Leben Sprüche – zeit

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Änderungen und Wechsel sind ewig des Menschen Los.

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Dasein ist Pflicht, und wär’s ein Augenblick!

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 3. Akt, Innerer Burghof, Faust zu Helena

Nach ewigen, ehrnen, Großen Gesetzen Müssen wir alle Unseres Daseins Kreise vollenden.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Aus: Das Göttliche

Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren; es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer stolpern muß. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829, Aus Makariens Archiv

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen, Die Sonne stand zum Gruße der Planeten, Bist alsobald und fort und fort gediehen Nach dem Gesetz, wonach du angetreten. So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, So sagten schon Sibyllen, so Propheten; Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Urworte. Orphisch. Dämon

Und so ist mir das Dasein eine Last, Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Studierzimmer, Faust zu Mephistopheles

Um das Roß des Reiters schweben, Um das Schiff die Sorgen her. Morgen können wir's nicht mehr, Darum laßt uns heute leben!

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Siegesfest, 1804

Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Menschliches Wirken An dem Eingang der Bahn liegt die Unendlichkeit offen, Doch mit dem engesten Kreis höret der Weiseste auf.

Schiller, F., Gedichte. 1797

Unser Leben ist wie eine Handvoll Schnee in der Sommersonne.

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Von Sein zu Sein geht alles Leben über. – Zum Nichtsein ist kein Schritt in der Natur.

Tiedge, C. A., Gedichte. Aus: Urania, 1800

Leben ist eine Bühne, aber das Stück ist schlecht besetzt.

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Wir sind von solchem Stoff wie Traumgebild, und unser kleines Leben umgibt ein Schlaf.

Shakespeare, Der Sturm (The Tempest), Erstdruck 1623

Frühling, Sommer und dahinter gleich der Herbst und bald der Winter – ach, verehrteste Mamsell, mit dem Leben geht es schnell.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

So geht es nun einmal auf der Reise hienieden. Einer nach dem anderen steigt aus, und der Zug saust weiter, bis die Station kommt, wo man selber aussteigen muß.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Sieh dir die einzelnen an, überschaue die Gesamtheit: keiner, dessen Leben nicht auf morgen berechnet wäre. "Was ist denn dabei Schlimmes?" fragst du. Unendlich viel. Denn man lebt nicht, man ist nur immer auf dem Sprunge zu leben. Man verschiebt alles.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 45. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Ein steter Kampf ist unser Leben; glücklich sind die früher, jene später, andere sind es nie.

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Manche rüsten sich ein Leben lang für das Leben und bemerken dabei nicht, daß uns allen das Gift des Werdens als ein todbringendes eingegeben ist.

Epikur, Vatikanische Spruchsammlung (Gnomologium Vaticanum Epicureum). [30]

Morgens die Sonne erwarten, abends die Nacht. Das ist alles.

Altenberg, Was der Tag mir zuträgt. Fünfundfünfzig neue Studien, 1901

Auf der Höhe des Lebens erblickt der Mensch sehr natürlich auch das Ende des Seins. Wer das Beste und Schönste genießt, fühlt eben in dem Augenblick, daß dieser nicht zum zweiten Mal wiederkehren kann.

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Eben so wird die Menge der Abschnitte, die den letzten Teil des Lebens mit mannigfaltigen veränderten Arbeiten auszeichnen, dem Alten die Einbildung von einer längeren zurückgelegten Lebenszeit erregen, als er nach der Zahl der Jahre geglaubt hatte, und das Ausfüllen der Zeit durch planmäßig fortschreitende Beschäftigungen, die einen großen beabsichtigten Zweck zur Folge haben, ist das einzige sichere Mittel, seines Lebens froh und dabei doch auch lebenssatt zu werden.

Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, 1798. Erster Teil. Anthropologische Didaktik