Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

5474 Sprüche in dieser Kategorie

"Und geht eines Tages" – fragt man uns höhnisch – "diese Erde in Trümmer, für was war denn dieses Streben nach Vervollkommnung?" – Für uns, für die Menschen, die bis zu jenem Tage, der noch die Kleinigkeit von ein paar Millionen Jahren ausbleiben kann, die Erde bewohnt haben werden. Allerdings ist es nur die Liebe, die einen so erhabenen Gedanken zu fassen vermag. Ist sie verschwunden? Die Liebe, für die es ein Ich oder Du oder Wir nicht gibt, sie ist da; sie wird da sein, solange Menschen wandeln auf Erden, und daß sie im menschlichen Herzen ihren Ursprung hat, macht sie uns nicht weniger wert.

Internet

Liebe zu entbehren – tiefes Leid; keine Liebe erweisen zu können: das tiefste.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Liebe, das ist die gierig quellende Lust am Dasein. Wessen Seele davon erfüllt ist, an dem hat alle Skepsis ihre Macht, das Rätsel des Lebens seinen Sinn verloren. Liebe allein bildet das Leben fort, ist die zeugende Kraft. In Seelen voll Liebe sind alle Leiden in Freuden, alle Fragen in Taten verwandelt und gelöst.

Internet

Um Liebe nur wird Liebe dir gegeben, Und wer mit sprödem Stolz sie will erlangen, Dem ist der Liebe Grundgesetz entgangen, Und er vergeht sich an Natur und Leben.

Internet

Wir haben alle nichts und sind alle – ein jeder von uns – auf die Gnade des andern angewiesen, desjenigen, den wir lieben. Denn Liebe ankert im Grunde und fragt nicht nach dem Glanze der Oberflächen, wo alles Haben sich abspielt.

Internet

Allein die Liebe findet überall einen Weg, durch Feuer, durch Wasser und Nordlandschnee.

Longos von Lesbos, Daphnis und Chloe, 2. oder 3. Jhdt. n. Chr

Die Liebe gibt sich, sie kann sich nicht verkaufen.

Liebknecht, Zu Trutz und Schutz, 1871

Schlußlied Warum ich traure alle Zeit Und wandle allzeit stumm? Ich trag im Herz ein stilles Leid So schwer mit mir herum. Was hilft's, daß ich dem Gram vertrau, Der still mein Herze bricht, Verstehen kannst du's nimmermehr, Und helfen kannst du nicht. Verstehen würdst du nimmermehr Das Leid, das mir geschehn, Ach, die mein Herz gebrochen hat, Kann's selber nicht verstehn.

Storm, T., Gedichte

Schelmenlied Ich lauscht' dem Fink im grünen Haag, Das hat mich so bethöret. Ach, hätt' ich auf den lust'gen Schlag Des Kecken nicht gehöret! Er sang so süß von Lieb' und Glück, Vom Küssen mir ins Ohr – Vom Scheiden kam im ganzen Stück Kein Sterbenswörtchen vor.

Internet

Die Lieb ist unser Gott, es lebet alls durch Liebe: Wie selig wär ein Mensch, der stets in ihr verbliebe!

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

In Leidenschaft fiel tief mein Herz – Sieh, was die Lieb' aus mir gemacht! Ich gab mein Haupt an Streit und Schmerz – Sieh, was die Lieb' aus mir gemacht! Ich weine still in mich hinein, In Blut färbt mich die Liebe ein, Kann nüchtern nicht, verwirrt nicht sein – Sieh, was die Lieb' aus mir gemacht! Bald weh' ich, wie der Wind es tut, Bald staub' ich, wie ein Weg voll Glut, Bald fließ' ich, wie des Wildbachs Flut – Sieh, was die Lieb' aus mir gemacht! Blaß meine Haut, mein Auge weint, Mein Herz zerstückelt und versteint, Erfahren und dem Schmerz geeint – Sieh, was die Lieb' aus mir gemacht! Als armer Yunus wohl bekannt, Von Kopf bis Fuß voll Wundenbrand, Ich schweife fern von Freundeshand – Sieh, was die Lieb' aus mir gemacht!

Internet

So wahr die Sonne scheinet, So wahr die Wolke weinet, So wahr die Flamme sprüht, So wahr der Frühling blüht; So wahr hab' ich empfunden, Wie ich dich halt' umwunden: Du liebst mich, wie ich dich, Dich lieb' ich, wie du mich. Die Sonne mag verscheinen Die Wolke nicht mehr weinen, Die Flamme mag versprühn, Der Frühling nicht mehr blüh'n! Wir wollen uns umwinden Und immer so empfinden: Du liebst mich, wie ich dich; Dich lieb ich, wie du mich.

Rückert, Gedichte. Liebesfrühling, entstanden 1821, Erstdruck 1834

O bleib bei mir Wie die Blümlein draußen zittern in der Abendlüfte Wehn, und du willst mirs Herz verbittern, und du willst von mir nun gehn: O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort. Hab geliebet dich ohne Ende, hab dir nie was Leids getan, und du drückst mir stumm die Hände und du fängst zu weinen an: O weine nicht, o geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort. Ach, da draußen in der Ferne sind die Menschen nicht so gut, und ich gäb für dich so gerne all mein Leben, all mein Gut. O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort.

Internet

Wenn uns Liebe geschenkt wird, so sollten wir wissen, daß wir ihrer gänzlich unwürdig sind. Niemand ist würdig, geliebt zu werden.

Internet

Es findet nicht nur jeder Odysseus seinen Homer, sondern auch jeder Mahomet seine Chadidscha.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Liebe ist ein Beweis von Schwäche, den man einem noch schwächeren Wesen gibt.

Internet

Mädchenrätsel Träumt er zur Erde, wen, Sagt mir, wen meint er? Schwillt ihm die Träne, was, Götter, was weint er? Bebt er, ihr Schwestern, was, Redet, erschrickt ihn? Jauchzt er, o Himmel, was Ist's, was beglückt ihn?

Kleist, H., Gedichte

Die Liebe neigt ihrer Natur nach so sehr zu Verschwiegenheit und Geheimnis, daß man behaupten kann, alles, was nicht geheim und verschwiegen vor sich geht, ist keine Liebe.

Internet

Lern es einmal doch Herz, du bist so alt geworden, Und bist noch so jung, Noch so kindisch jung geblieben, Daß du immer für dein Lieben Noch begehrst Erwiderung. Daß du meinst, für treues Mühen Zieme sich auch Dank, Nicht an still erlittner Plage Allerletztem Leidenstage Noch im Kelch der bittre Trank. Herz, du bist so alt geworden: Lern es einmal doch, Daß du sollst nach bess'rem Lohne, Anderm Kranz und andrer Krone Sänftlich tragen Kreuz und Joch. Sei die Blume, die zertreten, Da sie eben blüht, Wieder grünt und blüht von vornen; Trag am Haupte still die Dornen, Und die Rosen im Gemüt!

Internet

Lieben ist, sich selbst übertreffen.

Internet

Die Frauen lieben lange, ehe sie's gestehen, die Männer lange nicht mehr, wenn sie's noch beteuern.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896