Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Ich werde dein sein, wie deine Seele, und wenn ich vor keinem Sterblichen mich beuge, so will ich's und werd ich's ewig vor dir.

Hölderlin, F., Briefe. An Neuffer, 25. August 1794

Es gibt keine häßliche Liebe und keine schönen Gefängnisse.

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Weil ich dich genommen habe, so muß ich dich jetzt haben, und weil ich dich haben muß, so will ich dich lieber gerne haben!

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Von wo ich auch kommen mag, wann mein Fuß den Weg zu dir einschlägt, dann und nur dann gehe ich »heim«.

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Wie eine süße Melodie uns in die Höhe hebt, unsern Sorgen und Schmerzen eine weiche Wolke unterbaut, so ist mir dein Wesen und deine Liebe.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 25. August 1782

Sieghafte Lust In deinem Arm, an deinem Herzen – O sag', was hat die Erde noch? Und brächte sie mir tausend Schmerzen Nach diesem Tag, ich jauchzte doch! Und gilt es, durch die Dunkelheiten Der letzten, großen Nacht zu gehn: Der Schimmer dieser Seligkeiten Wird leuchtend überm Wege stehn!

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Liebe ist wie ein Strom, nicht aufzuhalten, aber leicht in ein anderes Bett zu leiten.

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Möchte rollend das Blut aller Verliebten sein Ich möchte mir Freuden wie aus roten Steinbrüchen brechen, Möchte Brücken schlagen tief in die Wolken hinein; Möchte mit Bergen sprechen wie Glocken in hohen Türmen, Wie Laubbäume ragen und mit den Frühlingen stürmen Und wie ein dunkler Strom der Ufer Schattenwelt tragen. Fiel gern als Abenddunkel in alle Gassen hinein, Drinnen Burschen die Mädchen suchen und fassen. Möchte rollend das Blut aller Verliebten sein Und von Liebe und Sehnsucht niemals verlassen.

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Den Frauen Ihr richtet streng, der Sitte heil'ge Vehm', Und schleudert auf mein Haupt das Anathem! Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen Und schlagen an die Brust, so tugendreich: Ich fühl' es mächtig in dem tiefsten Herzen, Daß meine Sünde eurer Tugend gleich. Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn, Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn; Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln, Gefühle still durch eure Seele ziehn; Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln, Der Liebe Wünsche leis' vorüberfliehn! Quält euch ein flammend Sehnen fessellos, Mögt ihr entsagen stolz und seelengroß; Mögt still verzehren eure heiße Jugend, Auskämpfen ritterlich den heil'gen Krieg, Und mit dem Vollmachtsbriefe eurer Tugend Dem Tod, der Hölle nehmen ihren Sieg! Ich achte dennoch eure Tugend nicht, Verwerfe kühn eu'r heiliges Gericht! Seid des Gesetzes Hort, der Sitte Rächer, Des frommen Glaubens treuer Genius! Es lebt ein heil'ger Geist auch im Verbrecher. Der Freie sündigt, weil er sünd'gen muß! Das Leben auch verlangt sein mächtig Recht, Verlaßt des starren Wortes todten Knecht; Aus edlem Feuer flossen meine Sünden, Aus Drang des Herzens, glüh'nder Leidenschaft. Für sie würd' ich schon hier Vergebung finden, Die Zeugen meines Werthes, meiner Kraft. Entsagen ist der Nonne Stolz und Ruhm, Beglücken ist des Weibes Heiligthum, Ihr wollt mühsam die Ewigkeit ergründen, Mir lächelt sie aus jedem Augenblick; Ihr wollt das Glück in eurer Tugend finden, Ich finde meine Tugend nur im Glück. Wenn mich der Liebe Flammen heiß umsprühn, Will ich in sel'gem Feuertod verglühn; Doch aus den Gluthen steig' ich neugeboren, Wie sich der Phönix aus der Asche schwingt, Geläutert ward mein Wesen – nicht verloren, Zu neuem, heil'gem Liebesglück verjüngt.

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Auf ein Frollein Gott Amor zieht die Pfeile aus dem Köcher, er schießt. Ich bleib betroffen stehn. Und du machst so verliebte Nasenlöcher ... Da muß ich wohl zum Angriff übergehn. »Gestatten Sie ... !« Du kokettierst verständig. Dein Auge prüft den dicken Knaben stumm. Der ganze Kino wird in dir lebendig, du wackelst vorn und wackelst hinten rum. In deinem Blick sind alle Bumskapellen der Sonnabendabende, wo was geschieht. Ich hör dich Butterbrot zum Aal bestellen – Gott segne deinen lieben Appetit! Ich führ dich durch Theater und Lokale, durch Paradiese in der Liebe Land; du gibst im Auto mir mit einem Male die manikürte, kleine, dicke Hand. Aus weiten Hosen seh ich dich entblättern, halb keusche Jungfrau noch und halb Madame. Ich laß dich sachte auf die Walstatt klettern ... Du liebst gediegen, fest und preußisch-stramm. Und hinterher bereden wir im Dunkeln die kleinen Kümmernisse vom Büro. Durch Jalousien die Bogenlampen funkeln ... Du mußt nach Haus. Das ist nun einmal so. Ich weiß. Ich weiß. Schon will ich weiterschieben –. Ich weiß, wie die berliner Venus labt. Und doch: noch einmal laß mich lieben dich wie gehabt.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 04.05.1922, Nr. 18 (Theobald Tiger), wieder in: Mit 5 PS, 1928

Daß du liebst, ist nichts Besonderes. Daß man dich liebt, ist schon etwas. Daß du liebst und daß man dich liebt, ist das Höchste.

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Todte Freundschaft Es ist vorbei – auch dieser Traum ist aus, Auch diesen Kelch hat leer das Herz getrunken, Auch dieser Stern ist in den Staub gesunken – Hinweg, hinweg – es führt in dieses Haus Kein Gott mich mehr zurück! Weh' euren Banden – Ihr habt mich nie geliebt und nie verstanden! Warum denn locktet ihr mich falsch hinein, Warum habt meine Seele ihr gebettet Auf des Vertrauens Pfühl, bis sie gekettet Sich an euch fest mit ihrem ganzen Sein? Warum? Da eure Zungen dann bekannten – Daß ihr mich nie geliebt und nie verstanden! War ich ein Spielzeug nur in eurer Hand, Ein Zeitvertreib, den Geist euch zu ergetzen? Ihr labtet euch an meines Herzens Schätzen, Dann warfet achtlos ihr es in den Sand; Sprecht, ob von Schaam nicht eure Stirnen brannten – Die ihr mich nie geliebt und nie verstanden! Ich gehe – nimmer mißt zurück mein Fuß Die Straße – gehe sonder Muth und Glaube; Entrüstung hebt empor mich aus dem Staube, Allein es starb der Freundschaft Genius. Euch ist nur Wahn, was andre wahr empfanden – Mich habt ihr nie geliebt und nie verstanden!

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Abschied Nun sind sie vorüber, jene Stunden, Die der Himmel unsrer Liebe gab, Schöne Kränze haben sie gebunden, Manche Wonne floß mit ihnen ab. Was der Augenblick geboren, Schlang der Augenblick hinab, Aber ewig bleibt es unverloren, Was das Herz dem Herzen gab.

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Erst mit der Liebe kommt Klang in die Menschensprache.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Ich liebe dich… Ich reiße dich aus meinem Herzen, Aus meinem Leben reiß ich dich, Denn wie ein heimlich schleichend Fieber Zehrst du an mir und tötest mich. In jedem Tag, in jede Stunde Schleicht dein geliebtes Bild sich ein, Und ob ich zitternd dir entfliehe In Lust und Lärm – du holst mich ein. Mein eigen Blut hat sich verschworen, Mit dir im Bunde gegen mich – Es braust und tobt mir in den Adern: "Ich liebe dich… ich liebe dich."

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900

Wenn wir lieben Wenn wir lieben, sind wir zeitlos, Liegen bei den tiefsten Feuern, Sehen dann von Ferne bloß, Daß die Lebensstunden sich erneuern. Werden wie die Gottheit groß, Fühlend in die Höhen, Tiefen, Breiten, Wissend alles, was vorüberfloß An den Quellen der Unendlichkeiten. Wissend, liebend jed' Geschehen, Mitgenießend alles, was die Welt genoß, Sehend, ohne mit dem Aug' zu sehen, Untergehend und bestehend Schoß im Schoß.

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Was zu der Liebe Preis ich je ersann, verstummte, als die Liebe selbst begann.

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Man muß sich lieben machen, denn die Menschen sind nur gegen Die, welche sie lieben, gerecht.

Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen, übersetzt von Franz Graf von Pocci, München 1851

Ist nicht die Dämmerung die Zeit der Märchen; ist nicht die Zeit der jungen Liebe die Zeit des Traumes?

Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse, 1857

Der großen Liebe des Herzens ist das Begehren nicht mehr das Wichtigste.

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Alles in dir Du lehrest mich die Lieder singen, Du hauchest den Gesang mir ein, Du leihst der Seele höhre Schwingen; Wer giebt mir Lieder? du allein. In dir empfind' ich nur das Leben, Du rufst die Seele aus dem Nichts, Du giebst mir Glauben, giebst mir Streben, Trägst mich hinauf in's Reich des Lichts. O sage mir, mein hoher Meister, Was ich dir opfernd weihen mag! Im unermessnen Reich der Geister Zieht dir, nur dir mein Wesen nach. Befiehl, ich gehe in's Verderben, In Nacht und Graus und Tod hinein; Dir will ich tausend Tode sterben, Du giebst mir tausendfaches Sein.

Branco (i. e. Dilia), Lieder, 1848