Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Wenn der Mensch vor dem Meere und auf Gebirgen und vor Pyramiden und Ruinen und vor dem Unglücke steht und sich erhebt, so strecket er die Arme nach der großen Freundschaft aus. – Und wenn ihn die Tonkunst und der Mond und der Frühling und die Freudentränen sanft bewegen, so zergeht sein Herz, und er will die Liebe. – Und wer beide nie suchte, ist tausendmal ärmer, als wer beide verlor.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Vierte Jobelperiode. 22. Zykel

Um ein sanftes Herz zu rühren, Das noch nicht in Lieb' erwacht, – Mußt du zart die Flamme schüren, Bis sie langsam angefacht. Aber ist es dir gelungen, Dann halt' sorglich dich zurück; Denn das Herz will ungezwungen Schaffen sich sein eignes Glück. Prüfen muß es selbst das Glühen, Ob es ganz die Brust durchdrang; Liebe kann nur rein erblühen, Formt sie still sich ohne Zwang.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Es ist eine traurige Erkenntnis, die einem oft wird, daß man trotz viel und aller Liebe doch nicht das tut, was diese möchte und erstrebt, weil es häßliche, echt menschliche Widersprüche im Herzen gibt.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Gerne opferten wir unsere Liebe für des Geliebten Glück, aber das Herz duldet es nicht, es verlangt Gegenliebe.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Ich bin entrückt dem Leben der Welt – und träume dein.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

„Wie Neigungen entstehen und wie sie vergehen, das istmeinGeheimnis.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Was Amor leise spricht

„Das Bedürfnis, geliebt zu werden, ist verbreiteter, als das Bedürfnis, zu lieben.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Was Amor leise spricht

Nicht genug Ich liebe dich, doch nicht genug Für deine Seele, deine süße. Ich hab' ja Augen nicht genug Für ihre tausend stummen Grüße. Nicht Hände habe ich genug, Um Glück, nur Glück, dir zuzutragen, Und habe Atem nicht genug, Um soviel Liebe auszusagen!

Jacobowski, Leuchtende Tage. Neue Gedichte 1896-1898, Minden 1900

Bitteres Gedenken Rosen ging ich aus zu pflücken, Morgens, da der Tag erwacht, Und im Pflücken und im Bücken, Immer hab' ich Dein gedacht. Dein gedacht' ich, mein vergaß ich, Nicht vor Dornen auf der Hut, Und ein Dorn, ein böser, stach mich In den Finger bis aufs Blut. Immer denk ich jener Stunde Und ich weine, wenn ich's thu', Daß mir solche bittre Wunde Dein Gedenken fügte zu.

Wildenbruch, Lieder und Balladen, 1887

Die Liebe ist das Treibende und das Getriebene.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Bei einem Paar ist immer ein Teil Tyrann. Wie kommt das? Am häufigsten liegt das daran, daß die Liebe nicht auf beiden Seiten gleich ist; der Teil, der mehr geliebt wird, gefällt sich darin, seine Macht zu erproben […].

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Jahre verschwinden wie Tage – wie Augenblicke! o laß uns Jedem Jahre Ewigkeit geben, jeglicher Stunde Was, das keine Zeit, kein Zufall ihr oder Tod raubt! Leben laß uns, zehnfach leben durch Glauben und Liebe! Liebe unsterblich uns macht, unsterblich der Sterblichkeit Tage!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Neue Liebe Herz, mein Herz, warum so fröhlich, So voll Unruh und zerstreut, Als käme über Berge selig Schon die schöne Frühlingszeit. Weil ein liebes Mädchen wieder Herzlich an mein Herz sich drückt, Schaust du fröhlich auf und nieder, Erd und Himmel dich erquickt. Und ich hab die Fenster offen, Neu zieh in die Welt hinein Altes Bangen, altes Hoffen! Frühling, Frühling soll es sein! Still kann ich hier nicht mehr bleiben, Durch die Brust ein Singen irrt, Doch zu licht ist mir's zum Schreiben, Und ich bin so froh verwirrt. Also schlend'r ich durch die Gassen, Menschen gehen her und hin, Weiß nicht, was ich tu und lasse, Nur, daß ich so glücklich bin.

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Ach, die Liebe gibt uns Leben Und das Leben gibt uns Leid, Aber Leid und Liebe geben Uns des Himmels Seligkeit!

Oettinger, Blutende Lieder, 1854. Aus: 77. Lied

Ist Lieben Schuld, so mag der Himmel mir verzeihen!

Wieland, Oberon, Erstdruck 1780. Siebenter Gesang, 26.

Liebet! Die Lieb' ist der schönste der Triebe, Weiht nur die Unschuld die heilige Glut. Aber dann liebt auch mit weiserer Liebe Alles, was edel und schön ist und gut.

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Liebe leidet nicht, Gesellen, Aber Leiden sucht und hegt sie; Lebenswoge, Well auf Wellen, Einen wie den andern trägt sie. Einsam oder auch selbander, Unter Lieben, unter Leiden, Werden vor- und nacheinander Einer mit dem andern scheiden.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 1, 1820

Als Weib haßt sie mich – als begabtes Weib fürchtet sie mich – und als guter Kopf – liebt sie mich.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Das Tagebuch des Verführers. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Was wir Liebe nennen ist alles Mögliche, nur meist nicht Liebe.

Fontane, T., Briefe. An seine Tochter Martha (Mete), am 13. März 1888

… Die Torheit nütze Zur Sühne dem Amor als Stab und Stütze, Sie habe ihm immer zur Seite zu schreiten Und jeden seiner Schritte zu leiten.

La Fontaine, Fabeln (Fables choisies, mises en vers par M. de La Fontaine), 1668. Amor und die Torheit

Weisst du, ich will mich schleichen leise aus lautem Kreis, wenn ich erst die bleichen Sterne über den Eichen blühen weiß. Wege will ich erkiesen, die selten wer betritt in blassen Abendwiesen – und keinen Traum, als diesen: Du gehst mit.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1897