Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Nur indem der Liebende eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Gegenstand seiner Liebe annimmt, vermag er der Geliebten zu gefallen.

Helvetius, Vom Geist (De l'esprit), 1758, sein Hauptwerk, wurde als staats- und religionsgefährdend öffentlich verbrannt; neue Ausgabe 1843

Liebe In kindlicher Seele erdämmert die Liebe, wie Grünes der Erde im Frühling entkeimt. Im Herzen der Jungfrau da knospet die Liebe, von künftiger Herrlichkeit sinnend sie träumt. Bis daß sie im Herzen des Weibes entfaltet zu üppigster Blüte berauschend erprangt. Im Herzen der Mutter zur edelsten Reife, zur Krone des Alls, zur Vollendung gelangt.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910

Widmung (An A.L.) Wenn grauenhaft Dir meine Verse scheinen Und ungelenk und wüst, o so verzeih'! Du weißt es ja, es ist mit mir vorbei, Und hast Du Lust, so kannst Du mich beweinen. Dir lagen offen meiner Seele Schlünde, Du hast mein reines Wollen ganz gesehn, Du sahst auch dann mein Ich zu nichts vergehn, Zuerst im Elend, dann im Rausch der Sünde. Nimm diese Verse denn als Liebeszeichen, Als letztes wehmutsvolles Grüßen an, Von einem seelensiechen, armen Mann, Der Alles oder gar nichts wollt' erreichen.

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Meiner Frau In deinem Zimmer fand ich meine Stätte. In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin. Ich liege tagelang in deinem Bette Und schmiege meinen Körper an dich hin. Ich fühle Tage wechseln und Kalender Am Laken, das uns frisch bereitet liegt. Ich staune manchmal still am Bettgeländer, Wie himmlisch lachend man die Zeit besiegt. Bisweilen steigt aus fernen Straßen unten Ein Ton zu unserm Federwolkenraum, Den schlingen wir verschlafen in die bunten Gobelins, gewirkt aus Küssen, Liebe, Traum.

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Ein Herz, das in Liebe zu deinem Herzen hält Ein Stückchen sinkender Mond Schaut über den Ackerrand, Als vergräbt den Mond Eine unsichtbare Hand. Weit ins Land Hängt Stern bei Stern in der Luft, Und sie alle sinken bald Wie der Mond in die Ackergruft. Wo am Tage die Wege, Berge und Brücken winken, Hocken Laternen im Dunkel, Die wie kleine Spiegel blinken. Sie alle verlöschen Und brennen nur ihre Zeit, Dunkelheit aber steht hinter den Dingen Und läßt nichts erkennen, Als ein dunkles Kommen, Vorüberrennen und Dingebenennen. Und kein Tag Und kein Licht kann frommen; Nie wird die Dunkelheit Der Welt ganz fortgenommen. Nur ein Herz, Das in Liebe zu deinem Herzen hält, Nimmt von dir Die Dunkelheit der ganzen Welt.

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Die Lieb' versüßet jede Plage, Ihr opfert jede Kreatur.

Schikaneder, Die Zauberflöte (Libretto), 1791

Nur gänzliches Sichhingeben ist Befreiung seiner selbst, allerdings gibt man sich zugleich damit auf.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Auch in der Liebe fällt kein Meister vom Himmel. Aber nie wird eine Frau ein Mädchen lehren. Eine große Amoureuse wird es durch den Mann.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Frauen haben sich in Liebesdingen nichts zu sagen.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Aus deiner Liebe ... Aus deiner Liebe kommt mir solch ein Segen, Sie macht mein Herz so sorglos und so fest, Ich kann so ruhig mich drin niederlegen, Wie sich ein Kind dem Schlafe überlässt. Ich geh dahin von Zuversicht getragen, Seit neben deiner meine Seele schweift; So, wie man wohl an schönen Sommertagen Durch reife Ährenfelder sinnend streift. Da gleiten sanft die Finger über Blüten Und Halme hin, wie eine Mutter pflegt, Und alles Leben möchte man behüten, Das seine heil'ge Saat zum Lichte trägt.

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Die Liebe ist das Beste, was wir haben auf dieser Erde. Und gerade aus ihr kommt unser größtes Leid.

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Ach seht wie im Winde die Linde nun zittert, ihr Laub vor dem Walde zu Balde verwittert. Und klag auf der Heide mit Leide man übet so hat mir die Minne die Sinne betrübet. Ach, sehnende Leiden bescheiden mit Sorgen die muß ich ertragen ohn Klagen verborgen Die stets mir verholen gestohlen den Schlummer die läßt mich vergehen in Wehen und Kummer Oh gnädig erscheine du Reine mir Armen und laß Dich die Schmerzen von Herzen erbarmen Den Geist mir entbinde geschwinde vom Leide aus wogendem Feuer dein Steuer mich scheide

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Wo kein Gift im Herzen ist, sondern harmlose Liebe, da blühen sonder Kunst und Geld wie auf freier Wiese tausend Blumen, tausend Freuden auf dem Lebensacker.

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Vöglein, wohin so schnell? »Nach Norden, nach Norden! Dort scheint die Sonne nun so hell, Dort ist's nun Frühling worden.« O Vöglein mit den Flügeln bunt, Und wenn du kommst zum Lindengrund, Zum Hause meiner Lieben, Dann sag' ihr, daß ich Tag und Nacht Von ihr geträumt, an sie gedacht, Und daß ich treu geblieben. Und die Blumen im Tal Grüß' tausend, tausendmal!

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lieder als Intermezzo, 16.

Die Großmutter wunderte sich oft darüber, daß sie mit mir so freundlich seien; sie wußte nicht, daß eigentlich jeder Mensch Liebe in der Brust hat, auch wenn sie hart wie Felsen scheint; daß in der Tat viele Menschen die Liebe nicht zeigen können, gewöhnlich weil sie in der Jugend zurückgedrängt worden.

Gotthelf, Der Bauern-Spiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf, 1837. Meine Kindheit

Große Seelen macht die Liebe größer.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 4. Akt, 5. Auftritt, Carlos

Daß wir uns gebunden fühlen mit der steten Sehnsucht nach Freiheit – und daß wir zu binden versuchen, ohne die Überzeugung unseres Rechts dazu, das ist es, was jede Liebesbeziehung so problematisch macht.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Liebe und Treue bestehen aber nur zwischen Herzen und Herzen, nicht zwischen Geld und Geld, nicht zwischen Wollust und Wollust, nicht zwischen Hochmut und Hochmut, am allerwenigsten zwischen Eitelkeit und Eitelkeit.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39. 19. Kapitel: Etwas vom Wesen und Treiben der Liebe, und wie es sich bei mir gestaltet

Sich lieben und verstehen ist selten und doch kann und wird wahre Liebe nur bestehen, wenn man sich gegenseitig versteht.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Wer Liebe nimmt, ohne Liebe wieder geben zu können oder zu wollen, ist ein Betrüger von der gefährlichsten Art.

Eberhard, Gesammelte Erzählungen, 4 Bde., 1802-1807. Erster Band

Die wahre Liebe fängt in der anderen Person an und hört in der anderen Person auf; sie ist eine Art von Nächstenliebe.

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