Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Jägers Abendlied Im Felde schleich' ich still und wild, Gespannt mein Feuerrohr. Da schwebt so licht dein liebes Bild, Dein süßes Bild mir vor. Du wandelst jetzt wohl still und mild Durch Feld und liebes Tal, Und ach, mein schnell verrauschend Bild, Stellt sich dir's nicht einmal? Des Menschen, der die Welt durchstreift Voll Unmut und Verdruß, Nach Osten und nach Westen schweift, Weil er dich lassen muß. Mir ist es, denk ich nur an dich, Als in den Mond zu seh'n; Ein stiller Friede kommt auf mich, Weiß nicht, wie mir gescheh'n.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Ein Schleier, Halstuch, Strumpfband, Ringe Sind wirklich keine kleinen Dinge, Allein, mir sind sie nicht genug.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Die Reliquie

Soll ich dich gleich, Geliebte, missen, Wirst du mir doch nicht ganz entrissen: Zu seh'n, zu tändeln und zu küssen Bleibt mir der schönste Teil von dir. Gleich ist des Haar's und mein Geschicke: Sonst buhlten wir mit einem Glücke Um sie, jetzt sind wir fern von ihr.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Die Reliquie

Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, Bald Helenen in jedem Weibe.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Hexenküche, Mephistopheles leise zu Faust

Wer von der Arbeit müde, Läßt gern den Mädchen Friede. Und wer noch obendrein nichts weiß, Der denkt an nichts, den macht nichts heiß; So geht's den Bauern meist.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Kinderverstand

Beseelte Gott den Vogel nicht mit diesem allmächtigen Triebe gegen seine Jungen, und ginge das Gleiche nicht durch alles Lebendige der ganzen Natur, die Welt würde nicht bestehen können. So aber ist die göttliche Kraft überall verbreitet und die ewige Liebe überall wirksam.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 29. Mai 1931

Ohne dich, Liebste, was wären die Feste? Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? Wärst du mein Schatz nicht, so möcht' ich nicht tanzen, Bleibst du es immer, ist Leben ein Fest.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder. Aus Wechsellied zum Tanze

Wie bebt von deiner Küsse Menge Ihr Busen und ihr voll Gesicht; Zum Zittern wird nun ihre Strenge, Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht. Schnell hilft dir Amor zu entkleiden Und ist nicht halb so schnell als du; Dann hält er schalkhaft und bescheiden Sich fest die beiden Augen zu.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Hochzeitslied

Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde, Der deiner Gäste Lärm verjagt; Wie glühst du nach dem schönen Munde, Der bald verstummt und nichts versagt. Du eilst, um alles zu vollenden, Mit ihr ins Heiligtum hinein; Das Feuer in des Wächters Händen Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Hochzeitslied

Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet, und das ist mehr.

Goethe, J. W., Erzählungen. Unterhaltungen deutscher Ausgewandeter, 1795. Das Märchen

Es ist doch nichts besser, als wenn man sich liebt und zusammen ist.

Goethe, J. W., Briefe. An Christiane Vulpius, 8. September 1792

Es ist was Schönes, sein eigenes Bild im liebenden Auge zu erblicken.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 3. Buch, 17. Kap.

Das Leben ist die Liebe Und des Lebens Leben Geist.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, Buch Suleika,

Nähe des Geliebten Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer Vom Meere strahlt; Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer In Quellen malt. Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege Der Staub sich hebt; In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege Der Wandrer bebt. Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen Die Welle steigt. Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen, Wenn alles schweigt. Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne, Du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne. O wärst du da!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Sie umarmt ihn lächelnd stumm, Und sein Mund genießt der Stunde, Die ihm güt'ge Götter senden, Hüpft vom Busen zu dem Munde, Von dem Munde zu den Händen, Und ich [Schmetterling] hüpf' um ihn herum.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

Die Mängel erkennt nur der Lieblose; deshalb, um sie einzusehen, muß man auch lieblos werden, aber nicht mehr, als hiezu nötig ist.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829. Betrachtungen im Sinne der Wanderer

Dieses ist das erste Vorgefühl des Ewigen: Zeit haben zur Liebe.

Rilke, Tagebücher. Schmargendorfer Tagebuch, 1898

Du gingst, ich stund und sah zur Erden Und sah dir nach mit nassem Blick. Und doch, welch Glück, geliebt zu werden, Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Aus: Willkommen und Abschied (frühe Fassung)

Woher sind wir geboren? Aus Lieb'. Wie wären wir verloren? Ohn' Lieb'. Was hilft uns überwinden? Die Lieb'. Kann man auch Liebe finden? Durch Lieb'. Was läßt nicht lange weinen? Die Lieb'. Was soll uns stets vereinen? Die Lieb'.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese

Sie ist vollkommen, und sie fehlet Darin allein, daß sie mich liebt.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Ich bin genügsam und genieße Schon da, wenn sie nur zärtlich lacht, Wenn sie bei Tisch des Liebsten Füße Zum Schemel ihrer Füße macht, Den Apfel, den sie angebissen, Das Glas, woraus sie trank, mir reicht Und mir bei halb geraubten Küssen Den sonst verdeckten Busen zeigt.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss