Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Daß unsrer Glut die Zeit nicht schade, Räumt sie kein Recht aus Schwachheit ein, Und ihre Gunst bleibt immer Gnade, Und ich muß immer dankbar sein.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Ich, der ich diese Kunst verstehe, Ich habe mir ein Kind gewählt, Daß uns zum Glück der schönsten Ehe Allein des Priesters Segen fehlt.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Empfinde, Jüngling, und dann wähle Ein Mädchen dir, sie wähle dich, Von Körper schön und schön von Seele, Und dann bist du beglückt wie ich!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Ein Blick von dir, ein Wort mehr unterhält Als alle Weisheit dieser Welt.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Garten, Faust zu Margarete

Wenn ich dich liebhabe, was geht's dich an!

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 4. Buch, 9. Kap., Philine zu Wilhelm

Ich gehe zu den liebsten besten Menschen, aber warum von Ihnen?

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte Buff, 11. September 1772

Laß nur füreinedich entzünden, Und ist ihr Herz von Liebe voll, So laß die Zärtlichkeit dich binden, Wenn dich die Pflicht nicht binden soll.

Goethe, J. W., Gedichte. Aus: Der wahre Genuß

Herz, mein Herz, was soll das geben? Was bedränget dich so sehr? Welch ein fremdes neues Leben! Ich erkenne dich nicht mehr. Weg ist alles, was du liebtest, Weg, worum du dich betrübtest, Weg dein Fleiß und deine Ruh – Ach, wie kamst du nur dazu? Fesselt dich die Jugendblüte, Diese liebliche Gestalt, Dieser Blick voll Treu und Güte Mit unendlicher Gewalt? Will ich rasch mich ihr entziehen, Mich ermannen, ihr entfliehen, Führet mich im Augenblick, Ach, mein Weg zu ihr zurück. Und an diesem Zauberfädchen, Das sich nicht zerreißen läßt, Hält das liebelose Mädchen Mich so wider Willen fest; Muß in ihrem Zauberkreise Leben nun auf ihre Weise. Die Verändrung, ach, wie groß! Liebe! Liebe! laß mich los!

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 4. Teil, 1821-1831. 17. Buch

Sei ohne Tugend, doch verliere Den Vorzug eines Menschen nie! Denn Wollust fühlen alle Tiere, Der Mensch allein verfeinert sie.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, Aus: Der wahre Genuss

Schauer, der das Herze fühlen, Der die Seele schmelzen macht, Flüstert durchs Gebüsch im Kühlen. Welche schöne, süße Nacht! Freude! Wollust!kaum zu fassen! Und doch wollt' ich, Himmel, dir Tausend solcher Nächte lassen, Gäb mein Mädcheneinemir

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Die Nacht

Liebe will ich liebend loben, Jede Form, sie kommt von oben.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827

Was man erfindet, tut man mit Liebe, was man gelernt hat, mit Sicherheit.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft

Das Schicksal sorgt für die Liebe, und um so gewisser, da Liebe genügsam ist.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 1. Buch, 16. Kap.

Kein Mißbilligen, kein Schelten Macht die Liebe tadelhaft.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Inschriften, Denk- und Sendeblätter

Wer im stillen um sich schaut, Lernet, wie die Lieb' erbaut.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan. Buch der Betrachtungen, hier aus: Märkte reizen dich zum Kauf

Verschämte Lieb', ach! sie verrät sich schnell Wie Blutschuld: ihre Nacht ist sonnenhell.

Shakespeare, Was ihr wollt (Twelfth Night, or What You Will), Erstdruck 1623. 3. Aufzug, 1. Szene, Olivia

Die Lieb' hält Maß, die Lust hat nie genug; Die Lieb' ist Wahrheit ganz, die Lust ganz Lug.

Shakespeare, Venus und Adonia (Venus and Adonis), 1593

Lesebuch Wunderlichstes Buch der Bücher Ist das Buch der Liebe; Aufmerksam hab ich's gelesen: Wenig Blätter Freuden, Ganze Hefte Leiden; Einen Abschnitt macht die Trennung. Wiedersehn! ein klein Kapitel, Fragmentarisch. Bände Kummers Mit Erklärungen verlängert, Endlos, ohne Maß.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan. Buch der Liebe

Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer Und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab', Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verrückt, Mein armer Sinn Ist mir zerstückt. Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer Und nimmermehr. Nach ihm nur schau' ich Zum Fenster hinaus, Nach ihm nur geh' ich Aus dem Haus. Sein hoher Gang, Sein' edle Gestalt, Seines Mundes Lächeln, Seiner Augen Gewalt, Und seiner Rede Zauberfluß, Sein Händedruck, Und ach sein Kuß! Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer Und nimmermehr. Mein Busen drängt Sich nach ihm hin. Ach dürft' ich fassen Und halten ihn, Und küssen ihn, So wie ich wollt', An seinen Küssen Vergehen sollt'!

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Gretchens Stube, Gretchen mit sich allein

So ist es die allmächtige Liebe, Die alles bildet, alles hegt.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 5. Akt, Bergschluchten, Pater Profundus

Erster Verlust Ach, wer bringt die schönen Tage, Jene Tage der ersten Liebe, Ach, wer bringt nur eine Stunde Jener holden Zeit zurück! Einsam nähr' ich meine Wunde, Und mit stets erneuter Klage Traur' ich ums verlorne Glück. Ach, wer bringt die schönen Tage, Jene holde Zeit zurück!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Lieder