Leben Sprüche – weisheit

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Aus Verbindungen, die nicht bis ins Innerste der Existenz geh'n, kann nichts Kluges werden.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 12. Juli 1786

Der große Tag, das krönende Fest des Lebens kommt, wenn das innere Auge sich der Einheit der Dinge, der Allgegenwart des Gesetzes öffnet; wenn es erkennt, daß alles, was ist, sein muß und sein soll und daß es das Beste ist.

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Das lebendige Leben muß etwas unglaublich Einfaches sein. Und deshalb gehen wir an ihm vorüber, ohne es zu erkennen.

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Alles, was geschieht, gehört in den Plan der ewigen Welt, und ist gut in ihm, soviel weiß ich; was in diesem Plane reiner Gewinn, oder was nur Mittel sei, um ein vorhandenes Übel hinwegzuschaffen, was daher mich mehr oder weniger erfreuen solle, weiß ich nicht.

Fichte, Die Bestimmung des Menschen, 1800. Drittes Buch. Glaube

Das Ewige ist, den blauen Bergen gleich, die Grenze für die Zeitlichkeit, wer aber kraftvoll in der Zeitlichkeit lebt, gelangt nicht zur Grenze.

Kierkegaard, Der Begriff Angst (Begrebet Angest), veröffentlicht unter dem Pseudonym Vigilius Haufniensis (der Hüter Kopenhagens) 1844

Häufig betrachte ich das Leben so wie ein Zuschauer, gleichsam als hätte ich keinen Anteil daran. Und nur bei dieser Betrachtungsweise sieht man es richtig.

Tolstoi, Tagebücher. 1905

Die wesentlichen Dinge des Lebens kommen nicht aus uns selbst, sondern auf uns zu.

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Die zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung bedeutet also nicht eine zunehmende allgemeine Kenntnis der Lebensbedingungen, unter denen man steht. Sondern sie bedeutet etwas anderes: das Wissen davon oder den Glauben daran: daß man, wenn man nur wollte, es jederzeit erfahren könnte, daß es also prinzipiell keine geheimnisvollen unberechenbaren Mächte gebe, die da hineinspielen, daß man vielmehr alle Dinge – im Prinzip – durch Berechnen beherrschen könne. Das aber bedeutet: die Entzauberung der Welt.

Weber, Wissenschaft als Beruf, 1919

...die größte Kunst, die man im Leben lernen muß, ist die Wiedergutmachung von Irrtümern. Eines der Mittel ist, sie einzugestehen.

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Wer über die Dinge des Lebens die besten Beobachtungen angestellt hat, ist im allgemeinen am wenigsten erfolgreich.

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Ein Wendepunkt deines Lebens liegt nicht so sehr in den Ereignissen, als in den nachhaltigen Eindrücken, die deine Empfindungen von ihnen erhalten.

Schaible (Hg.), Geistige Waffen. Ein Aphorismen-Lexikon, 1901

Nichts erschwert uns die Existenz so sehr, als daß wir so häufig an Definitiva glauben ... und daß wir die Zeit damit verlieren, uns eines Irrtums zu schämen, statt ihn einzugestehen und unser Leben einfach neu zu gestalten.

Schnitzler, Der Weg ins Freie, 1908

Lieber spät und richtig als nie und falsch.

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Keiner ist zu jung, zu ungebildet oder zu gering, um nicht ein Schatzkästlein an Lebensregeln zu besitzen.

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Der Wellenschlag der Generationen im Strom des Lebens ist rhythmisch, hat Takt und Periodizität im Zusammenhang mit kosmischem Rhythmus.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Wer lange in bedeutenden Verhältnissen lebt, dem begegnet freilich nicht alles, was dem Menschen begegnen kann; aber doch das Analoge und vielleicht einiges, was ohne Beispiel war.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 3. Buch, 18. Kap. Aus Makariens Archiv

Unser Hauptfehler ist, daß wir unser bißchen Bewußtsein über den Moment zu einem Bewußtsein über alle Zukunft ausdehnen möchten. Keine schönere Naturen, als diejenigen, die sich ohne Dumpfheit und Frechheit in gläubigem Vertrauen ans Leben hingeben.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1844

Und es ist eine große tröstende Wahrheit, auch der Allerelendeste ist fast unter allen Umständen fähig, zu einer alle Bedürfnisse der Menschheit befriedigenden Lebensart zu gelangen.

Pestalozzi, Bruchstück aus der Geschichte der niedrigsten Menschheit, 1778

Gründlich das Leben zu kennen ist des Weisen wichtigste Aufgabe. Gründlich den Tod zu kennen ist der Weisheit letzter Schluß.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Erster Teil. Buch X - Mong Dung Gi. 2. Kapitel: Beschränkung der Beerdigungssitten / Dsiä Sang

Nichts beweist mehr Mangel an Lebensweisheit und Vernunft, als das Verlangen, das ganze Leben solle immer weise und vernunftgemäß sein.

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Das Leben aller müßte so sein, daß man alles voneinander wüßte.

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