Leben Sprüche – zeit

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Wir gleichen den Lämmern, die auf der Wiese spielen, während der Metzger schon eines und das andere von ihnen mit den Augen auswählt.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 12. Nachträge zur Lehre vom Leiden der Welt

Das fortwährende Dasein des Menschengeschlechts ist bloß ein Beweis der Geilheit desselben.

Schopenhauer, A., Nachlass. Spicilegia (1851)

Es gibt Insekten, die nur einen Tag leben, und doch existiert ihre Gattung immer und immer fort.

Voltaire, Der Mann mit den vierzig Talern (L'Homme aux quarante écus), 1768

Aber damit wird Heraklit ewig recht behalten, daß das Sein eine leere Fiktion ist.

Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889. Die Vernunft der Philosophie

Schade, daß die Zeit zwischen "zu jung" und "zu alt" so kurz ist.

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Das Ewige ist, den blauen Bergen gleich, die Grenze für die Zeitlichkeit, wer aber kraftvoll in der Zeitlichkeit lebt, gelangt nicht zur Grenze.

Kierkegaard, Der Begriff Angst (Begrebet Angest), veröffentlicht unter dem Pseudonym Vigilius Haufniensis (der Hüter Kopenhagens) 1844

Ein schlechtes Leben steht nicht still, es führt sich immer wieder.

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Zwischen Weinen und Lachen schwingt die Schaukel des Lebens. Zwischen Weinen und Lachen fliegt in ihr der Mensch.

Morgenstern, C., Gedichte. In Phanta's Schloss. Aus: Zwischen Weinen und Lachen

Geliehen, nicht geschenkt ist uns das Leben.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Originaltext: Homo vitae commodatus, non donatus est

Allgemeines Menschenlos: Sich bei Kleinigkeiten auf dem Weg zum Tod aufhalten müssen.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Das Leben ist ein ewiges Werden. Sich für geworden halten, heißt sich töten.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1840

Sommerbild Ich sah des Sommers letzte Rose stehn, Sie war, als ob sie bluten könne, rot; Da sprach ich schauernd im Vorübergehn: So weit im Leben ist zu nah am Tod! Es regte sich kein Hauch am heißen Tag, Nur leise strich ein weißer Schmetterling; Doch ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag Bewegte, sie empfand es und verging.

Hebbel, F., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. Hier: entstanden 1844

Es erkennt der Mensch in dem Dasein der Gestirne dasselbe Gesetz und dieselben Wechsel an, welche in seinem kurzen Leben die Zeit des Schlummerns und Wachens, endlich die des Lebens und des Todes bestimmen.

Schubert, Ahndungen einer allgemeinen Geschichte des Lebens, 1806

Ich möchte noch wirken und schaffen und tun und atmen eine Weile, denn um im Grabe auszuruhn, hat's nimmer Not noch Eile.

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Ich muß leben, aber ewig wird es ja wohl nicht mehr dauern.

Fontane, Effi Briest, 1896

Bevor du weißt, was Leben heißt, ist die Hälfte weg zumeist.

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Gehst du langsam durch dein Leben, so wird man dich antreiben; rennst du, so wird man dir ein Bein stellen.

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Das Leben ist ein unabsehbares Feld, wenn man es von vorn ansieht. Und es ist kaum zwei Spannen lang, wenn man am Ende zurückschaut.

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… denn darin besteht das Leben der Welt, daß ein Streben und Erringen und darum ein Wandel ist …

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Das Endliche wird von dem Unendlichen zu nichts, es wird ein reines Nichts.

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Die Natur des Menschen ist nicht so, daß sie immer vorwärts ginge; sie hat ihr Hin und Wieder.

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