Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Sage mir, Was mein Herz begehrt? Mein Herz ist bei dir. Halt es wert.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, entst. 1814-1819, Erstdruck Cotta, Stuttgart u. Tübingen 1819. Uschk Nameh. Buch der Liebe

Wenn gewisse Leute dem Satan unterstellen, der ersten Frau die Liebe gelehrt zu haben – weshalb sie Liebe auch Sünde nennen – sollte man sie darauf aufmerksam machen, daß der Höllenfürst zu Gott von alters her in durchaus geregelten Beziehungen gestanden hat.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Kein Glück Kein Glück! So hat die Alte mir mit fahlem Lächeln prophezeit, wer in der Liebe Spuren geht, des Weggenoß heißt Herzeleid. Kein Glück! Ich ging durch Klamm und Kluft stieg gipfelauf in Mittagglast und trank der Sonne rotes Blut und mit mir trank der bleiche Gast. Kein Glück! Ich trug den Demantkranz, das Purpurkleid im Märchenschloß, und steh nun doch an Abgrunds Rand – und leise lacht mein Weggenoß.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910

Liebende sprechen meist nur von sich selbst; es ist die Poesie des Egoismus.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Was man an Liebe schenkt, ist niemals verloren.

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Und was ist denn eigentlich Liebe? – Eine unbedingte Anhänglichkeit an einen andern und was sie erstrebt, das ordnet die Anmuth – die stete Begleiterin der Liebe – mit herzgewinnendem Zauber.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Wir wissen von großen Verführern (Heliogabal, Aretino, Casanova, Cagliostro, Marquis de Sade, Abbé Galiani) und großen, meist gekrönten Kurtisanen (Kleopatra, Semiramis, Messalina, Lukrezia Borgia, Katharina, Ninon de Lenclos). Von großen Liebespaaren aber wissen wir nichts. Sie sind ebenso selten wie die Meisterwerke auf allen anderen Gebieten der Kunst.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Mir ist, als bräch aus meinem Herz Ein Strom durchglühter Lavafluten. Ach wüßtest du, wie hinter Scherz So oft die tiefsten Wunden bluten. Wenn ich mit Lachen von dir schied, Wie Blütengelb war das zerstäubt, Und wilder klang das wilde Lied, Das deine Heiterkeit betäubt. Das wilde Lied klang fort und fort, Und nichts von jenem Lachen blieb, Bis ich es fand das milde Wort. Du sagtest einst: »Ich hab dich lieb!«

Ringelnatz, J., Gedichte. 1910

Das Vertrauen liegt tiefer als der Verstand, und es ist eigentlich die Liebe, auf der es beruht; sie ist es, die uns zu dem Freunde hinzieht, durch die wir uns ihm hingeben und vertrauensvoll überlassen.

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Wie du in die Welt liebst, liebt sie dich zurück. Und das Leben ist dankbar.

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Nichts ist heiliger in unserem Dasein als das erste Fühlen der Liebe – jenes erste Bewußtsein einer wundersamen Regung.

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Die Liebe soll Mann und Weib stählen, nicht verweichlichen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wer in der Liebe Spuren geht, des Weggenoß heißt Herzeleid.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910

Jede erste Liebe ist glücklich, – denn sie allein ist gläubig und genügsam.

Polko, Verklungene Akkorde. Gedenkblätter, 1869

O klingender Frühling, du selige Zeit! Und bist du vorüber, uns tut es nicht leid; wir liebten uns gestern, wir liebten uns heut', Wir lieben uns morgen, wir glückliche Leut'! Einst holten wir Burschen die Birke voll Mut, Und zogen zum Dorfe, die Maien am Hut; Da traten die Mädchen aus jeglichem Haus, Wie lachtest du, Herzlieb, verstohlen heraus! Das Fest ging vorüber, da gabst du zur Stund' Die Hand mir zum Drucke, zum Kuß mir den Mund; Mein warst du, o Schatz, und, o Schatz, ich war dein: Wir wollten verbunden in Ewigkeit sein. Und sieh, nicht umsonst stand die Ros' auf der Heid', Ich brachte den Strauß dir, du wonnige Maid; Wir teilten zur Ernte den Tanz und das Lied, Wir schnitten die Trauben und wurden's nicht müd'. Jetzt stürmet der Winter so kalt durch die Welt, Wir können nicht jubeln durch Berge und Feld, Wir sitzen zu Hause, ein Herz und ein Sinn. Im Herzen ist Sommer, blüht Liebe darin. O klingender Frühling, du selige Zeit! Und kehrst du, für ewig vereint sind wir beid': Wir liebten uns gestern, wir lieben uns heut', Wir lieben uns morgen, wir glückliche Leut'!

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Die Liebe hat keine Logik und ist so erfinderisch, und immer noch und nicht umsonst trägt Amor vor den Augen eine Binde.

Hopfen, Verdorben zu Paris, 2 Bde., 1868

Es gibt wenig Liebesbriefe, die nicht Meineide enthalten; natürlich erst später.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Eine leere Stelle Zeig mir eine leere Stelle Doch in deinem Sein, Sonst kann meines Herzens Welle Nicht in dich hinein.

Josephson, Licht im Dunkel. Gedichte und Sprüche, 1902

Liebe ist Bestimmung. Doch hängt ihre Einlösung vom Zufall ab. Der unerlösten Liebespaare sind Legion.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Warm soll das Herz bleiben, feurig in der Liebe, und schöner ist wohl nichts auf Erden als ein grau Haupt über einem warmer Liebe vollem Herzen.

Gotthelf, Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz, 1846/47. Drittes Kapitel: Jakob kömmt nach Basel und kriegt Gift, aber nicht in den Leib

Was waren Frauen Was waren Frauen anders dir als Spiel, Der du dich bettetest in soviel Liebesstunden: Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden, Und niemals fand dein Suchen sich das Ziel. Du strebtest, dich im Hellen zu befreien, Und wolltest untergeh'n in wolkig trüber Flut – Und lagst nur hilflos angeschmiedet in den Reihen Der Schmachtenden, gekettet an dein Blut. Du stiegst, dein Leben höher aufzutürmen, In fremde Seelen, wenn dich eigne Kraft verließ, Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen, Wenn deinen dünnen Traum der Tag durchstieß.

Stadler, E., Gedichte. Der Aufbruch, Erstdruck 1914. Die Flucht