Liebe Sprüche – romantisch

4515 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe romantisch

Es ist vielleicht schwieriger,eineFrau immer zu lieben, als zwei zugleich.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Laue Sommernacht; am Himmel Stand kein Stern; im weite Walde Suchten wir uns tief im Dunkel, Und wir fanden uns. Fanden uns im weiten Walde In der Nacht, der sternenlosen, Hielten staunend uns im Arme In der dunklen Nacht. War nicht unser ganzes Leben So ein Tappen, so ein Suchen? Da: In seine Finsternisse, Liebe, fiel Dein Licht.

Internet

Auch der Liebe Himmel hat ein Morgen- und ein Abendrot.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das zerbrochene Herz Von Sinnen ist, wer je erklärt, Er sei verliebt schon stundenlang: nicht, weil solang Liebe nicht währt – Nein, weil sie zehn in kürzerer Zeit verschlang! Wer glaubt mir, schwör ich noch so fest, Ein Jahr schon litt ich an der Pest? Und wer lachte nicht lauthals, wenn ich sag, Ich sah ein Pulverfaß, das brannte einen Tag? Welch armes Ding ist doch ein Herz, Fällt es der Liebe in die Hand! Ja, Platz läßt jeder andere Schmerz Für andere Schmerzen – sie nur packt uns ganz. Die andern nahn sich sacht – sie reißt Den Schlund auf, und wir sind verspeist! Wie Kettenkugeln mäht sie unsere Reihn: So kleine Fische sind die Herzen diesem Hai. Wenns anders wär, sag mir, wo blieb Mein Herz, als ich dich erstmals sah? Ich nahm ein Herz ins Zimmer mit, Und als ich fortging, war es nicht mehr da. Bei dir kann es nicht sein, denn dann Hätt mein Herz deinem lieb getan, Und es erweicht. Die Macht der Liebe wars: Ihr erster Schlag zerschlug mein Herz wie Glas.

Internet

Durch die Liebe hat mancher den Verstand verloren, durch den Verstand mancher die Liebe.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ich möchte Bündigeres, Einfacheres, Ernsteres; ich möchte mehr Seele und mehr Liebe und mehr Herz.

Internet

... weihe dem Mann eine Träne, der für die Liebe geschaffen; niemand erwidert ihm das Bedürfnis seines Herzens und er ist zum Leiden geschaffen.

Pestalozzi, Ein Schweizer-Blatt (Wochenschrift), 1782. Nr. 42, Epistel über die Freundschaft an Phryne, 17. Oktober 1782

Die Geständnisse leidenschaftlicher Liebe werden nur unter Schülern, die in die Liebe verliebt sind, gut aufgenommen und unter Backfischen, die von Neugier und brachliegender Zärtlichkeit verzehrt werden, die vielleicht auch schon vom Instinkt geleitet sind, der ihnen sagt, hier gehe es um das Hauptanliegen des Lebens und sie könnten sich nicht früh genug damit befassen.

Internet

Damit sie kommen Eine Kerze genügt. Ihr Licht, das matte, fügt sich besser, schmeichelt mehr, wenn sie kommen, die Schatten, die Schatten der Liebe. Eine Kerze genügt. Das Zimmer sei heut' abend ohne helles Licht. Tief in Träumerei versunken, voll Empfänglichkeit und bei schwachem Licht – so in Träumerei versunken gebe ich mich Gaukelbildern hin, damit sie kommen, die Schatten, die Schatten der Liebe

Internet

Sonntag Wie lieb' ich es, an Sonntagnachmittagen Allein zu sitzen im vertrauten Zimmer; Durchs Fenster bricht der Sonne heller Schimmer, Das Buch vergoldend, das ich aufgeschlagen. Die Straßen; es rollen keine Wagen; Des Marktes Lärm verstummt, als wär's auf immer, Und all des Sonntagsstaates bunter Flimmer, Er ward hinaus in Wald Flur getragen. Verlassen fühlt sich, wer zurückgeblieben, Und manches schöne Auge blickt verdrossen, Und manche Wünsche unerfüllt zerstieben. Es ruht das Leben, wie in sich zerflossen; Doch still erfüllt sich auch geheimes Lieben, Und einsam wird des Geistes Glück genossen.

Internet

In hundert Gestalten Mancherlei Gestalt hat meine Liebe, hundertfach verwandeln kann sie sich. Wie die Flut – als wärst du eine Insel brandet meine Leidenschaft um dich. So, als wärst du eine Kathedrale, die ehrwürdig ragt zum Himmel auf, rankt sie demütig zum andern Male wie der Efeu sich an dir hinauf. Manchmal springt sie, wie ein Straßenräuber einen Reichen überfällt, dich an, manchmal tritt sie zag und unterwürfig, einem Bettler gleich, an dich heran. Bald bestürmt sie dich wie ein Gewitter der Karpaten Firn, mit Donnerhall, bald besingt sie dich, so wie der Rose süße Lieder singt die Nachtigall. Also wandelt stets sich meine Liebe wie das Leben, und sie endet nie. Strömt sie wie ein stiller Strom oft sanfter, glaub mir, um so tiefer nur ist sie.

Internet

Der Liebe ist jede kleine Schwäche und Eigentümlichkeit lieb. Der Liebe ist jedes Opfer willkommen, da es garnicht als solches empfunden wird. Da, wo die Geduld anfängt, ist schon alles verfehlt, und das Leben eine traurige Komödie.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Geduld

Ich komme zu dir in der Nacht Ich komme zu dir in der Nacht, Und auf die Stirn gar lind und sacht Leg ich der Liebe treue Hand, Daß sie die bösen Schmerzen bannt. Ich neige mich auf dein Lager nieder Und streichle deine zarten Glieder. Den brennend sehnsuchtskranken Mund Küß' ich mit einem Kuß gesund. Mein Lieb, hörst du mich denn nicht kommen? Ich gleite durch die weite Nacht, Hab' meinen Flug zu dir genommen, Ich weiß, auch deine Seele wacht. Sie sucht des Freundes Bild im Schatten Und will vor Harren fast ermatten, Denn lange, lange währt die Frist, Bis ihr der Freund beschieden ist. – Fühlst du mich nicht? O laßt euch rühren, Geheime Geister der Natur! Laßt Blick und Hand und Hauch sie spüren, Als sei ein Traum die Trennung nur!

Internet

Ohne die Liebe ist jedes Opfer Last, jede Musik nur Geräusch, und jeder Tanz macht Mühe.

Internet

Hätt ich geahnt, als ich zuerst Dich schaute daß mich die warme Sonne Deiner Blicke verjüngen würde und mit dem Geschicke feuriger Glut im Alter noch betraute. Ich wäre, wie der Hirsch, der Luchs, der Panther entflohen jeder schnöden Schicksalstücke und wäre hingeeilt zu meinem Glücke. Längst wären wir begegnet dann einander! Doch warum gräm ich mich, wo ich nun finde in Deinen Engelsaugen meinen Frieden, all meine Ruhe und mein ganzes Heil? Vielleicht wär damals mir dies Angebinde noch nicht geworden, das mir nun beschieden, seit Deiner Tugend Fittich ward mein Teil.

Michelangelo, Sonette. An Tommaso Cavalieri, 1532

Omnia sol temperat Alles macht die Sonne mild, sie, die Reine, Zarte. Neues schließt das Angesicht des Aprils der Welt auf. Wiederum zu Amor hin drängt die Brust des Mannes. Über alles Liebliche herrscht der Gott, der Knabe. Solche Allerneuerung in dem feierlichen Frühling, und des Frühlings Machtgebot will, daß wir uns freuen. Altvertraute Wege weist er, auch in deinem Frühling fordert Treu und rechten Sinn: Halt ihn fest, der Dein ist! Liebe mich mit treuem Sinn! Sieh auf meine Treue, die von ganzem Herzen kommt und von ganzem Sinne. Gegenwärtig bin ich dir auch in weiter Ferne. Wer auf solche Weise liebt, ist aufs Rad geflochten.

Internet

Wieviele emanzipierte Frauen sind mutig genug zuzugeben, daß in ihnen die Stimme der Liebe ruft, ganz heftig in ihrer Brust klopft und drängt, um gehört und befriedigt zu werden?

Internet

Mein erster Traum in dieser Welt war Liebe, Mein erst Erwachen war der Schmerz.

François, Gedichte einer früh Verklärten in chronologischer Folge. Eine Erinnerungsgabe, 1844 (posthum)

Ein Wort – ein Zunder Im Briefe Dein Das Wörtchen klein: "Ich liebe Dich!" Wie fesselt's mich! Daß ich darauf muß immer sehn, Bis mir die Augen übergehn! Das Wort im Brief Wie warf es tief Mir seine Glut In Seel' und Blut! Vielleicht geschrieben ohne Acht, Was hat dies Wort in mir entfacht!

Internet

Verbotene Liebe Der Mond ist aufgegangen, Mein Schatz, komm her zu mir, Ich hatte groß Verlangen Den ganzen Tag nach dir. Die Welt darf ja nicht wissen Um die verbot'ne Lieb' – Sich selten nur zu küssen, Das macht das Leben trüb.

Internet

Das Verlangen entspringt ebensooft aus der Schwierigkeit wie aus der Leichtigkeit des Sieges. Alle menschlichen Leidenschaftenentstehen oderbestehen durch eine dieser beiden Tatsachen, die sich ins Reich der Liebe teilen.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35