Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Nimm an, es gäbe einen Himmelsherrn; so wollen wir von ihm für einst erflehn: er lasse uns auf irgendeinem Stern als einen Strauch voll Rosen auferstehn. Ich will die Wurzel sein, Du sei der Strauch, ich will die Zweige sein, Du sei das Blatt, ich sei die Rose, Du sei ihr Arom. So ineinander unaufhörlich satt, so eins in jeder Faser, jedem Hauch, sei unser Leben dann Ein Dankesstrom.

Morgenstern, C., Gedichte. Ich und Du, 1911

Liebt das, was ihr zum zweiten Mal nie wiedersehen werdet.

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An der einen Seite zieht mich die Liebe, an der anderen die Logik.

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Wen die Liebe ergreift, der ist ihr verfallen […] Und wenn sie kommt, ist sie uns stets willkommen, gleichgültig, ob sie tötet oder nicht.

Galsworthy, Jenseits (Beyond), 1917

Doch du bist fern Doch du bist fern, und meine Jugend muß Von dir vereinzelt in sich selbst verlodern; Ich kann dir nicht, wie meine Brust begehrt, Das Höchste geben und das Höchste fordern. Kaum darf ich hoffen, daß die späte Zeit Noch unsre welken Hände mög vereinen, Damit wir das verlorne Jugendglück Vereinigt, doch vergebens dann beweinen.

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Schlußseufzer Hab' manches Land durchmessen müssen, Verstürmte Sehnsucht im Gemüt, Und wurde früh in puncto Küssen Begeisterter Kosmopolit. Doch internationales Lieben Greift eine deutsche Wade an. Ich wollt', ich wär' daheim geblieben Als wohlrasierter Bürgersmann!

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Die Frau spricht 2. Eine Frau denkt Mein Mann schläft immer gleich ein … oder er raucht seine Zeitung und liest seine Zigarre … Ich bin so nervös . . . und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil. Man gibt ihnen so viel, wenigstens zu Beginn. Sie sind es nicht wert. Sie glauben immer, man müsse hochgeehrt sein, weil man sie liebt. Ob es das wohl gibt: ein Mann, der so nett bleibt, so aufmerksam wie am ersten Tag, wo er einen nahm …? Einer, der Freund ist und Mann und Liebhaber; der uns mal neckt, mal bevatert, der immer neu ist, vor dem man Respekt hat und der einen liebt … liebt … liebt … ob es das gibt? Manchmal denke ich: ja. Dann sehe ich: nein. Man fällt immer wieder auf sie herein.[100] Und ich frage mich bloß, wo diese Kerls ihre Nerven haben. Wahrscheinlich … na ja. Die diesbezüglichen Gaben sind wohl ungleich verteilt. So richtig verstehen sie uns nie. Weil sie faul sind, murmeln sie was von Hysterie. Ist aber keine. Und wollen wir Zärtlichkeit, dann haben die Herren meist keine Zeit. Sie spielen: Symphonie mit dem Paukenschlag. Unsere Liebe aber verzittert, das ist nicht ihr Geschmack. Hop-hop-hop – wie an der Börse. Sie sind eigentlich nie mehr als erotische Statisterie. Die Hauptrolle spielen wir. Wir singen allein Duett, leer in der Seele, bei sonst gut besuchtem Bett. Mein Mann schläft immer gleich ein, oder er dreht sich um und raucht seine Zigarre. Warum? Weil … Und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Die Frau spricht (II), in: Die Weltbühne, 17.12.1929, Nr. 51 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Liebe! Welch gigantisches Gedächtnis hast du!

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Vorüber! O darum ist der Lenz so schön Mit Duft und Strahl und Lied, Weil singend über Tal und Höhn So bald er weiter zieht; Und darum ist so süß der Traum, Den erste Liebe webt, Weil schneller wie die Blüt' am Baum Er hinwelkt und verschwebt. Und doch! Er läßt so still erwärmt, So reich das Herz zurück; Ich hab' geliebt, ich hab' geschwärmt, Ich preis' auch das ein Glück. Gesogen hab' ich Strahl auf Strahl Ins Herz den kurzen Tag; Die schöne Sonne sinkt zu Tal. Nun komme, was kommen mag! Sei's bittres Leid, sei's neue Lust, Es soll getragen sein: Der sichre Schatz in meiner Brust Bleibt dennoch ewig mein.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lübeck und Bonn

Offenbar kommt jeder von uns als Lehrer des anderen auf die Welt, um den Wirrwarr des Lebens möglichst zu komplizieren.

Gorki, Sofja Andrejewna Tolstaja, 1924

Ich habe zur letzten guten Nacht Ich habe zur letzten guten Nacht Dein liebes Bild geküßt, Da war mir, als hätte der Mund gelacht, Das Auge mich freundlich begrüßt. Die Züge lebten in warmem Glanz, Durchhaucht vom atmenden Weh'n, Du warst es selbst, du warst es ganz, Als sei ein Wunder geschehn. Da hab' ich zur letzten guten Nacht Noch einmal dein Bild geküßt; Mir ist, als hättest du gelacht, Und als ob ich weinen müßt'. –

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Ja oder nein? Ach, so zu lieben, Ist eine Pein! Liebst du mich, sag' mir Ja oder nein? Ach, was erlitt ich, Seit ich dich sah! Sag' mir doch endlich Nein oder ja? Hoffe kein Wörtchen Groß oder klein; Eh' du mir sagest Ja oder nein! Wochen vergingen, Monden beinah – Und noch nicht hör' ich Nicht nein, nicht ja! All mein Sehnen, Still wird es sein, Hör' ich ein ernstes Ja oder nein! Lieben wird Sterben, Sterben, ja, ja, Höret man niemals Nein oder ja!

Seliger (Hg.), Der Völker Liebesgarten, Leipzig 1909. Italienisches Liebeslied

Der Quell, aus dem die Liebe schöpft, hat Begrenzungen.

Balzac, Tante Lisbeth (La Cousine Bette), 1846

Wie gern nährt sich doch eine tollgewordene Liebe mit Hirngespinsten.

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Die frühe Liebe Schon im bunten Knabenkleide Pflegten hübsche Mägdelein Meine liebste Augenweide, Mehr als Pupp' und Ball zu sein. Ich vergaß der Vogelnester, Warf mein Steckenpferd ins Gras, Wenn am Baum bei meiner Schwester Eine schöne Dirne saß. Freute mich der muntern Dirne, Ihres roten Wangenpaars, Ihres Mundes, ihrer Stirne, Ihres blonden Lockenhaars. Blickt auf Busentuch und Mieder, Hinterwärts gelehnt am Baum; Streckte dann ins Gras mich nieder, Dicht an ihres Kleides Saum. Was ich weiland tat als Knabe, Werd' ich wahrlich immer tun, Bis ich werd' im kühlen Grabe Neben meinen Vätern ruhn.

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Nicht im Vorübergehen Mutwillig sollst Du keine Blume brechen, Sie wegzuwerfen oder zu zerpflücken; Sollst einem Mädchen nie von Liebe sprechen, Willst du sie nicht mit deiner Hand beglücken. Der Kuß, den dir errötend sie gegeben, Ein süßrer Mund kann wieder ihn verwehen; Sie aber fühlt den deinen all ihr Leben: Es liebt das Weib nicht im Vorübergehen!

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Sonett Vom Schloß die Legende, kennt ihr sie? Der sich umsonst mit gläubigem Gemüte Den Gruß der Engel zu erlernen mühte – ›Ave Maria‹ – weiter kam er nie. Und als er starb mit dieser Melodie – Aus seinem Herzen eine Rose blühte, Durchdrang das Grab und auf den Blättern glühte In goldner Schrift: Gegrüßt seist du, Marie!" So muß mein Lied alleinig dir erklingen, Von andern Frauen weiß ich nichts zu singen, Nur du lebst klar in meiner Dichtung Rahmen; Und noch bevor mein Auge sich geschlossen, Im Herzen ist ein Blütenzweig entsprossen, Und alle Blüten tragen deinen Namen!

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Die Liebenden Es sitzen drei Burschen bei funkelndem Wein Und denket ein jeder der Liebsten sein. Der erste schauet betrübt in sein Glas, Seine Wange ist bleich und sein Auge ist naß: "Die einst mich geliebet mit Herz und mit Mund, Sie lieget gebettet im Grabesgrund. Ihr holdes Wesen und Angesicht Vergesse ich all mein Lebtag nicht! So lange ich wandle im Erdental, Werd ich sie missen in Schmerz und Qual. Der zweite schiebet sein Glas beiseit: "Mein Liebste hat einen andern gefreit. Sie gab sich als Gattin dem lieblosen Mann, Der mit blinkendem Golde ihr Herz gewann. Sie küßt ihn, die Falsche, und lächelt dazu, Ich aber finde nicht Friede noch Ruh'." Der Dritte hebet sein Glas in der Hand: "Das Glück der Liebe hat nicht Bestand. Ich küsse mein Liebchen mit glühendem Kuß, Weil ich weiß, daß ich wieder es lassen muß. Und gehn wir vonsammen für ewige Zeit, So haben wir dessen noch Reu noch Leid. Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!"

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Fülle Meine wilde Unrast lief Irrend auf vielen Wegen, Bis sie in deinem Schoß entschlief. Meine Seele war knospender Drang, Bis sie in deinem Segen Reife war und Fülle und Klang.

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Püsterich Meine Mutter, die braune Zigeunerin, Saß nachts am Kohlenbrand, Da trat ein Jäger zu ihr hin Und nahm sie bei der Hand. Er zog sie tief im Waldesgrund Ins rote Heidekraut Und küßte ihr die Lippen wund, Bis früh der Morgen graut. Sobald der Wind so feucht und kühl Ihm durch die Locken strich, Da sprang er auf vom weichen Pfühl Und wandt zum Scheiden sich. O Jäger, sprich, an wessen Brust, Hab ich die Sommernacht Heißblütig in liebtrunkner Lust Mit feuchtem Aug verbracht? "Neugierig Weib, was fragst du mich, Woher, wohin ich zieh? Ein wilder Jäger liebte dich, Der kehrt zurück dir nie." Ein Rothirsch setzte jach daher, Die Meute hinterdrein. Schnell griff der Jäger zum Gewehr Und sprang zum Wald hinein. Das Feuer auf dem Lagerherd War über Nacht verglüht. Das Feuer, das im Herzen zehrt, Verbrannt ihr schwarz Geblüt. Meine Mutter trug im Schoß davon Von dieser Nacht ein Kind. Ich bin des wilden Jägers Sohn, Mein Vater ist der Wind.

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Und bin der Ärmste von der Welt Ach, nur die Lieder unserer Stunden, Leg ich als den Entgelt dir hin Für deine Lieb', der täglich wieder Ich neue Lieder schuldig bin. Ich bin der Reichste von den Reichen, So lang es deinem Blut gefällt Und kann die Schuld doch nie begleichen, Und bin der Ärmste von der Welt, Wenn mal mein Tag kein Lied enthält.

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