Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Wenn ich in Labyrinthe Des Sinnens mich verlor, Dringt plötzlich oft ein Seufzer Aus voller Brust hervor. Denn was ich auch betrieben, Bedünkt mich hohler Schein, Uns glücklich macht nur lieben, Ach, und geliebt zu sein?

Platen, Gedichte. Lieder und Romanzen, 1820

Die Wunderrose Die Rose, die du mir gegeben, Sie blühte lang an meiner Brust, Und hat es nicht gewußt Was ihr verlieh dies tiefe Leben. Daß nichts als Staub von ihr verbliebe, Wär' sie in Stunden fortgerafft; Sie sog durch Tage Daseinskraft Aus deiner Liebe!

Claar, Vom Baum der Erkenntnis, 1909

Die Liebe ist der Blick der Seele.

Weil, Attente de Dieu (Lettres écrites du 19 janvier au 26 mai 1942), Paris: Éditions Fayard, 1966

Mit reiner Liebe lieben, heißt in den Abstand einwilligen, heißt den Abstand verehren zwischen einem selbst und dem, was man liebt.

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Die Liebe ist das Unsichtbare.

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Nordische Kalypso Wo sie die Liebe vergibt und sich vergibt daß sie liebt wird sich die Göttin ergeben – darf ich mein Stück für sie leben. In ihr verschwiegenes Bereich warf mich die Welle herauf um zu erfüllen mein Los: Tod und Liebe sind gleich. Tod und Liebe sind groß. Tod und Liebe stehn auf. Liebe gebietet dem Tod.

Binding, Sieg des Herzens. Gedichte, 1937

Tanz Wenn du dein Köpfchen an mich legst, Dann hör' ich kaum die Geigen spielen. Ich seh nur dich und kann nur fühlen, Wie du mich ganz in Händen trägst. Und weiß nicht hin mit meiner Lust, Denn selig strömen jetzt zusammen Zwei Herzen und zwei goldne Flammen, Und heimlich drängt sich Brust an Brust…

Jacobowski, Leuchtende Tage. Neue Gedichte 1896-1898, Minden 1900

Die Zeichen der Liebe Was sind der Liebe Zeichen? Erröten und erbleichen, Erjauchzen und erbangen, Kömmt sie von fern gegangen: Bei ihres Namens Klange Ein Glutstrahl in die Wange, Still mit geschloss'nen Augen An ihren Zügen saugen, Das Licht, den Lenz, das Leben, Kurz, was da köstlich eben Ihr alles wollen geben, Nichts achten ihresgleichen Und niemals von ihr weichen, – Das sind der Liebe Zeichen.

Dahn, F., Gedichte

Meine Sünde Soll ich ergründen Meine Sünden, Ich fand sie kleine Bis auf eine: Ich hab' ein Weib viel, viel mehr gern als den Himmel und Gott den Herrn.

Dahn, F., Gedichte

Glück und Sonnenschein Ziehe hier ein. Auf Schritt und Tritt Gehe Liebe mit. Das Leben ist schön, Wenn wir's verstehn. –

Braunschweig (Hg.), Goldene Garben. Ein Brevier für Frauen und Jungfrauen, hg. von M. von Braunschweig, 1907. Hausspruch

Wir suchten warm uns zu umfassen In Treu und Seligkeit, Und haben trotzdem uns verlassen In früher Jugendzeit. Uns warf nach Süden und nach Norden Das Leben wunderbar, Nun sind wir beide mild geworden Im grauen Haar. Und wie wir uns die Hände geben, So scheu und sacht, So hebt sich ein verlorenes Leben Aus seiner Nacht. Die Hände haben nichts vergessen Von jener Zeit, Da so sie sich zusammenpressen In Lust und Leid.

Bern/Zoozmann (Hg.), Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, Erstauflage hg. von Maximilian Bern, spätere Auflagen neu bearbeitet und hg. von Richard Zoozmann, 3 Bde., 1924-29 (EA: 1902)

Es gibt noch eine größere Liebe als die nach dem Besitz des geliebten Gegenstandes sich sehnende: Die die geliebte Seele erlösen wollende. Und diese Liebe ist so göttlich schön, daß es nichts Schöneres auf Erden gibt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1896

O tiefe Liebe, die mich zu allem beseelt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1895

Ihr meßt jedem sein Maß Liebe zu: dem dreiviertel, dem zwei Viertel, dem ein Viertel, dem nichts. Davon verstehe ich nichts. Ich kann nicht messen und meine Seele ist immer da am eifrigsten, wo ich sehe, daß Eure sich spart und sperrt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Abendsegen Nun hat es ausgeregnet, Die Dämmrung senkt sich nieder. Wie ruhen so gesegnet Nun Wald und Fluren wieder! Noch huscht vom klaren Westen Ein letztes Sonnenleuchten, Glüh'nd zuckt es auf den Ästen Im Perlenschmuck, dem feuchten. Sanft regt sich, wie im Traume, Ein Windhauch in den Zweigen: Da geht von Baum zu Baume Ein Beben und ein Neigen. Mir ist, ich müßte leise, Ich müßt behutsam treten; Es ist so still im Kreise … Ich glaub, die Bäume beten. –

Most, Mein Lied dem Herrn, Verlag von Friedrich Alber, um 1918

Liebe stirbt an Überdruß und Vergessen geleitet sie zu Grabe.

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Es bedarf einer beträchtlichen Verdorbenheit oder Weite des Herzens, um alles lieben zu können.

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Zwischen zwei Personen desselben Alters gibt es keinen andern Verführer als die Liebe.

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Es goß mein volles Leben Sich selig vor dir aus, In Arme magst du's heben Und tragen in dein Haus. All Leid und alles Wissen Ihm abgeworfen sind, Es harret deiner Winke, Es ist nur wie ein Kind. Es will dich ganz umschlingen, Tauchen ins Auge dein Und trunken bei dir singen: "Wir werden Eines sein."

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Wenn mir sonst nichts übrig bliebe, Alles mir die Welt geraubt, Und es bliebe mir die Liebe: Selig, wer an Liebe glaubt!

Sturm, Fromme Lieder, 12. Auflage 1893 (EA: 1852). Aus: Liebe über Alles

Ein Blick in deine Augen Ein Blick in deine Augen Ist wie ein Blick in's Meer hinaus: Die Tiefe ruht, darüber hin Geh'n Wellenschlag und Sturmgebraus. Ein Blick in deine Augen Ist wie ein Blick zum Himmelszelt: Das lächelt klar und still herab Auf die verworr'ne, trübe Welt. O Meer, in deiner Tiefe Laß mich versenken alles Leid! O Himmel, meiner Seele gib Den Abglanz deiner Heiterkeit!

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878