Liebe Sprüche – poetisch

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Willst du? Willst du mit mir auf die Berge steigen, heimlich und still, daß uns niemand sieht, des Nachts, wenn alle Herzensquellen schweigen und die große Sehnsucht erwacht und glüht? Willst du? Dann zeigʼ ich dir unten die goldenen Lande, wo meine lebendigen Brunnen springen, wo purpurne Lilienglocken klingen am buntumspülten kristallnen Strande. Willst du mit mir auf der Höhe knieen, wenn Mitternacht Schlummer über uns gießt, wenn die Sterne in ruhigem Wandel ziehen und Seele in Seele überfließt? Willst du? Dann lös' ich mit trunken bebender Hand deines Haares wallende Herrlichkeit, dann lös' ich dein staub'ges Erdengewand und hülle dich in mein Königskleid! Willst du, wenn uns Atem des Lebens umquillt, wenn Talesglocken und Seufzer verwehten, wenn die Seele dem Dunkel entgegenschwillt, willst du mit mir zur Mitternacht beten? Willst du? Dann küß' ich deinen rotglühenden Mund aus tiefster Seele aufquellender Macht, dann grüß' ich dein leise zitterndes Haar und nenne dich Sehnsucht und Mitternacht

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Die Liebe [...] ist eigentlich ein Poetenmantel, den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern.

Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts, 1826. Originaltext

Meine Haare fliegen, Bin auf hellen Winden, Bin auf Flügelfüßen In die Lüfte gestiegen. Und mein Haupt steht golden In den Abendwolken, Purpurn wanken die Dolden Meiner Liebesgedanken.

Dauthendey, M., Gedichte. 1897

Die knabenhafte Dichterliebe ist unstreitig das Gefühl, das unsere Träume von der keuschen Wollust des Himmels am meisten verwirklicht.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. VI: Marginalien. Übers. B. Bessmertny

Die Dichter sind es oft, welche den Menschen ein verkehrtes Bild von der Liebe entwerfen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919