Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Ich kann es nicht vergessen, Geliebtes, holdes Weib, Daß ich dich einst besessen, Die Seele und den Leib. Den Leib möcht ich noch haben, Den Leib so zart und jung; Die Seele könnt ihr begraben, Hab selber Seele genung. Ich will meine Seele zerschneiden, Und hauchen die Hälfte dir ein, Und will dich umschlingen, wir müssen Ganz Leib und Seele sein.

Heine, H., Gedichte. Nachlese

Wenn Wesen zusammenwachsen sollen, sie können es nur an blutenden Wunden.

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Von Erde zu Erde – was soll ich klagen? Hat doch dazwischen so überviel Segen, Sonne Leben und Liebe gelegen.

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Sehr schwärmt manche Dame für platonische Liebe – weniger schon für platonische Liebhaber.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Die Männer lieben, solange kein Grund zur Dankbarkeit da ist.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Sehnsucht nach Liebe ist für manchen eine größere Triebfeder als ihm die Liebe, wenn er sie genießen könnte, sein würde.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wahre Liebe Wahre Liebe kann ja alles, Kann den hohen Himmel stürmen, Und die Sterne niederreißen, Kann im Tal Gebirge türmen, Sie kann Todeswunden schlagen, Sie kann Todeswunden heilen; Aber niemals wird sie lernen: Was sie liebt mit andern teilen.

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Die körperliche Liebe begehrt Wechsel, die geistige dieselbe Person.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O wende nicht dein schönes Aug' von mir, Red' ich von unsrer Liebe Glück mit dir, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O sieh beneidend nicht den Blumen nach, Die früh verblüht von binnen führt der Bach, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O bald, ich fühl's, wirst du gestorben sein, Und lässest dieses arme Herz allein, Dem du sein Alles bist!

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Ein Wort der Liebe So du ein Wort der Liebe hast, Verschließ es nicht im Herzen; Brich es als Blütenzweig vom Ast Zur Kühlung bittrer Schmerzen. Laß es als Friedenshauch sofort Von deinem Munde fließen, Gleich Heimatsgruß, gleich Mutterwort Wird es den Wandrer grüßen. Es ist die Welt des Hasses voll, Es bluten rings die Wunden; Ein Wort, das aus dem Herzen quoll, Macht manch' ein Herz gesunden.

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Jede einseitige Neigung ist ein Irrtum, den wir besiegen müssen. Wir können in diesem Irrtum unsäglich leiden, mag er der Phantasie, oder einer großmütigen Herzensregung, oder einem sinnlichen Wohlgefallen, oder einer Mischung von dem allem entstammen – aber unrettbar verfallen sind wir nur der Empfindung, die zwei Seelen gleichzeitig erfaßt und zueinander zwingt.

Glümer, Frau Domina, 1873

Wenn die Liebe nicht mehr glauben darf, wo ist das Ende des Zweifels? In der Liebe ist das Vertrauen alles; wer nicht vertrauen kann, ganz und ungeteilt und aus vollem, aus vollstem Herzen, der kann nicht lieben. Aber wer getäuscht wird? Die Liebe kann sich niemals in Haß verwandeln, nein! Das kann sie nicht in edlen Herzen. Aber sie kann sich in Verachtung verwandeln: und das ist schlimmer…

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Die Welt ist so schön, wenn man ihre Freuden durch das Prisma der Liebe sieht.

Stahl, Ein weiblicher Arzt, 1863

Und wir, wenn wir tot sein werden, wir beide, wird man von uns sagen: Sie haben weder Zorn noch Neid gekannt. Ihr Leben war ein grüner Pfad, und leise zueinander sprechend, lächelten sie sich stets an.

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Was für eine trostlose Welt würde das geben, wenn die Toten alle Liebe mit sich hinabnähmen in die Gruft! Das wird geschehen, wenn die Erdenuhr ablaufen will, und dann erst wird es recht sein, aber dann werden auch alle Sonnen und Sterne ihre leuchtenden Augen abwenden, es wird dunkel werden und kalt, immer dunkler und kälter – dann wird es recht sein, daß jeder Hunger, jedes Sehnen unter sich geht, daß alle Liebe mit in den Sarg gelegt wird. Dann dürfen auch die letzten Blumen im Garten zu den Totenkränzen gebrochen werden – es wird ja niemand übrigbleiben, der noch seine Lust an ihnen haben könnte.

Raabe, Der Hungerpastor, 1864. 31. Kapitel

Glück Nun sind vor meines Glückes Stimme alle Sehnsuchtsvögel weggeflogen. Ich schaue still den Wolken zu, die über meinem Fenster in die Bläue jagen – Sie locken nicht mehr, mich zu fernen Küsten fortzutragen, Wie einst, da Sterne, Wind und Sonne wehrlos mich ins Weite zogen. In deine Liebe bin ich wie in einen Mantel eingeschlagen. Ich fühle deines Herzens Schlag, der über meinem Herzen zuckt. Ich steige selig in die Kammer meines Glückes nieder, Ganz tief in mir, so wie ein Vogel, der ins flaumige Gefieder Zu sommerdunklem Traum das Köpfchen niederduckt.

Stadler, E., Gedichte. Der Aufbruch, Erstdruck 1914. Stationen

Nicht auf immer kann sich verirren, wer den Pfad inbrünstiger Liebe wandelt; später oder früher, einmal wird er sich wiederfinden, still und ruhig in dem Schoß göttlicher Liebe.

Frenzel, Lucifer. Ein Roman aus der Napoleonischen Zeit, 5 Bde., 1873

Die Liebe eines Weibes, das Lächeln eines Kindes sind dem Manne die Belohnung nach saurer Tagespflicht. Die Liebe, die er für das Weib empfindet, ist sein heiliges Eigentum.

Boy-Ed, Nicht im Geleise. Roman, 2 Bände in einem Band, 1890

Es lieben Frauen oft nur, um zu leben, Weil er geliebt wird nur, liebt oft der Mann; Sie folgen der Natur allmächt'gen Trieben, Bei uns fängt alles von der Selbstsucht an!

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Ein Weib kann nur einen Mann lieben. Hat ihre Seele Raum für ein ähnliches zweites Gefühl, oder sogar für mehrere, so ist sie weiter nichts als eine Abspiegelung, als eine Fata Morgana dieser höchsten und wertvollsten Himmelsgabe.

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Nun liegt die Welt umfangen Von starrer Winternacht, Was frommt's, daß am Kamin ich Entschwundner Lieb gedacht? Das Feuer will erlöschen, Das letzte Scheit verglüht, Die Flammen werden Asche, Das ist das End vom Lied, Das End vom alten Liede, Mir fällt kein neues ein, Als Schweigen und Vergessen – Und wann vergäß' ich dein?

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854