Liebe Sprüche – poetisch
89 Sprüche gefunden
Liebe will ich liebend loben, Jede Form, sie kommt von oben.
Ehret die Frauen! Sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben, Flechten der Liebe beglückendes Band, Und in der Grazie züchtigem Schleier Nähren sie wachsam das ewige Feuer Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
Dem schlecht'sten Ding an Art und Gehalt, leiht Liebe dennoch Ansehen und Gestalt.
Meine Lieder sandte ich dir, Meines Herzens strömende Quellen, Deine Locke sandtest du mir, Deines Hauptes ringelnde Wellen; Hauptes Welle und Herzens Flut, Sie zogen einander vorüber. Haben sie nicht im Kusse geruht? Schoß nicht ein Leuchten darüber?
Mit den Tönen Kommt das Sehnen, Reget sich der Liebe Schmerz. Wie sie beben Und verschweben, Bebt, verschwebt das stille Herz.
Es ist dies [die Liebe] die Zeugung im Schönen, dem Körper wie dem Geiste nach.
Unendlich schön ist Eros und seine Schönheit durchleuchtet die Psyche wie das Licht die Rose.
Die Musik reizt die Nachtigallen zum Liebesruf, die Möpse zum Kläffen.
Reiterscharen, Soldaten oder auch Schiffe halten die Menschen fürs Schönste auf dunkler Erde; ich meine aber, das Schönste sei, was die Liebe sehnend begehrt.
Sie geht und kommt; ich spreche, sie erwidert; Mit jedem Wort erscheint sie mir geschmückter.
Nur Schönes und Erdachtes kann Liebe nähren.
Du willst, daß ich in Worte füge Du willst, daß ich in Worte füge, Was flüchtig ist wie Windeswehn, Und meiner Seele Atemzüge, Die leisen, kannst du nicht verstehn? Doch glaub! die Wonne wie die Klage, Die nur in Geistertönen lallt, Bleibt eine unverstandne Sage, Wenn ihr das Herz nicht wiederhallt. Ihr Sinn ist hin, ihr Laut verklungen, Sobald die Lippe sie erst nennt: Nicht eignet sich für Menschenzungen, Was nur der Himmel weiß und kennt.
Wie mir Blut und Athem stockte, Süßer Schreck mein Herz befing, Als die schöne Blondgelockte Heut an mir vorüberging! Kaum vermocht' ich sie zu grüßen; Wie verzaubert blieb ich stehn, Lang noch den beschwingten Füßen Im Enteilen nachzusehn. War's das Haar, das fein und golden Leicht sich kraust' um Stirn und Schlaf? War's ein Strahl aus diesen holden Blauen Augen, der mich traf? War's ihr Gang, der reizend schwebte? Dieser Mund, der schweigend sprach? Meine ganze Seele bebte, Und noch immer bebt sie nach. Also bebt wohl bis zum Grunde Der Jasminbusch wonnevoll, Wenn er spürt. es kam die Stunde, Da er wieder blühen soll.
Ihr Namen nennen dich nicht. Dich bilden Griffel und Pinsel sterblicher Künstler nicht nach. Lieder singen dich nicht. Sie alle reden wie Nachhall fernester Zeiten von dir. Wie du lebest und bist, so trag ich einzig im Herzen, teuerstes Mädchen, dein Bild. Wäre Herzens Empfindung hörbar, jeder Gedanke würde dann Hymnus sein von dir. Lieben kann ich dich nur. Die Lieder, wie ich dich liebe, spar ich der Ewigkeit auf.
Die Namen Ich fragte meine Schöne: Wie soll mein Lied dich nennen? Soll dich als Dorimene, Als Galathee, als Chloris, Als Lesbia, als Doris, Die Welt der Enkel kennen?[67] Ach! Namen sind nur Töne: Sprach meine holde Schöne. Wähl' selbst. Du kannst mich Doris, Und Galathee und Chloris, Und – wie du willst mich nennen; Nur nenne mich die Deine.
Die gegeißelte Psyche Wo von alter Schönheit Trümmern Marmorhell die Säle schimmern, Windet blaß und lieblich eine Psyche sich im Marmelsteine. Unsichtbarem Geißelhiebe Beugt sie sich in Qual und Liebe, Auf den zarten Knieen liegend, Enge sich zusammenschmiegend. Flehend halb, und halb geduldig, Trägt sie Schmach und weiß sich schuldig Ihre Schmerzensblicke fragen: Liebst du mich? und kannst mich schlagen? Soll dich der Olymp begrüßen, Arme Psyche, mußt du büßen! Eros, der dich sucht und peinigt, Will dich selig und gereinigt.
Der Kuß im Traume Es hat ein Kuß mir Leben eingehaucht, Gestillet meines Busens tiefstes Schmachten, Komm, Dunkelheit! mich traulich zu umnachten, Daß neue Wonnen meine Lippe saugt. In Träume war solch Leben eingetaucht, Drum leb‘ ich, ewig Träume zu betrachten, Kann aller andern Freuden Glanz verachten, Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht. Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen, Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen Und mich verzehren seiner Sonne Gluten. Drum birg dich Aug‘ dem Glanze ird’scher Sonnen! Hüll dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen Und heilt den Schmerz wie Lethes kühle Fluten.
Flüstern, atemscheues Lauschen, Nachtigallenschlag, Silberglanz, des Bächleins Rauschen träumerisch im Hag. Licht der Nacht und nächtlich Dunkel, Schatten ringsumher, schöner Augen Glutgefunkel – Herz was willst du mehr? Aus den Wolken blühen Rosen, und es glüht im Hag – Wollusttränen, süßes Kosen – und der Tag! der Tag!
Schöne Fremde Es rauschen die Wipfel und schauern, Als machten zu dieser Stund Um die halbversunkenen Mauern Die alten Göttec die Rund. Hier hinter den Myrtenbäumen In heimlich dämmernder Pracht, Was sprichst du wirr wie in Träumen Zu mit, phantastische Nacht? Es funkeln auf mich alle Sterne Mit glühendem Liebesblick, Es redet trunken die Ferne Wie von künftigem, großem Glück!
Die Unvergleichliche Welch Ideal aus Engelsphantasie Hat der Natur als Muster vorgeschwebet, Als sie die Hüll' um einen Geist gewebet, Den sie herab vom dritten Himmel lieh? O Götterwerk! Mit welcher Harmonie Hier Geist in Leib und Leib in Geist verschwebet! An allem, was hienieden Schönes lebet, Vernahm mein Sinn so reinen Einklang nie. Der, welchem noch der Adel ihrer Mienen, Der Himmel nie in ihrem Aug' erschienen, Entweiht vielleicht mein hohes Lied durch Scherz. Der kannte nie der Liebe Lust und Schmerz, Der nie erfuhr, wie süß ihr Athem fächelt, Wie wundersüß die Lippe spricht und lächelt.
Gepriesen sei der Tag, der Mond, das Jahr, die Jahr- und Tageszeit, der Augenblick, das schöne Land, der Ort, da mein Geschick sich unterwarf ein schönes Augenpaar. Gepriesen sei die erste süße Qual der Strahlen ihres Blicks, die mich bezwangen, die Pfeile Amors, die mein Herz durchdrangen, die Herzenswunden tief und ohne Zahl. Gepriesen sei’n die Stimmen, die im Leeren verhallten, nach ihr rufend, dort und hier, das Seufzen, Weinen, Bitten und Begehren, gepriesen seien Feder und Papier, die ihren Ruhm verkünden und die schweren Gedanken, die ihr nah sind, einzig ihr.