Liebe Sprüche – leben

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Ein Herz, aus dem der Liebe Ströme fließen, Ein Wille, der des Fleisches Trieb regiert; Ein Drang, in göttlich Tun sich zu ergießen, Ein Streben, das im Höchsten sich verliert, Ein Sinn, der das Vollkommene nur schätzet, Das ist das Ziel, den Menschen vorgesetzet.

Schreiber, Religion. Ein Gedicht in zwey Gesängen, 1813

Die sind es nicht wert geliebt zu werden, die nichts wagen. Liebe um zu leben, lebe um zu lieben.

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Die Liebe ist gefährlicher als das ganze Leben.

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Mitjemand leben oderinjemand leben ist ein großer Unterschied. Es gibt Menschen, in denen man leben kann, ohne mit ihnen zu leben, und umgekehrt. Beides zu verbinden ist nur der reinsten Liebe und Freundschaft möglich.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Wer wollte den Gutartigen, den Begabten, den Wunderlichen nicht lieben. Aber den Böswilligen, den Ungeistigen, den Langweiligen zu lieben gilt es. Nicht so sehr ein jovialer Wirt sein allen, die ihre Zeche mehr oder minder bezahlen, als der barmherzige Samariter derer, die nichts haben als ihr schmerzliches Schicksal.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1912

Denn Nichtlieben ist Tod und Lieben ist Leben.

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Liebe O reiche Armut! Gebend, seliges Empfangen! In Zagheit Mut! in Freiheit doch gefangen. In Stummheit Sprache, Schüchtern bei Tage, Siegend mit zaghaftem Bangen. Lebendiger Tod, im Einen sel’ges Leben Schwelgend in Not, im Widerstand ergeben, Genießend schmachten, Nie satt betrachten Leben im Traum und doppelt Leben.

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An die Liebe Von dir, oh Liebe, nehm ich an Den Kelch der bittern Leiden; Nur einen Tropfen dann und wann, Nur einen deiner Freuden! So wird dein Kelch, oh Liebe, mir Wie Feuerbecher glänzen; Auch unter Tränen will ich dir Mit Rosen ihn bekränzen.

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Der Schmerz Das Glück hat keine Lieder, das Glück hat keine Gedanken, das Glück hat nichts. Stoß an dein Glück, daß es zerbricht, denn das Glück ist boshaft. Das Glück kommt sacht wie das Säuseln des Morgens in das schlafende Gebüsch, das Glück gleitet vorbei wie leichte Wolken über dunkelblaue Tiefen, das Glück ist wie das Feld, das in der Mittagsglut schläft wie die endlose Weite des Meeres in den heißen lotrechten Strahlen, das Glück ist machtlos, es schläft und atmet und weiß von nichts ... Kennst du den Schmerz? Er ist stark und groß mit geballten Fäusten. Kennst du den Schmerz? Er lächelt hoffnungsvoll mit verweinten Augen. Der Schmerz gibt uns alles, was wir brauchen. er gibt uns die Schlüssel zum Reich des Todes, er schiebt uns durch die Pforte, wenn wir noch zaudern. Der Schmerz tauft das Kind und wacht mit der Mutter und schmiedet all die goldenen Hochzeitsringe. Der Schmerz herrscht über alle, er glättet die Stirn des Denkers, er legt den Schmuck um den Hals der begehrten Frau, er steht in der Tür, wenn der Mann von der Geliebten kommt ... Was ist es noch, was der Schmerz seinen Lieblingen gibt? Ich weiß nichts mehr. Er gibt Perlen und Blumen, er gibt Lieder und Träume, er gibt tausend Küsse, die alle leer sind, er gibt den einzigen Kuß, der wirklich ist. Er gibt uns unsere sonderbaren Seelen und merkwürdigen Einfälle, er gibt uns allen Lebens höchsten Gewinn: Liebe, Einsamkeit und das Angesicht des Todes.

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Die Geschichte meines Lebens ist die Geschichte meines Herzens.

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Die Liebe ist jetzt nicht mehr nur stark wie der Tod. Die Kraft Gottes ist mit der Stärke der Liebe schwach geworden bis in den Tod. Aber ihre Schwäche hat sich als stärker erwiesen als die stärkste Macht. Ihr Tod ist zu deinem Tod geworden, o Tod. Bewaffne dich also mit der Kraft der Liebe, wer immer du bist, du gottsuchender Angreifer, der du das Himmelreich erobern willst.

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Die Hindernisse sind das, was die Liebe erst interessant macht.

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Erringen will der Mensch, er will nicht sicher sein.

Goethe, Die Laune des Verliebten, entstanden 1767/68, Erstdruck 1806. 2. Szene, Egle zu Amine

Es gibt eine schöne Form der Verstellung: die Selbstüberwindung – und eine schöne Form des Egoismus: die Liebe.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Alles besiegt die Liebe und auch wir geben besiegt uns.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. 10, 69. Originaltext: Omnia vincit amor, et nos cedamus Amori

Die Liebe ist das große Feuer, das Leben unseres Lebens, die Triebkraft des Seins.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Auch zu lieben ist gut: denn Liebe ist schwer. Liebhaben von Mensch zu Mensch: das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist. Darum können junge Menschen, die Anfänger in allem sind, die Liebe noch nicht: sie müssen sie lernen. Mit dem ganzen Wesen, mit allen Kräften, versammelt um ihr einsames, banges, aufwärts schlagendes Herz, müssen sie lieben lernen.

Rilke, Briefe an einen jungen Dichter (Franz Xaver Kappus), 1903-1908. 14. Mai 1904

Mein Leben ist wie leise See: Wohnt in den Uferhäusern das Weh, wagt sich nicht aus den Höfen. Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn: aufgestörte Wünsche ziehn darüber wie silberne Möven. Und dann ist alles wieder still… Und weißt du, was mein Leben will, hast du es schon verstanden? Wie eine Welle im Morgenmeer will es, rauschend und muschelschwer, an deiner Seele landen.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Der neuen Gedichte anderer Teil, 1908

Das Leben ist Schlaf, dessen Traum die Liebe ist. Du wirst gelebt haben, wenn du geliebt haben wirst.

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Im Mannesleben Wird Liebe nur Episoden geben, Im Frauenleben Wird Liebe sich zur Geschichte erheben.

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Das Leben entflieht schnell. Nicht eine Sekunde kehrt zurück. Bemühen wir uns, möglichst viele Beweise der Liebe zu geben.

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