Liebe Sprüche – romantisch

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Liebe, wie leise sie spreche, sie spricht doch hörbar fürs Herz hin.

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Die Liebe hat all' meinen Mißmut vertrieben, Denn Liebe weckt Leben – und leben heißt lieben.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Am Wege Ich kannte eine. Wie sie hieß? Wer nennt das Wort, das mir verklang? Vergessen ist's. Ich weiß nur dies: daß ich sie liebte und umschlang. Das Lied von der, die mir entschwand, singt nun der Nachtwind meinen Ohren – Am Wege hab ich sie verloren, die sich zu mir am Wege fand ...

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Ich hörte stets, daß Liebe kurze Lust Und langes Leid zu bringen pflegt.

Hebbel, Die Nibelungen. Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen, 1861

So wie schon manche Schülerin zur Geliebten wurde, so könnte umgekehrt mancher Liebhaber kuriert werden, wenn er seine Geliebte zur Schülerin bekäme.

Spazier et al. (Hg.), Zeitung für die elegante Welt, 1801-1859. 1815

Weshalb, o Liebe ist im Erdenstaube Geliebt zu werden Unheil und Verderben? Ach, mit Cypressen schmückst du deine Laube Und lässest uns mit Seufzern um dich werben. Wie ich, vom Duft entzückt, die Blume raube, Und lasse sie an meinem Busen sterben, So wird das zarte Haupt, das uns beglückt, An unser Herz gelegt und da – zerdrückt.

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In der Liebe gibt es einen Moment, wo sie sich selbst genügt, wo sie glücklich ist, zu existieren.

Balzac, Das verfluchte Kind (L’enfant maudit), 1831

In erster Liebe liebt die Frau den Mann, Dann liebt die Liebe selbst sie immerdar, Die als Gewohnheit sie nicht lassen kann Und die sie wechselt wie ein Handschuhpaar; Ihr werdet's sehn, stellt den Versuch ihr an: Wenn einer auch zuerst ihr alles war, Nimmt doch sie später zu Liebhabern mehre Und ohne daß der Zuwachs sich beschwere.

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Wer uns liebt, bleibt uns lieb, selbst wenn er uns Unliebes erweist.

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Liebe, dein Schweigen ist schön – und lieblicher oft, als dein Sprechen!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Einer Toten Wie fühl' ich heute deine Macht! Als ob sich deine Wimper schatte Vor mir auf diesem ampelhellen Blatte Um Mitternacht! Dein Auge sieht Begierig mein entstehend Lied. Dein Wesen neigt sich meinem zu, Du bist's! Doch deine Lippen schweigen – Und liesest du ein Wort, das zart und eigen, Bist's wieder du, Dein Herzensblut, Indes dein Staub im Grabe ruht. Mir ist, wann mich dein Atem streift, Der ich erstarkt an Kampf und Wunden, Als sei'st in deinen stillen Grabesstunden Auch du gereift An Liebeskraft, An Willen und an Leidenschaft. Die Marmorurne setzten dir Die Deinen – um dich zu vergessen, Sie erbten, bauten, freiten unterdessen, Du lebst in mir! Wozu beweint? Du lebst und fühlst mit mir vereint!

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Wo zwei heiße Verlangen sich begegnen, da ist die Liebe vollkommen.

Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit, 1869. VII, 16

Lieblicher als alles, Ist erster Liebe Glut! – Sie steht allein, Wie Adams Rückerinnrung seines Falles; Die Frucht der Kenntnis ist gepflückt, und kein Genuß im weiten Rund des Erdenballes Kann dieser Göttersünde würdig sein; – Sie bleibt die wirkliche Prometheusflamme, Von der es heißt, daß sie vom Himmel stamme.

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Der Jugend erste Liebesschwüre, Beseelt vom heißesten Verlangen, Sind weiter nichts als Perlenschnüre, Der Liebsten um den Hals gehangen. Das Band zerreißt, die Perlen rollen, Wer reiht sie wieder auf die Schnur? Gleichgültigkeit und leises Grollen, – Vorbei die Lieb', verweht der Schwur.

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Die Liebe gleicht jenen Krankheiten, die gefährlich sind, wenn sie den befallen, den sie in seiner Jugend verschont haben.

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O du lebst! Das arme Zimmer Ist von deinem Schritt erfüllt. Leicht und lächelnd, lächelnd immer, Bleibt, dem Raum vertraut, dein Bild. Samt und Feuer deiner Worte Schwingen noch, verhallen nicht. Gold der Töne! Alle Orte Unserer Stunden sind Gedicht. Kehre wieder! Ach mein Leben Mit dem deinen ist verkettet. Grenzenlos verströmt Vergeben. So vereint sind wir gerettet. Trunken sind die Himmel, fühle! Stern entbrennt! Dich rauscht der Hag! Niemals treibe uns einst Kühle In den schattenlosen Tag.

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Wer nie Leid durch Lieb' gewann, der weiß auch nicht, wie Liebe lohnen kann!

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Die Liebe ist des Wissens Kern. Wer wirken will, muß lieben.

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Uns ist gemessen mit gleichen Maßen: Willst du Liebes haben, so mußt du Liebes lassen.

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Die Loreley Ich weiß nicht was soll es bedeuten Daß ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr gold'nes Geschmeide blitzet, Sie kämmt ihr goldenes Haar. Sie kämmt es mit goldenem Kamme Und singt ein Lied dabey; Das hat eine wundersame, Gewaltige Melodei. Den Schiffer, im kleinen Schiffe, Ergreift es mit wildem Weh; Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh'! Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn; Und das hat mit ihrem Singen Die Loreley gethan.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827

Um die Zeit der Sonnenwende Ging der Winter auch zu Ende. Mit dem Frühling wuchs der Tag, Mit dem Tage wuchs mein Lieben, Und ich sah in Hof und Hag, Wie die Zweige Blüten trieben. Um die Zeit der Sonnenwende Ging der Sommer auch zu Ende. Mit dem Winter wuchs die Nacht, Mit der Nacht wuchs auch mein Lieben, Denn in meines Herzens Schacht War es Frühlingstag geblieben.

Fallersleben, H., Gedichte. Aus: Buch der Liebe, 1836