Leben Sprüche – weisheit

69 Sprüche gefunden

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Für die Lebensführung brauchen wir Vernunft oder Zügel.

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Niemand geht so rein durch seine Zeit, daß sich ihm nicht Vieles anhängt, was seinem eigentlichen Wesen gar nicht angehört.

Schelling, F. W. J., Briefe. An Atterbom, 28. Januar 1819

Stets kommt eine Altersstufe, auf der das Leben nichts weiter ist, als eine in einem gewissen Lieblingsmilieu ausgeübte Gewohnheit.

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Der Weise lebt sich, der Normalmensch anderen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Das gehört auch zu den Wundern des Lebens, dass die Menschen das Größte, was sie besitzen, wieder vergessen können, auch wenn es ihnen täglich in Riesengestalt vor Augen steht, wie die gotischen Dome, die ihnen wieder entdeckt werden mussten.

Pauly, Aphorismen, 1905

Da das Geistige wie das Materielle wandelbar ist und der Wechsel der Zeiten die Formen, welche das Gewand des äußeren wie des geistigen Lebens bilden, unaufhörlich mit sich rafft, ist das Thema der Geschichte überhaupt, daß sie die zwei in sich identischen Grundrichtungen zeige und davon ausgehe, wie erstlich alles Geistige, auf welchem Gebiete es auch wahrgenommen werde, eine geschichtliche Seite habe, an welcher es als Wandlung, als Bedingtes, als vorübergehendes Moment erscheint, das in ein großes, für uns unermeßliches Ganzes aufgenommen ist, und wie zweitens alles Geschehen eine geistige Seite habe, von welcher aus es an der Unvergänglichkeit teilnimmt.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). I. Einleitung. 1. Unsere Aufgabe

Die ganze Welt war wie eine Auster für mich, aber ich benutzte die falsche Gabel.

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Wenn ihr ein Jahr gelebt und den Wechsel der Jahreszeiten erlebt habt: Winter, Frühling, Sommer, Herbst, dann habt ihr alles gesehen und nichts Neues werdet ihr mehr erblicken.

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Je mehr man lernt, nicht mehr in Augenblicken, sondern in Jahren usw. zu leben, desto edler wird man.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke medizinischer Enzyklopädistik

Wir wissen, wie wir leben sollen, und leben wie zuvor.

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Viele Menschen gehen sicher und unangefochten durchs Leben, weil sie keinen Blick für seine Abgründe haben.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Kraft in der geistigen Welt ist reines Sein und vollkommene Schönheit; denn wo wäre das Schöne, das des Seins beraubt wäre und wo das Sein, das der Schönheit beraubt wäre? Denn wo das Schöne aufhört, da hört auch das Sein auf! Darum ist das Sein begehrenswert, weil es mit dem Schönen identisch ist, und das Schöne so liebenswert, weil es das Sein ist.

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Einzelne Wahrheiten sind nur darum feststehend, weil niemand daran rüttelt.

Weis, Schlaglichter. Aphorismen und Epigramme, 1893

Wahrhaft frei kann nur dasjenige Leben sein, welches über der Zeit sich befindet.

Hoffmann (Hg.), Die Weltalter. Lichtstrahlen aus Franz von Baader's Werken, 1868

Nun kommt es aber in der Praxis des Lebens weit mehr darauf an, daß das Ganzegleichförmigmenschlich gut, als daß das Einzelnezufälliggöttlich sei.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über naive und sentimentalische Dichtung 1795/1796

Das All ist das höchste, kühnste Wort der Sprache und der seltenste Gedanke: denn die Meisten schauen im Universum nur den Marktplatz ihres engen Lebens an, in der Geschichte der Ewigkeit nur ihre eigene Stadtgeschichte.

Jean Paul, Vorschule der Ästhetik nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit, 2. Auflage 1813 (EA: 1804). Erste Abteilung. 1. Programm. Über die Poesie überhaupt. § 2. Poetische Nihilisten

Welche Form auch das menschliche Leben annehme; es sind immer dieselben Elemente, und daher ist es im wesentlichen überall dasselbe, es mag in der Hütte, oder bei Hofe, im Kloster, oder bei der Armee geführt werden.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Die meisten Lebensprobleme werden wie algebraische Gleichungen gelöst: durch ihre Reduzierung auf die einfachste Form.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Dem Erlebenden dehnt sich das Leben.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Aus: Unendliche Zeit

So unbedeutend das einzelne Leben auch ist, so erfährt es doch in jedem Augenblick die Rückwirkung der allgemeinen Angelegenheiten.

Ranke, Zur eigenen Lebensgeschichte, hg. von Alfred Dove, 1890. 3. Dictat vom December 1875

Leben und Tod, Reichtum und Armut bewegen alle Menschen auf das Tiefste.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Vita, mors, divitiae, paupertas omnes homines vehementissime permovent