Liebe Sprüche – gedanken

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Selbst die vergessenen Eindrücke beleben mein Denken von der Vergessenheit aus, denn auch die Vergessenheit ist etwas Positives, wie das Schweigen und die Dunkelheit.

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Mein Verstand ist sehr verständig, Nennt mein armes Herz betört; Doch dies Herz liebt so unbändig, Daß es gar nicht auf ihn hört.

Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys, 1874

Das ist die fromme Andacht der Liebe, die ihrem Heiligsten jeden Gedanken, jeden unbewachten Augenblick das Selbstgespräch der Seele widmet!

Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851

Dem Geiste soll man nichts verzeihen, dem Herzen alles, denn das Herz ist blind.

Franz-Voneisen (Hg.), Junggesellenbrevier. Gesammelte Aphorismen über Frauen, Liebe und Ehe, hg. von Franz-Voneisen [i. e. Zdenko Zelezny], Leipzig, um 1900

Zorn Reize mich nicht – o reize mich nicht! Ich könnte sonst vergessen, Wie viel ich thörichte Liebe für Dich Und Selbstverleugnung besessen! Ich könnte vergessen, was ich Dir galt Und was ich um Dich gelitten, Drum reize mich nicht – o reize mich nicht, Zur Stunde kann ich noch bitten! Doch wehe! wenn ich es nicht mehr kann, Dann kenn' ich kein Zögern und Schwanken, Du weißt, wenn meine Lippe zuckt, Dann morden die bösen Gedanken.

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Ich sah durch deine Seele in die Welt und in die eigne Seele: stumm versanken im Strom des Schauens zwischen uns die Schranken, es ruhten Welt und Du in Mir gesellt. Dein Auge sah ich wesenlos erhellt: Erleuchtung fluteten, Erleuchtung tranken zusammenströmend unsre Zwiegedanken, in Deiner Seele ruhte meine Welt. Und heilig däuchten mir – ob dumpf und kalt die Welt es leugne – unsrer Lüste Hehle, verklärt zu Lauterkeiten unsre Fehle durch dieses Blickes tiefe Lichtgewalt; denn Inbrunst ist die Freiheit der Gestalt vom Zwang der Welt, vom Bann der eignen Seele.

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Veschloss'ne Glut ist's, die am tiefsten wühlt.

Shakespeare, Zwei Herren aus Verona (The Two Gentlemen of Verona), Erstdruck 1623

Ich will nur das, was von selbst aus dir kommt, und ich lehne alle Liebesbezeugungen ab, die du in dir zu unterdrücken vermöchtest.

Alcoforade, Portugiesiche Briefe, 1669

Die Frau spricht 2. Eine Frau denkt Mein Mann schläft immer gleich ein … oder er raucht seine Zeitung und liest seine Zigarre … Ich bin so nervös . . . und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil. Man gibt ihnen so viel, wenigstens zu Beginn. Sie sind es nicht wert. Sie glauben immer, man müsse hochgeehrt sein, weil man sie liebt. Ob es das wohl gibt: ein Mann, der so nett bleibt, so aufmerksam wie am ersten Tag, wo er einen nahm …? Einer, der Freund ist und Mann und Liebhaber; der uns mal neckt, mal bevatert, der immer neu ist, vor dem man Respekt hat und der einen liebt … liebt … liebt … ob es das gibt? Manchmal denke ich: ja. Dann sehe ich: nein. Man fällt immer wieder auf sie herein.[100] Und ich frage mich bloß, wo diese Kerls ihre Nerven haben. Wahrscheinlich … na ja. Die diesbezüglichen Gaben sind wohl ungleich verteilt. So richtig verstehen sie uns nie. Weil sie faul sind, murmeln sie was von Hysterie. Ist aber keine. Und wollen wir Zärtlichkeit, dann haben die Herren meist keine Zeit. Sie spielen: Symphonie mit dem Paukenschlag. Unsere Liebe aber verzittert, das ist nicht ihr Geschmack. Hop-hop-hop – wie an der Börse. Sie sind eigentlich nie mehr als erotische Statisterie. Die Hauptrolle spielen wir. Wir singen allein Duett, leer in der Seele, bei sonst gut besuchtem Bett. Mein Mann schläft immer gleich ein, oder er dreht sich um und raucht seine Zigarre. Warum? Weil … Und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Die Frau spricht (II), in: Die Weltbühne, 17.12.1929, Nr. 51 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Feuer im Herzen schickt den Rauch in den Verstand.

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Lieber Name, den ich niemals nenne, Den ich lautlos nur mir selbst bekenne, Manchmal tönt auf Gassen, Plätzen, Wegen Mir dein Klang aus fremdem Mund entgegen. Manchmal auch aus eines Buches Zeilen Springst du auf und lädst mich zu verweilen. Aber immer schreck' ich scheu betroffen, Und mich dünkt, mein Herz läg jedem offen.

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Ein Herz ist des andern Spiegel.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Mein Innerstes Tief in mich, du enges Leben, Hast du meinen Sinn gepreßt; Willst die Worte frei nicht geben, Innen hältst du streng sie fest. Manchem kann ich mich ergießen Traulich in das Angesicht; Dort nur muß ich mich verschließen, Wo das Herz am wärmsten spricht. Bin ich ferne, strömt die Rede, Nah' ich, ist die Rede fern. Taglicht macht den Himmel öde, Nur im Dunkeln glüht der Stern.

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Ich will an dich denken. Ich denke an dich. Ich will nicht an dich denken. Ich denke an dich. An andere will ich denken. Ich denke an dich. An niemanden will ich denken. Ich denke an dich.

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So mag es wohl dem Teufel seyn Wenn er in seiner Höll allein Nach Himmels Freunden seufzt und klagt Dass ihn der Unmuth r'ausgejagt.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Georgund Jeanne Rahel d'Orville; undatierte Briefe 1773-1832.

Wenn ich denke, dass ich nicht mehr an dich denke, denke ich immer noch an dich. So will ich versuchen, nicht zu denken, dass ich nicht mehr an dich denke.

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Ich will mich sehnen, denn hieraus erzeugen sich all meine Gedanken; denn auch: will ich lieber lieben als geliebt sein [...].

Arnim, Ilius Pamphilius und die Ambrosia, 1848

Die Blindheit der Minnen Blendet auß' und innen.

Gottfried von Straßburg, Tristan, um 1210 (Fragment)

Bist du das weite Meer meiner Seligkeit? Wird mir Schweigen werden in deinem Frieden und ich geklärt mich wiederfinden in deiner Seele Spiegel?

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Späte Einsicht Die Lieb' ist wie die Sonne, Verwegner Uebermuth, Der schaudernd in der Wonne Der heißen Lebensgluth, Den Lichtquell zu ergründen, In seine Tiefe blickt, Muß da zuletzt erblinden Wo sich sein Herz entzückt. Doch wer nur still bescheiden Das sanfte Licht genießt, Woraus ein Meer von Freuden Für alle Wesen fließt, Wer nie die letzte Quelle, Nur ihre Wirkung sucht, Den labt die Sonnenhelle, Der keine Thräne flucht. So denk' ich oft und meine, Daß ich wohl gut gedacht. Doch wenn ich trostlos weine Hinaus in all' die Nacht, Wenn sich mein Auge wendet Zu Morgensternes Glanz, Da fühl' ich's nicht geblendet, Wohl aber blind es ganz.

Waiblinger, W., Gedichte. Lieder des Römischen Carnevals. Vermischte Gedichte. Erstdruck 1829. Originaltext

Verinnerlicht (Meinem Doktor Benn) Ich denke immer ans Sterben Mich hat niemand lieb. Ich wollt ich wär still Heiligenbild Und alles in mir ausgelöscht. Träumerisch färbte Abendrot Meine Augen wund verweint. Weiß nicht wo ich hin soll Wie überall zu dir. Bist meine heimliche Heimat Und will nichts Leiseres mehr. Wie blühte ich gern süß empor An deinem Herzen himmelblau – Lauter weiche Wege Legte ich um dein pochend Haus.

Lasker-Schüler, Gesammelte Gedichte, 1917