Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Versprochen Devotionale Schöne du, Erbarmerin, Weil mir deine Augen lachen: Nimm mein Lied in Gnaden hin, – Schöne du, Erbarmerin. Nimm mein Herz in deine Hand, Wieg mein Leid in Trost und Träume Schöne, himmelhergesandt, Nimm mein Herz in deine Hand. Alles wird dann ruhig sein, Denn die Heimat ist gefunden, Kehrt mein Herz in deinem ein, – Alles wird dann ruhig sein.

Bierbaum, Das Seidene Buch, 1904. Verfasst in Unterengadin am 18. Juli 1901

Weise zu Tröpfen wandelt auf Erden Der Minne Macht.

Simrock (Hg.), Die Edda, die ältere und jüngere nebst den mythischen Erzählungen der Skalda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1851. Hávamál

Das Mondlicht Dein gedenkend irr ich einsam Diesen Strom entlang; Könnten lauschen wir gemeinsam Seinem Wellenklang! Könnten wir zusammen schauen In den Mond empor, Der da drüben aus den Auen Leise taucht hervor. Freundlich streut er meinem Blicke Aus dem Silberschein Stromhinüber eine Brücke Bis zum stillen Hain. – Wo des Stromes frohe Wellen Durch den Schimmer ziehn, Seh ich, wie hinab die schnellen Unaufhaltsam fliehn. Aber wo im schimmerlosen Dunkel geht die Flut, Ist sie nur ein dumpfes Tosen, Das dem Auge ruht. Daß doch mein Geschick mir brächte Einen Blick von dir! Süßes Mondlicht meiner Nächte, Mädchen, bist du mir! Wenn nach dir ich oft vergebens In die Nacht gesehn, Scheint der dunkle Strom des Lebens Trauernd stillzustehn; Wenn du über seinen Wogen Strahlest zauberhell, Seh ich sie dahingezogen, Ach! nur allzuschnell!

Lenau, N., Gedichte. 1827 oder 1831/32

Die Frau muss die Stärkere sein, wenn es die Seelenreinheit der Liebe gilt. Der Mann, wenn er liebt, ist zu schwach, um sich nicht zu allen Pflichten niederreißender Leidenschaft hinreißen zu lassen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Im Traum nur lieb' ich dich… Im Traum nur lieb' ich dich! Wie könnt' in wachen Tagen Ich mich so nah dir wagen – Im Traum nur lieb' ich dich! Im Traum nur lieb' ich dich! Da schwindet alles Zagen – Da darf dein Mund mir sagen: Im Traum auch lieb' ich dich!

Saar, Gedichte, 1888 (EA: 1882)

Daß wir das Unendliche in die Liebe hineingerührt haben, ist nicht die Schuld der Frauen.

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Spätes Finden Ich habe dich erst spät gefunden Nach mancher Lust, die mich entzückt, Nach mancher Spur von alten Narben, Die mir das Leben eingedrückt. Schon ging ich einsam und verschlossen Auf grüner Tage öder Bahn, Da ward es Licht: die Blumen knospen, Du blickst mich hell und freundlich an.

Pichler, Gedichte, Innsbruck 1853

Ist Liebe im Herzen des Mädchens erwacht, Dann wird nur an Lieb' und nichts weiter gedacht.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Ein Stündchen lang Ich hab' an seiner Brust geruht, In seinen Armen schlief ich ein, Und kreuzt er nimmer meinen Weg – Er war doch eine Stunde mein! Und wenn ich diese Stunde Glück Mit meinem Leben zahlen müßt', Ich ginge lächelnd in den Tod – Er hat mich einmal doch geküßt!

Ritter, A., Gedichte

Der Lebensfaden eines Menschen sei noch so dick gesponnen, die Liebe weiß doch ihn zur Saite zu spannen, und ihr Stückchen darauf zu spielen.

Menzel, Streckverse, 1823

Flamme Was sträubst du dich der süßen Glut, die züngelnd schon dein Haupt versengt, die liebeheißen Atems dich mit Flammenarmen eng umdrängt?! Die Glut bin ich – und du bist mein! wirf ab, wirf ab das Alltagskleid: gib deine ganze Seele hin in ihrer nackten Herrlichkeit! Umschlingen will ich glühend dich und pressen dich ans heiße Herz, die Kette schmelzen, die dich band, in meinem Kuß wie tropfend Erz! Und flüstern will ich dir ins Ohr ein Wörtlein, zaub'risch wunderfein, daß du nichts andres denken sollst, als mich allein, als mich allein.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910

Allgegenwart Bin ich auch fern dir, bin ich doch bei dir; denn Du bist in mir und Ich in Dir. In jedem Herzschlag, der mich durchwebt, bist Du's, die bebet, bist du's, die lebt. Aus jedem Atemzug ringsum der Allnatur weht mir entgegen Dein Odem nur, – die wir belauscht, beahnt, die wir erfühlten: Alles in Allem mahnt, Seele, an Dich. In Allem fühl' ich dich: dich in dem Sausen, dich in dem Brausen des Winds im Wald, – fühl' in dem Wisperlaut alles des Lebens Dich, in dem Geflüster traut der Wesen Dich, – dich in der Wiesenluft, dich in dem Wasserduft, die mich umhüllen wie Du so still, – Dich in dem Sonnenstrahl, der mir ins Auge bricht, Dich, meine Sonne, mein Lebenslicht, – Dich in der Thräne jetzt, die mir vom Herzen schleicht, sehnend zitternd zum Auge steigt.

Dehmel, R., Gedichte. Erlösungen. Eine Seelenwandlung in Gedichten und Sprüchen. Zweite Stufe: Liebe, 1891

Mein Stern Ich fragt einen Stern am Himmel: Willst du mein Glücksstern sein? So oft ich ihn sah und fragte, Gab er gar lieblichen Schein. Ich sah ihn jeden Abend, Er lächelte stets mir zu Und sandte Trost hernieder Und Frieden mir und Ruh. Er war mein treuer Begleiter Durch manche düstre Nacht, Hat meine Pfade beleuchtet, Mich immer ans Ziel gebracht. Jetzt ist mein Stern verschwunden Mit seinem lieblichen Licht. Mir glänzen unzählige Sterne, Er aber glänzt mir nicht. Von all den unzähligen Sternen Warst du, mein Liebchen, mein Stern, Einst meinem Herzen so nahe, Und jetzt so fern, so fern.

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Ist heiter der Ernst, und der Scherz voll Mut, So lebt's mit der Liebe sich fröhlich und gut.

Schütze, Gedichte. 1810. Aus: Des Friedens Heimkehr

Liebe und Mond nehmen ab, wenn sie nicht mehr zunehmen.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80

Liebe Die Liebe ist der stolzeste der Triebe, Sie kehrt den Rücken dem, der Gold ihr bot; Und alle Triebe freister ist die Liebe, Sie lächelt nur, wenn ihr mit Ketten droht. Die Liebe ist der treu'ste aller Triebe, Sie harret aus in jeder Erdennot; Und aller Triebe stärkster ist die Liebe, Denn Liebe überwindet selbst den Tod.

Sturm, J., Gedichte, 1850

Die Liebe ist eine Geisteskrankheit, bei der man an der fixen Idee leidet, jemanden für's Leben besitzen zu müssen, der uns bis dahin völlig gleichgültig war, und nach dem Besitz noch gleichgültiger werden wird.

Weber, Frech und froh. Gereimte Satiren, 1906

Lieb' im Glück und Lieb' im Leid Lieb' im Glück, du bist die Rose, Die, getragen von der Flut Duft'gen sonnenklaren Weines, Auf dem goldnen Becher ruht; Lieb' im Leide, du der Tropfen, Der dem Balsamstrauch entquillt, Und der, reich an milden Kräften, Wunden kühlt und Schmerzen stillt.

Sturm, J., Gedichte, 1850

Wohl lindert die Schmerzen Allmutter Natur, Doch Heilung im Herzen Bringt Liebe uns nur.

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903

Liebe Liebe, wie leise sie spreche, sie spricht unaufhörlich fürs Herz hin! Liebe die nichts opfert und die nicht leidet, – ist lieblos! Treue der Liebe! du fließest in Gottes-Schoß, aus dem Herzen! Liebe, dein Accent ist ein Laut aus dem himmlischen Licht-Reich! Liebe, du bist ernst und froh und duldsam und tätig! Tod zerstört nicht die Lieb', – "er entflammt zur Unsterblichkeit sie nur". Liebe, bezahlt alles – und bleibt doch immer der Schuldner! Liebe, dein Schweigen ist schön, – und lieblicher oft, als dein Sprechen! Liebe genießt: im Entbehren, im Wirken, im Leiden für Andere! Liebe, deine Kraft ist leis' oft, dennoch Allwirksam! Was die Liebe vereint, das trennet kein trennendes Schicksal! Liebe! du wirst einst die Liebenden Alle vereinen!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Warum stechen denn durch alle unsre Bündnisse Schmerzen, und warum blutet das Herz wie seine Adern am reichsten, wenn es erwärmt wird?

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Zweiter Band. 12. Jobelperiode. 59. Zykel