zeigt, gewöhnlich ein Wegweiser.
Drachenhort Es reift am Lebensbaum in immer neuer Und wechselnder Gestalt wohl manche Frucht, Doch drunter wacht ein mächtig Ungeheuer, Das lauert tückisch, ob der Mensch versucht Nach jenem Schatz die kühne Hand zu heben! Es lächelt hämisch, wenn er kämpft und ringt... O laß die Frucht! Du wirst sie nie erstreben, Weil stets das Ungeheuer sie verschlingt. Die gold'nen Früchte nennt man: Lebensglück, Das Ungeheuer aber Mißgeschick!
Es kommt nur darauf an, das innere Wesen festzuhalten, mit einer Art schonungsloser Kühnheit ins Leben einzugreifen und es auszuleben.
Wer will es wagen, das Werden zu beschreiben? Wer will den Quellen geistigen Lebens und den geheimen Zuflüssen seines Stroms, dem Lauf desselben entlang, nachforschen?
Wer einen schweren Weg gegangen, ging ihn für sich und für uns.
Zum Lebensweg Willst du tapfer schreiten lernen Mußt du nicht nach Himmelsfernen, Sondern auf die Erde schauen, Und dabei nach klugen Frauen.
Man lebt nur einmal! Probier's aus!
Schreckhaft Nachdem er am Sonntagmorgen Vor seinem Spiegel gestanden, Verschwanden die letzten Sorgen Und Zweifel, die noch vorhanden. Er wurde so verwegen, Daß er nicht länger schwankte. Er schrieb ihr. Sie dagegen Erwidert: Nein! Sie dankte. Der Schreck, den er da hatte, Hätt' ihn fast umgeschmissen, Als hätt' ihn eine Ratte Plötzlich ins Herz gebissen.
Mußt dich nie nach andern Leuten richten, geh' nur dreist den selbstgewählten Pfad; keinem Helfer darfst du dich verpflichten, eignem Willen folge, eignem Rat!
Das Leben ist ein Gänsespiel: Je mehr man vorwärts gehet, Je früher kommt man an das Ziel. Wo niemand gerne stehet. Man sagt, die Gänse wären dumm, O glaubt mir nicht den Leuten: Denn eine sieht einmal sich rum, Mich rückwärts zu bedeuten. Ganz anders ist's in dieser Welt. Wo alles vorwärts drücket, Wenn einer stolpert oder fällt. Keine Seele rückwärts blicket.
Jede Straße führt ans End der Welt.
Du hast erst den Kelch des Lebens an die Lippen gesetzt; jetzt betäubt dich der erste Schauer vor der Bitterkeit des Trankes; – herunter damit – die Betäubung wird weichen. Es setzt doch niemand das Glas ab, ehe die Neige geleert ist.
Bleib in den Stiefeln, Mensch! So lange als möglich. Zwackt dich das Podagra an dem einen Fuß, so umwickele die dumme Pfote; aber den Stiefel zieh fernerhin über das gesund gebliebene Glied und tritt fest auf.
Ich habe mein Gepäck im Leben schon drei, vier Mal verloren; man muß sich gewöhnen, es hinter sich zu werfen; weil wir sterben müssen, sollen wir tapfer sein.
Wohin Gott dich stellt, da stehe mit Mut und Vertrauen, und was getan sein muß, das sei dir heilig.
Es ist ein Tasten in der Welt, als wären wir alle abgestürzt und suchten in der Finsternis nach irgendeinem Stützpunkt zum Aufschwung.
Lasset uns tun, was wir können! Für uns sollen diese Prüfungszeiten ohne ihresgleichen – Gnadenzeichen ohne ihresgleichen werden!
Lebensfahrt Ein Lachen und Singen! Es blitzen und gaukeln Die Sonnenlichter. Die Wellen schaukeln Den lustigen Kahn. Ich saß darin Mit lieben Freunden und leichtem Sinn. Der Kahn zerbrach in eitel Trümmer, Die Freunde waren schlechte Schwimmer, Sie gingen unter, im Vaterland; Mich warf der Sturm an den Seinestrand. Ich hab ein neues Schiff bestiegen, Mit neuen Genossen; es wogen und wiegen Die fremden Fluten mich hin und her – Wie fern die Heimat! mein Herz wie schwer! Und das ist wieder ein Singen und Lachen – Es pfeift der Wind, die Planken krachen – Am Himmel erlischt der letzte Stern – Wie schwer mein Herz! die Heimat wie fern!
Das ist der Weg, den alle gehen müssen: über die Seufzerbrücke hinein in die Ewigkeit.
Seltsame Genossen Ist das ein seltsamliches Gewander: Ihr schrittet noch eben vergnügt miteinander durch Wälder und Wiesen und Sonnenschein, du siehst dich um – da gehst du allein. Er blieb zurück am Weggelände, das Wort auf den Lippen, er sprach's nicht zu Ende; ein wunderlich Gebaren, und doch scheint deins verwunderlicher noch. Ganz ruhig gehst des Weges du weiter, hast schnell einen andern vergnügten Begleiter, und fröhlich wieder zieht ihr drein durch Wälder und Wiesen und Sonnenschein. So geht's eine Weile, das seltsame Wandern: Dann kommt es an dich, dann hörst du die andern noch weiter lachen ins sonnige Land, und du bleibst einsam am Wegesrand.