Leben Sprüche – zukunft

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Wir quälen uns mit Zukünftigem und Vergangenem.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 5. Brief. Übers. Internet Originaltext: Nos et venturo torquemur et praeterito

Erinnerung bringt die Pein der Furcht zurück, die Voraussicht nimmt sie vorweg; niemand ist unglücklich allein wegen der Gegenwart.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 5. Brief. Übers. Internet Originaltext: Timoris enim tormentum memoria reducit, providentia anticipat; nemo tantum praesentibus miser est

Wenn du betrachtet hast, wie viele dir vorausgehen, bedenke auch, wie viele dir folgen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 15. Brief. Übers. Internet Originaltext: Cum aspexeris quot te antecedant, cogita quot sequantur

Obwohl uns nur ein ungewisses und vergängliches Leben zuteil geworden ist, setze deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 1.19. Übers. Internet Originaltext: Cum dubia et fragilis nobis sit vita tributa, in morte alterius spem tu tibi ponere noli

Weil das ungewisse Leben in ungewissen Gefahren schwebt, betrachte jeden folgenden Tag als Gewinn für dich.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 1.33. Übers. Internet Originaltext: Cum dubia incertis versertur vita periclis, pro lucro tibi pone diem quicumque sequetur

Fronleichnam Von Glockenschall, von Weihrauchduft umflossen, Durchwogt die Straßen festliches Gepränge Und lockt ringsum ein froh bewegt Gedränge An alle Fenster, – deines bleibt geschlossen. So hab auch ich der Träume bunte Menge, Der Seele Inhalt, vor dir ausgegossen: Du merktests kaum, da schwieg ich scheu-verdrossen, Und leis verweht der Wind die leisen Klänge. Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell entschwunden, Und leer und öde liegt die Straße wieder; Nimm dich in acht: mir ahnt, es kommen Stunden, Da du ersehnest die verschmähten Lieder: Heut tönt dir, unbegehrt, vielstimmiger Reigen, Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schweigen.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse, hier 1890

Jeder glückliche Morgen, an dem wir einem neuen Tag entgegensehen, unsere Welt mit unserem Gemüt neu geschenkt umfassen, ist ein innerer Sonnenaufgang mit einem glanzvollen Gestirn und Rosenwolken; und jeder sinkende Tag, an dem unser Herz zusammenfassend über die Welt hinwegblickt, ein solcher Sonnenuntergang. Und zwischen beiden liegt der heitere oder trübe oder gewitterschwangere Himmel unserer Lebenstage.

Pauly, Aphorismen, 1905

Hoffnung erquickt den Armen, Besitz den Geizigen und Tod den Unglücklichen.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Spes inopem, res avarum, mors miserum levat

Morgen wirst du leben? Heute zu leben, Postumus, ist längst zu spät.

Martial, Epigramme, um 101 n. Chr. 5,58. Übers. Internet Originaltext: Cras vives? Hodie iam vivere, Postume, serum est.

Ein kalter Frühling ist für die Natur dasselbe wie für den Menschen eine traurige Jugend; kein später Sonnenschein vermag die Schäden ganz zu heilen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Bei allen Dissonanzen des Lebens mag uns Eines trösten: die Auflösung kann nicht ausbleiben.

Cossmann, Aphorismen, 2. Auflage 1902 (EA: 1898). Menschen, Leben und Welt

Spärlich sind die glänzenden Steine wolkenloser Sommertage in den Jahresgürtel gefügt.

Steinmüller, Die Rhapsodien von der Freude, o.J. (um 1920)

Tragen heißt aufwärts schauen, wenn zu unsern Füßen noch alles im Dunkel liegt.

Steinmüller, Alltägliches im Licht, 1923