Liebe Sprüche – romantisch

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Bei der Lieb muß man die Augen niederschlagen, und da geschieht's denn leicht, daß sie auf einen Gegenstand fallen, der unter einem ist.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Heut nacht im Traum . . . Heut nacht im Traume sah ich dich, Du dehntest dich mit leisem Lachen Und schwätztest gurrend tausend Sachen. Ich kostete gleich Früchten dich, Wie ich mit durst'ger Lippe küsste Berg, Tal und Hügel, Wang' und Brüste. Ich war von einer Biegsamkeit, Die wirklich man bewundern musste, Herrgott, welche Kraft, welche Puste! Und du, Geliebte, zur selben Zeit, Welche Puste und Kraft, welche Schnelle Und Biegsamkeit der Gazelle. Am Morgen gab's in deinem Arm, Nur viel vollkomm'ner, im Erwachen Genau dieselben süssen Sachen.

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866

Das Beste, was Liebende im Laufe der Zeit einander werden können, das ist: Surrogate ihrer Träume oder Symbole ihrer Sehnsucht.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Treu-Lieschen Mein Lieschen, stell' das Weinen ein, Auf Regen folgt ja Sonnenschein. Ich kehr' mit Schwalb' und Flieder Und wohl noch früher wieder. Der Bursche sprach's. Vom Giebeldach Sah ihm Treu-Lieschen lange nach, Bis Hoffnung wiederkehrte Und ihren Thränen wehrte. Dei Äuglein wurden wieder klar, Das Herze jeden Kummers bar, Sie wußte: mit dem Flieder Kam ihr der Liebste wieder.

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Nur der ist reich, der geliebt wird und lieben darf.

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Alles fand die Menschheit im wilden Zustand, die Tiere, die Früchte, die Liebe.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Einladung zur Liebe Mädchen, wollt ihr mich nicht lieben? Seht, hier lieg ich in dem Schatten! Seht mich nur, ihr müßt mich lieben! Rosen blühen auf den Wangen, In den Adern glühet Feuer, In den Minen lacht Vergnügen, In den Augen locket Liebe, Und bewegen sich die Lippen, So bewegt sie Scherz und Freude. Mädchen, wollt ihr mich nicht lieben? Seht, hier lieg' ich in dem Schatten! Mädchen, seht, wie schön ich liebe!

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Und wenn dich das am tiefsten beugt Und wenn dich das am tiefsten beugt, Daß dich die Liebe kränkt: Gott ist's, der ihr die Ziele zeigt Und ihre Pfeile lenkt.

Josephson, Licht im Dunkel. Gedichte und Sprüche, 1902

Alles um die Liebe leiden Alles um die Liebe leiden: Giebt es wohl ein schön'res Los? Kein Verhängnis kann die scheiden, Welche lieben wahr und groß! Ihre Seele atmet freier – Hehrer Friede sie durchglüht – Immer wärmer, reiner, treuer Sie der Freundschaft Lenz umblüht! Kein Verhängnis kann die scheiden, Welche lieben wahr und groß!

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Wir wissen nicht, warum wir geliebt werden und können es nicht verstehen; aber es ist ein seliges Gefühl, das uns über die schwere Wolkendecke des Lebens zur Sonne emporträgt.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nur indem der Liebende eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Gegenstand seiner Liebe annimmt, vermag er der Geliebten zu gefallen.

Helvetius, Vom Geist (De l'esprit), 1758, sein Hauptwerk, wurde als staats- und religionsgefährdend öffentlich verbrannt; neue Ausgabe 1843

Liebe In kindlicher Seele erdämmert die Liebe, wie Grünes der Erde im Frühling entkeimt. Im Herzen der Jungfrau da knospet die Liebe, von künftiger Herrlichkeit sinnend sie träumt. Bis daß sie im Herzen des Weibes entfaltet zu üppigster Blüte berauschend erprangt. Im Herzen der Mutter zur edelsten Reife, zur Krone des Alls, zur Vollendung gelangt.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910

Meiner Frau In deinem Zimmer fand ich meine Stätte. In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin. Ich liege tagelang in deinem Bette Und schmiege meinen Körper an dich hin. Ich fühle Tage wechseln und Kalender Am Laken, das uns frisch bereitet liegt. Ich staune manchmal still am Bettgeländer, Wie himmlisch lachend man die Zeit besiegt. Bisweilen steigt aus fernen Straßen unten Ein Ton zu unserm Federwolkenraum, Den schlingen wir verschlafen in die bunten Gobelins, gewirkt aus Küssen, Liebe, Traum.

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Ein Herz, das in Liebe zu deinem Herzen hält Ein Stückchen sinkender Mond Schaut über den Ackerrand, Als vergräbt den Mond Eine unsichtbare Hand. Weit ins Land Hängt Stern bei Stern in der Luft, Und sie alle sinken bald Wie der Mond in die Ackergruft. Wo am Tage die Wege, Berge und Brücken winken, Hocken Laternen im Dunkel, Die wie kleine Spiegel blinken. Sie alle verlöschen Und brennen nur ihre Zeit, Dunkelheit aber steht hinter den Dingen Und läßt nichts erkennen, Als ein dunkles Kommen, Vorüberrennen und Dingebenennen. Und kein Tag Und kein Licht kann frommen; Nie wird die Dunkelheit Der Welt ganz fortgenommen. Nur ein Herz, Das in Liebe zu deinem Herzen hält, Nimmt von dir Die Dunkelheit der ganzen Welt.

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Die Lieb' versüßet jede Plage, Ihr opfert jede Kreatur.

Schikaneder, Die Zauberflöte (Libretto), 1791

Frauen haben sich in Liebesdingen nichts zu sagen.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Aus deiner Liebe ... Aus deiner Liebe kommt mir solch ein Segen, Sie macht mein Herz so sorglos und so fest, Ich kann so ruhig mich drin niederlegen, Wie sich ein Kind dem Schlafe überlässt. Ich geh dahin von Zuversicht getragen, Seit neben deiner meine Seele schweift; So, wie man wohl an schönen Sommertagen Durch reife Ährenfelder sinnend streift. Da gleiten sanft die Finger über Blüten Und Halme hin, wie eine Mutter pflegt, Und alles Leben möchte man behüten, Das seine heil'ge Saat zum Lichte trägt.

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Die Liebe ist das Beste, was wir haben auf dieser Erde. Und gerade aus ihr kommt unser größtes Leid.

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Wo kein Gift im Herzen ist, sondern harmlose Liebe, da blühen sonder Kunst und Geld wie auf freier Wiese tausend Blumen, tausend Freuden auf dem Lebensacker.

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Vöglein, wohin so schnell? »Nach Norden, nach Norden! Dort scheint die Sonne nun so hell, Dort ist's nun Frühling worden.« O Vöglein mit den Flügeln bunt, Und wenn du kommst zum Lindengrund, Zum Hause meiner Lieben, Dann sag' ihr, daß ich Tag und Nacht Von ihr geträumt, an sie gedacht, Und daß ich treu geblieben. Und die Blumen im Tal Grüß' tausend, tausendmal!

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lieder als Intermezzo, 16.

Die Großmutter wunderte sich oft darüber, daß sie mit mir so freundlich seien; sie wußte nicht, daß eigentlich jeder Mensch Liebe in der Brust hat, auch wenn sie hart wie Felsen scheint; daß in der Tat viele Menschen die Liebe nicht zeigen können, gewöhnlich weil sie in der Jugend zurückgedrängt worden.

Gotthelf, Der Bauern-Spiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf, 1837. Meine Kindheit