Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Es füllt sich ganz das Herz von Zärtlichkeit – Sie ist's, sie steht vor mir. Welch ein Gefühl! Ist es Verirrung was mich nach dir zieht? Ist's Raserei? ist's ein erhöhter Sinn, Der erst die höchste reinste Wahrheit faßt? Ja, es ist das Gefühl, das mich allein Auf dieser Erde glücklich machen kann; Das mich allein so elend werden ließ, Wenn ich ihm widerstand und aus dem Herzen Es bannen wollte.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 5. Akt, 4. Szene, Tasso zur Prinzessin

Sie haben mich bezaubert das letztemal, als ich Sie gesehen habe, und ich habe Sie noch nie mit solcher Glut geliebt, wie ich es jetzt tue. Sicherlich haben Sie mir den Kopf verdreht.

Braunschweig-Lüneburg, S. D., Briefe. An Philipp Christoph von Königsmarck, 1694

Was ist schwerer: zu weilen im fremden Land? Was ist schwerer: allein sein im Waisenstand? Was ist schwerer: der Kummer, so düster, so trüb? Was ist schwerer: die Liebe, die Herzenslieb? – Ich hab sie gewogen, ich wollt es erkunden, Ich habe die Liebe am schwersten befunden.

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Ach wir Armen! Die Jünglinge lieben nicht, wie wir lieben: Wenn Verlangen sie quält, trösten einander sie sich, Suchen Freunde, vertrauen dem Freunde den Kummer der Seele, Suchen Zerstreuung, sehn Auen und Menschen und Kunst. Und wir eingeschlossene, kleinmütige Seelen, Einsam zehren wir uns liebend und sehnend ins Grab.

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So viel Blumen der Acker trägt, So viel Wunden die Liebe schlägt.

Wegeler (Hg.), Philosophia patrum (Die Philosophie der Alten in lateinischen Versen und ihren Übersetzungen), 1869

Aus den Steinen kommt das Wasser Lispelnd hergetrieben; Wer nicht Seufzen noch gelernet, Lernt es überm Lieben.

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Sagen zu können, wie man liebt, heißt wenig lieben.

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Deshalb ist auch nichts flüchtiger, nichts traumhafter, nichts unbeständiger als solch eine erste Liebe; wie selten führt sie zum wahrhaft beglückenden Ziel.

Polko, Unsere Pilgerfahrt von der Kinderstube zum eigenen Herd, 1862

Rosendornen stechen sehr; Falsche Liebe noch viel mehr.

Brentano/Arnim, Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, 3 Bde., 1805-1808

Mein Herz, Versprech ich Ihnen, soll allein und ewig Der Richter meiner Liebe sein.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 4. Akt, 21. Auftritt, Königin zum Marquis von Posa

Ein Fieberparoxysmus fängt mit Frost an und endigt mit Hitze. Beim Liebesparoxysmus ereignet sich das Umgekehrte.

Kästner, Gesammelte poetische und prosaische schönwissenschaftliche Werke, 4 Bde., 1841

Liebeswahnsinn! Pleonasmus! Liebe ist ja schon ein Wahnsinn!

Heine, Atta Troll. Ein Sommernachtstraum, 1847. Caput 19

Nach Frauenglut mißt Männerliebe nicht, wer Liebe kennt und Leben, Mann und Frau.

Grillparzer, Sappho. Trauerspiel in fünf Aufzügen, 1819

Zur Liebe kommst du nicht, solang du hängst am Leben; Du findest mich nicht eh'r, bis du dich aufgegeben.

Rückert, Gedichte. Aus: Angereihte Perlen

Die Liebe ist in allen Dingen gleichsam die Seele und das Auge. In dieser Liebe schließt sich der Lauf der Welt. Liebe ist die volle Wirklichkeit des Guten.

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Ich denke an nichts als an Sie, aber ich kann mich vielleicht noch bekämpfen. Seit den letzten zwei Tagen sehe ich nichts anderes als Sie. All Ihr Reiz, den ich immer gefürchtet habe, ist in mein Herz eingefallen. So sehr, daß ich kaum zu atmen vermag […]. Ich komme Ihnen vielleicht verrückt vor; aber ich sehe Ihren Blick, ich wiederhole mir Ihre Worte […]. Ich habe recht, wenn ich verrückt bin. Ich wäre verrückt, wenn ich es nicht wäre.

Constant, B., Briefe. An Madame Récamier, am 3. September 1814

Ich habe mich oft und lange gegen die Liebe gewehrt; nun hat mich's gepackt, nun will ich auch von keiner Teilung meines Wesens zwischen der Welt und meiner Liebe wissen, nun will ich lieben, nichts als lieben […], bis zum Wahnsinn lieben, Dich, Dich, mein Schatz!

Herwegh, G., Briefe. An Emma Siegmund, seine spätere Frau, am 26. Januar 1843

Es ist ja nicht Liebe, wenn Liebe verläßt.

Herder, Stimmen der Völker in Liedern, 1807 (posthum). Aus: Das Mädchen am Ufer. Englisch

Einer Verlassenen Wir haben deinen tiefen Gram vernommen Und sind in deinen Garten still gekommen, Wir stimmen unsre Saiten mit Bedacht, Erwartend lauscht die laue Maiennacht. Zu deines Ungetreuen Reu und Leide, Zu deiner Nachbarinnen bitterm Neide, Zu deiner Mutter Stolz und stiller Lust, So wollen singen wir aus voller Brust! Zünd an dein Licht, daß unser Lied dich ehre Und vor dem Sternenzelt dein Leid verkläre! Noch gibt's manch Auge, das in Treuen blitzt, Manch Herz, das noch an rechter Stelle sitzt! Wohl selig sind, die in der Liebe leiden, Und ihrer Augen teure Perlen kleiden Die weißen Wangen mehr als Morgentau Die Lilienkelche auf der Sommerau. Die Liebe, die um Liebe ward betrogen, Glänzt hoch und herrlich gleich dem Regenbogen; Zu seinen Füßen, die in Blumen stehn, Da liegen goldne Schüsseln ungesehn.

Keller, G., Gedichte. Buch der Natur. Drei Ständchen

Wir alle hungern nach Menschenliebe, und wenn man hungert, schmeckt auch schlecht gebackenes Brot.

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Das ist ja die Macht der Liebe, daß sie blind vertraut, und gerade die hohen, stolzen Seelen sind am leichtesten zu täuschen.

Habicht, Vor dem Gewitter. Roman, 4 Bde., 1873