Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Auf tausend Irrwegen sucht der Glaube die Spur zum Himmel. – Auf Einem Pfade führt die Liebe alle Völker zusammen!

Kotzebue, Die Kreuzfahrer. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen, 1802. 3. Akt, 5. Szene. Balduin

Liebe zum andern Geschlecht. – Armsel'ge, die ihre Liebe nie genossen: Zieht hin, zieht in der Berg der Venus ein!

Wagner, Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Große romantische Oper in drei Akten, uraufgeführt 1845

Der Gedanke der Trennung ist das Bindende in der Liebe. Zu besitzen ist nichts; zu verlieren ist alles.

Gutzkow, Seraphine, 1837

Die Liebe sei dem Wahn der Erde Feind, Frei von Begier, von des Genusses Schmerzen, Ein süßer Traum, worin dem zarten Herzen Sein eignes Bild in fremder Form erscheint.

Schulze, Poetisches Tagebuch, vom 29sten Junius 1814 bis 17ten Februar 1817

Die glückliche Liebe ist ein Verbrechen, die unglückliche ein verbrecherischer Wunsch.

Börne, L., Kritiken. Kritiken und Aufsätze. Göthe's Briefwechsel mit einem Kinde, geschrieben in Autenil bei Paris im Sommer 1835

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht. wohl über die Blümelein, sie sind verwelket, verdorret. Ein Knabe hatt' ein Mädchen lieb. Sie flohen heimlich vom Hause fort, es wußts nicht Vater noch Mutter. Sie liefen weit ins fremde Land, Sie hatten nirgends Glück noch Stern, sie sind verdorben, gestorben.

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Der Liebe war die Blindheit immer eigen, Daher man ihr, zur steten Führerin, Die Thorheit gab.

Hagedorn, F., Gedichte. Fabeln und Erzählungen. Zweites Buch. Adelheid und Henrich. Dritte Erzählung. Originaltext

Auch ohne Gegenliebe zu lieben ist Stärke beim Weibe und Schwächlichkeit beim Mann.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Zwischen Nußbäumen So eng der Pfad, daß da zwei Falter kaum Nebeneinander Platz zum Fluge fanden, Nur wenig Strahlen durchs Geflecht sich wanden, Und eine Schnecke füllt' des Weges Raum. Zuweilen sah das Blau herein im Flug. Wir gingen miteinander durch die Laube, Und wunderbar! Ob es auch niemand glaube, Wir beide hatten immer Platz genug.

Vrchlický, Gedichte, 1895

Das war die Zeit Du willst's, so sei der Schwur erneuert, Vergessen sei, was uns entzweit, Zu höchst und aber höchst beteuert Sei unsrer Liebe Innigkeit! Doch was vom sichern Port gesteuert Uns einst in Hohe See voll Leid, – Das war die Zeit, mein Kind, die Zeit! Das war ein eifrig Phrasensammeln, Um an des Fühlens Ewigkeit Den Glauben in uns aufzusammeln, Und doch, nach wen'ger Jahre Streit, So wie aus Kindermund ein Stammeln, Erschien die Überschwenglichkeit. – Das that die Zeit, mein Kind, die Zeit! An Leib und Seele umgestalten Kann uns der Jahre Flüchtigkeit, Ei, hielten wir es noch im Alten, Dir stünd' die Thräne nimmer weit, Du ziehst die Stirne nur in Falten Und deren Spur, sie macht sich breit, – Das that die Zeit, mein Kind, die Zeit! Nicht umzudeuten, nicht zu brechen. In dieses Lebens Wechselstreit Ist nur ein einziges Versprechen, Ist nur ein einz'ger heiliger Eid: Verheisset Nachsicht allen Schwächen Und schwört Erbarmen jedem Leid, – Das trifft zur Zeit, zu aller Zeit! O, schwöre nicht, verlang kein Schwören. Des Augenblickes Lieblichkeit Verhänge nicht mit Trauerflören. O, zwinge nicht in bangem Leid Auf jenen leisen Schritt zu hören, Mit dem sich naht und uns entzweit, – Wie einst, die Zeit, mein Kind, die Zeit !

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B.R. Und wenn ich lang' auch ferne blieb, Ich hab' Dich heut' wie vordem lieb: Wir haben ja beide das Leben beweint, In Tagen der bittersten Qual uns vereint. Was aber der Schmerz zusammengeschweißt, Im Leben nimmer und nimmer zerreißt. Und wenn ich lang' auch ferne blieb, Ich hab' Dich heut' wie vordem lieb Und hab' in mancher stillen Nacht – An Dich gedacht.

Dörmann, Sensationen. Gedichte, 1892

Schwalbenwitz Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Himmel und Erde sind sich gleich. Spricht der Himmel: Werde! Da grünt und blüht die Erde! Spricht die Erde: Sterbe! Da wird der Himmel ein lachender Erbe. Sterne sah ich blinken und sinken, Den Mond in der Sonne ertrinken, Die Sonne stieg in die Meere, Ohne daß sich ein Fünklein verlöre. Feuer und Wasser hassen sich, Erde und Wasser umfassen sich, Luft und Feuer entzünden sich, Erde und Feuer ersticken sich, Erde und Luft umkühlen sich, Luft und Wasser umspielen sich, Aber alles ist Liebe, Liebe, Liebe Und wenn sich alles empörte, verzehrte, verschlänge, Daß gar nichts bliebe, bliebe doch Liebe Die Hülle, die Fülle, die Menge.

Brentano, C., Gedichte

Du weißt, wie keusch, wie rein ich dir genaht, Da Lieb', verhüllt in Freundschaft, vor mich trat, Zum Engel schuf dich meine Phantasie, Ein Ausfluss schienst du ew'ger Poesie; Dein Auge, ach! so mild und ernst zumal, Schien süß verlockend, wie des Himmels Strahl. Arglos schaut' ich hinein und ward berauscht, Hat doch der Himmel, wenn du sang'st, gelauscht. Von deinen Lippen hehr verkündet, schien Mir ew'ge Wahrheit edler als vorhin. Wer kann den Eingang zu dem Herzen wehren, Wenn solchem Mund entströmen weise Lehren? Zu bald er lehrte, dass der Geist sei frei, Und dass die Liebe keine Sünde sei. Und gern im Geist den Pfad zurück ich rann: Nicht bleib' er Engel, den ich lieb' als Mann; Nicht locken mich die unbekannten Freuden Der Sel'gen. Nein, ich mag sie nicht beneiden Um ihren Lohn, einst auch bestimmt für mich, Nicht um den Himmel, den ich ließ für dich!

Pope, Heloise an Abelard (Eloisa to Abelard), 1717

Liebe Ein Traum ist Liebe, Ein Traum, wie keiner mehr. Leben ist Liebe, All anders Leben leer. Ich sterb' in Liebe, Wann sie gekränkt auch wär, Liebe bleibt Liebe!

Chézy, Gedichte, 2 Bde., 1812

Der Genuß So bringst du mich um meine Liebe, Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich! Sie zu verlieren, – meine Liebe, – Sie zu verlieren, wünscht' ich dich? Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder, Nimm sie zurück, die kurze Lust! Nimm sie, und gib der öden Brust, Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!

Lessing, G. E., Gedichte. Ausgabe 1771

Die Blindheit der Minnen Blendet auß' und innen.

Gottfried von Straßburg, Tristan, um 1210 (Fragment)

Ach, mich tötet ihr Gesinge Von erlognen Liebesschmerzen.

Heine, Reisebilder und Reisebriefe. Reisebilder. Erster Teil. Die Harzreise. 1824

Sonnenwendtag Es war am Sommersonnwendtag, Dein braunes Haar im Nacken lag Wie Gold und schwere Seiden. Da nahmst du mir die feine Hand. Und hinter dir stob auf der Sand Des Feldwegs an den Weiden. Von allen Bäumen floß der Glanz. Dein Ritt war lauter Elfentanz Hin über rote Heiden. Und um mich duftete der Hag, Wie nur am Sommersonnwendtag, Ein Dank und Sichbescheiden.

Heym, G., Gedichte. Entstanden 1904, Erstdruck in: Der ewige Tag, 1911

Liebe, das ist der große Strom der Wonne, An dem die Blumen unseres Lebens blühn.

Wildenbruch, Die Karolinger, 1881

Sie schreibt Ach, warum von Land und Leuten Schreibst du mir aus deiner Ferne, Wie Gebirg und See dich freuten Und wie golden dort die Sterne! Liebesbriefe will ich lesen, Immer nur das selig Eine, Daß du mein gedenk gewesen, Daß du mein und daß ich deine. Ach, und tauchst an hellen Tagen Du aus deinen Kümmernissen, Sollst du mir es nimmer sagen, Denn ich will dich heiter wissen. Aber nicht dem fremden Neuen Dank es, nicht der fernen Sonne, Daß sie dein Gemüt zerstreuen Und dir spenden frische Wonne. Laß mich glauben, daß der Grüße Zauber, die ich zu dir sende, So das Leben dir versüße, Wie dereinst ein Druck der Hände. Daß mir, auch von dir geschieden, Jene stille Macht verbliebe Und du alle deinen Frieden Nur gewinnst durch meine Liebe!

Heyse, P., Gedichte. Margarete

Letzte Liebe So weiß ich, daß in blauer Ferne dein Herz in Liebe für mich schlägt, daß dich bis hoch ins Reich der Sterne der Sehnsucht Engelsfittich trägt; so seh ich noch im welken Garten dich, lächelnder Gedanken voll, der letzten Rosenknospe warten, weil sie für mich erblühen soll Und mag auf unserer Sehnsucht Flammen hier niedertaun der Reif der Nacht, mag schonungslos die Welt verdammen den Traum, der uns so selig macht, – vergeblich wird sie drohn und schelten: in Treuen bleib ich dir geeint und will's dir königlich vergelten, daß du um mich – um mich geweint. Da bricht aus winterlichem Schweigen ein lichter Sonnenblitz hervor, da lacht auf halbentlaubten Zweigen ein sommerlicher Rosenflor, und aus dem fast erstarrten Herzen, wie einst zur holden Maienzeit, entspringt ein Strom von Lust und Schmerzen, ein heißer Quell der Zärtlichkeit. So mag die Liebe dich behüten, sie, – die nichts Böses sinnt und sucht –; wirst atmen mit dem Duft der Blüten zugleich den Duft der reifen Frucht. So mag denn gleich der goldnen Sage von Frühlingsglück und Auferstehn durch unsrer Jugend Spätherbsttage der Traum der letzten Liebe gehn.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910