Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Aber wenn das Schicksal zwei verschlungene Hände auseinander reißt, erwacht oft die Leidenschaft, die schlummernd und verborgen lag, mit all ihren Schmerzen, und wächst höher und wird stark, wie der Tod, denn die Blume der Liebe will mit Thränen begossen sein.

Gubitz (Hg.), Gaben der Milde, 4 Bde., 1817-18

Lieben ist bei vielen Menschen nur eine kurze Episode ihres Lebens, eine Handlung, wie jede andere auch. Doch Menschen gibt's, deren Lieben ist ihres Lebens Erfüllung.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Du suchst umsonst auf irrem Pfade Die Liebe du im Drang der Welt, Denn Lieb' ist Wunder, Lieb' ist Gnade, Die wie der Tau vom Himmel fällt.

Geibel, E., Gedichte. Aus: Minnelied

Lied Wenn du dein Haupt Zur Brust mir neigst Und die Hände mir fassest Und stehst und schweigst; Wenn mir dein Hauch Die Stirn umweht, Dann überkommt's mich Wie Gebet. Mir ist, der Himmel Seh' darein, Und es müsse sein Segen Mit uns sein.

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Kein Wort mehr! Kein Wort mehr will ich sagen Von dem, was mich bewegt, Will alles stille tragen, Was du mir auferlegt. Kein Wort mehr will ich sagen, Wie mir’s im Herzen brennt; Die Stunde hat geschlagen, Die uns für immer trennt. Kein Wort mehr will ich sagen, Nur einst nach langer Zeit, Da werd’ ich kommen und fragen Nach deiner Seligkeit.

Haushofer, M., Gedichte, 1864

Spaziergang Sie wandeln durch des Waldes Grün. Vögel singen und Blumen blühn. Ein blasser Mann und ein stilles Kind Sie schlürfen durstig den Frühlingswind. Und der Knabe bleibt verwundert stehn: "Ich glaub, ich kann die Mutter sehn." Sie starren in das junge Grün … Vögel fliegen und Blumen blühn.

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Du sollst das Glück mir nicht zerstören Du sollst das Glück mir nicht zerstören, Das unbewußt du selber bist; Ich will von dir das Wort nicht hören, Das nicht die Liebe selber ist. Und irrt mein Herz, so laß es irren; Es findet seine Heimat doch Und kann durch dieses Lebens Wirren Froh singen, denn es liebet noch. Für seinen Irrtum büßt es nimmer – Denn hat es nicht gebüßt genug? Im Mondlicht ist nur Sonnenschimmer. Und doch erfreut uns dieser Trug.

Fallersleben, H., Gedichte

Nicht die Liebe, die wir empfangen, macht das Herz warm, sondern jene, die wir geben.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Wer achtlos die Liebe von sich stößt, den meidet sie fürs ganze Leben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Spätes Glück Es hat ein Blümlein Tag für Tag Sich nach dem Glück gereckt, Die liebe Sonne fand es nicht, War gar zu tief versetzt. Erst, als der Sichel blanker Stahl Die Gräser rings gemäht, Hat’s warm der Sonnenschein geküßt – War aber viel zu spät.

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900

Todeswege Über meinem Haupte deine Hände, Deine Liebe über meinen Wegen – Und doch führen sie der Nacht entgegen, Und ein Grab ist unsres Wanderns Ende! Laß uns, Liebster, in die Sonne schauen, Goldnes Licht und Lust und Freiheit trinken Und dann selgen Augs hinüber winken Zu den stillen, sonnenlosen Auen. Daß, wenn wir vom Lichte scheiden müssen, Noch ein Traum die lange Nacht durchglühe, Und Erinnerung das Grab umblühe Mit dem Rosenflor von deinen Küssen.

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900. Originaltext

Todtes Glück Als unsre Liebe noch blühend war, Haben wir unter den Zweigen gesessen, Hand in Hand, und die Sonne lag Wie eine Krone über dem Tag. Welk ist die Liebe – der Wintersturm Pfeift mir ein trotziges Lied vom Vergessen. Meine weinende Seele spricht:Leidenwill ich – vergessen nicht!

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900. Originaltext

Bist du das weite Meer meiner Seligkeit? Wird mir Schweigen werden in deinem Frieden und ich geklärt mich wiederfinden in deiner Seele Spiegel?

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Ein Ideal, der Sonne vergleichbar, Stets unerreicht und unerreichbar, Das, das ist die Liebe, die Krone des Strebens, Die höchste Wonne des Erdenlebens!

Kneschke (Hg.), Deutsche Lyriker seit 1850, 1868. Aus: Was ist Liebe?

Die Liebe ist ein himmlischer Rausch, Ein gottbeseligter Seelentausch.

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880

Süße Liebe! deine Rosenauen Grenzen an bedornte Wüsteneien [...].

Matthisson, F., Gedichte. Aus: In den Ruinen eines alten Bergschlosses

Drei Bitten Drei Bitten hab' ich für des Himmels Ohr, Die send' ich täglich früh und spät empor: Zum ersten, daß der Liebe reiner Born Mir nie versiegt' in Ungeduld und Zorn; Zum zweiten, daß mir, was ich auch vernahm, Ein Echo weck', ein Lied in Lust und Gram; Zum dritten, wenn das letzte Lied verhallt Und wenn der Quell der Liebe leiser wallt, Daß dann der Tod mich schnell mit sanfter Hand Hinüberführ' in jenes beßre Land, Wo ewig ungetrübt die Liebe quillt Und wo das Lied als einz'ge Sprache gilt.

Geibel, E., Gedichte. Hundertste Auflage, Jubel-Ausgabe, Stuttgart 1884

Woher die Liebe stammt Als Gott der Herr die Liebe schuf, Da sah der Teufel zu! – Er sah es voller Neid und Grimm, Es ließ ihm keine Ruh, Er gönnte nicht dem Erdenkind Die süße Himmelslust Und nicht das reine, sel'ge Glück Der armen Menschenbrust! Da ließ er neid- und haßerfüllt Auch eine Lieb' entstehn, Daran die Kinder dieser Welt In Qual und Schmach vergeh'n! – So stammt als höchstes Erdenglück Die Lieb' aus Gottes Hand, Und ward zugleich als Seelenpein Vom Teufel uns gesandt!

Rochow, Erlebt, Erdacht und Mitempfunden. Gedichte, 1902

Gefährliches Spiel So fällt ein Stern in's Wellengrab Aus Himmels Herrlichkeiten, Wie jener Ring, den sie ihm gab, Um den jetzt Wogen gleiten! So fällt ein Engel, wie sie fiel, Der Liebe zu Gefallen! Das schwerste ist der Minne Spiel Doch von den Spielen allen.

Saxen-Hausen, Wandergrüße, 1890. Originaltext

O wähne nicht, es sey ein eitler Trug, Daß man sich hier nur im Erinnern übe, Und daß für dich, für Alle, die ich liebe, Mein Herz schon einst in schönern Welten schlug. Du weißt es selbst, als du sie einst gefunden, Die jetzt dein Herz in süßen Banden hält, Die jetzt für dich rings um die ganze Welt Mit Liebessinn den zarten Flor gewunden, Der größern Reiz dem Reize noch gesellt, Und hinter dem, was sonst, vom Licht erhellt, Bedeutungslos dem Geist vorbeigeschwunden, Durch die Magie der Dämmerung gefällt, Du weißt es selbst, wie dir's im Busen tagte, Wie, eh dein Herz so bang und sehnsuchtsvoll Der Reizenden sich zu entdecken wagte, Dir jeder Zug in ihrem Antlitz sagte: Sie ist's die einst dich selig machen soll!

Schulze, Vermischte Gedichte, 1820. Episteln

Der Liebe reiner Hauch weckt Gegenliebe und löscht des Hasses düstre Flammen aus.

Krais (Hg.), Klassisches Vergißmeinnicht. Denkblätter auf alle Tage des Jahres, ausgewählt aus deutschen Dichtern und Prosaikern, Stuttgart 1897