Liebe Sprüche – romantisch

4515 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe romantisch

Die Liebe ist Dunst und das flüchtige Leben ein Traum.

Leuthold, Gesammelte Dichtungen in drei Bänden. Eingeleitet und nach den Handschriften hg. von Gottfried Bohnenblust, Frauenfeld 1914. Aus: Sehnsucht

Coralie II Wie dort durch der Brandung Zischen Sich erstreckt der Hafendamm, So erstrecke ich mich zwischen Dich und deinem Bräutigam. Auf neutralem Boden schlummern Ist mir ein besondrer Reiz, Wie das Leben zwischen Pummern Und Palermo in der Schweiz. Eisig krappelt's übern Rücken, Schloßenschauer fühl ich nah; Hingestreckt vor meinen Blicken Feurig glüht Italia

Wedekind, F., Gedichte. Die vier Jahreszeiten, entst. zwischen 1877 und 1905.

An die Erwählte Hand in Hand! und Lipp auf Lippe! Liebes Mädchen, bleibe treu! Lebe wohl! und manche Klippe Fährt dein Liebster noch vorbei; Aber wenn er einst den Hafen, Nach dem Sturme, wieder grüßt, Mögen ihn die Götter strafen, Wenn er ohne dich genießt. Frisch gewagt ist schon gewonnen, Halb ist schon mein Werk vollbracht! Sterne leuchten mir wie Sonnen, Nur dem Feigen ist es Nacht. Wär ich müßig dir zur Seite, Drückte noch der Kummer mich; Doch in aller dieser Weite Wirk ich rasch und nur für dich. Schon ist mir das Tal gefunden, Wo wir einst zusammen gehn Und den Strom in Abendstunden Sanft hinuntergleiten sehn. Diese Pappeln auf den Wiesen, Diese Buchen in dem Hain! Ach, und hinter allen diesen Wird doch auch ein Hüttchen sein.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Löwenliebe Als jener junge Schopenhauer am Löwenkäfig in Berlin der gelben Bestien Wollustschauer sah stumm an sich vorüberziehn – da schrieb er auf in seinem Büchlein: »Der Löwe liebt nicht vehement. Von Leidenschaft auch nicht ein Rüchlein; der schwächste Mann scheint mehr potent.« Der Wille macht noch kein Gewitter. Gehirn! Gehirn gehört dazu. Der muskelstarke Eisenritter gibt bald im Frauenschoße Ruh. Du liebst. Und heller noch und wacher fühlt dein Gehirn und denkt dein Herz. Der Phallus ist ein Lustentfacher – du stehst und schwingst dich höhenwärts. Du liebst. Wo andre dumpf versinken, bist du erst tausendfältig da. Laß mich aus tausend Quellen trinken, du Venus Reflectoria –! Berauscht – ach, daß ichs stets so bliebe! Getönt, bewußt, erhöht, gestuft – Das ist die wahre Löwenliebe. Du Raubtierfrau! Es ruft. Es ruft.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 01.07.1920, Nr. 27 (Theobald Tiger)

So viel Liebe so viel Glück.

Cämmerer (Übers.), Des Tiruwalluwer (Tiruvalluvar) Gedichte und Denksprüche aus dem Tamulischen übersetzt von August Friedrich Cämmerer, 1803

Unruhe Du mein Gestirn, dem in der Frühe Mein erster Gruß beglückt erwacht! Du meines Tages Sorg' und Mühe, Die leuchtend meines Ringens lacht! Mein Hoffnungspol im Abendreigen, Wenn Leidenschaft beruhigt quillt! Mein Traum, mein Sagen und mein Schweigen, Du heißgeliebtes Menschenbild! Du magst, in deines Daseins Blüthe Dich selig sonnend, nicht verstehn Die Regungen, die durch's Gemüthe Mir selbst unfaßbar, quälend gehn. Ein Ahnen sagt dir wohl mit Bangen Die fremde Gluth, die du entfacht, Du gehst vorüber halb befangen, Und übst doch deine ganze Macht! Du kommst und gehst, so kommt mein Hoffen, So treibt mein Trotz es in die Flucht, So fühlt mein Wesen sich getroffen Von Ungeduld und Eifersucht. Du nahst mit Lächeln meinen Kreisen: Wer glaubt's, wie bald ein Herz vergißt? Ich steh gebannt von Zauberweisen, Und muß dich lieben, wie du bist!

Roquette, O., Gedichte. 3. Auflage, Stuttgart 1880. Originaltext

Entgöttert O daß ich doch von dir geschieden wäre, Als ich am Gipfel meines Glückes stand; Nur süße Schmerzen hätt' ich dann gekannt, Nicht diese grenzenlose, wüste Leere. Denn all mein Lieben ist zu nichts zerronnen, Und all mein Glück zerfiel in eklen Staub; Daß Du, auch Du, mein Lieb, der Sünde Raub, – O daß ich die Erkenntnis nie gewonnen. Der Dich so süß verklärt, der Heil'genschimmer, Verblichen ist er, und ein Phosphorlicht Mit bläulichgrünen Strahlen Dich umflicht, – Ich aber glaub' an reine Liebe nimmer.

Dörmann, Neurotica. Gedichte, 1891. Ekstasen

Ich sende dir die bleichen Veilchen: Ihr Duft und ihre Farbe schwanden. Sie blühten nur ein kleines Weilchen. Nur sind Gestalt und Namen noch vorhanden! So ragt dir recht in Herzensmitten gespenstisch nur und trübe die Liebe auf, die ausgelitten: Kein Kuß, kein Lächeln, und noch immerLiebe.

Hille, Aus dem Heiligtum der Schönheit, hg. von Fritz Droop 1909 (posthum)

An der Quelle In der zarten Rosenschale Deiner kleinen Elfenhand Perlte die kristallne Welle Einer kühlen, klaren Quelle, Und ich hielt, ein durst'ger Zecher, Den lebendig süßen Becher An der Lippen heißen Rand. Und ich trank in tiefen Zügen – Trank Vergessen alles dessen, Was mein Herz vor dir besessen, Trank Verwehen aller Lügen, Die wie Staub am Kleide kleben, Trank ein seltsames Enteilen Alles Häßlichen, Gemeinen, Trank ein wunderbares Heilen Aller Kain- und Wundenmale, Die das Leben mir gegeben, Trank die Liebe, deine Liebe Gleich der frischen, sternenreinen, Perlenden, kristallnen Welle Einer kühlen, klaren Quelle Aus der zarten Rosenschale Deiner kleinen Elfenhand.

de Nora, Gedichte. Erfüllung, 1916

Wenn ein Mann ohne Einfluß und ohne Vermögen liebt und geliebt wird, neiden ihm selbst die Götter sein Glück!

Anet, Männer – Frauen und ... Betrachtungen über die Liebe, übertragen und bearbeitet von Georg Schwarz, 1928. Kapitel 6. Die Männer

Die Literatur ergreift von uns Besitz, wenn wir noch ganz jung sind. Lange, ehe wir die Liebe kennen lernen, haben wir über sie gelesen und nachgedacht.

Anet, Männer – Frauen und ... Betrachtungen über die Liebe, übertragen und bearbeitet von Georg Schwarz, 1928. Kapitel 3. Literatur und Liebe

Dich liebt ich nicht Dich liebt ich nicht, Ob dir die Lippe auch von Liebe sprach! Dich liebt ich nicht, Ob aus dem Auge auch Begeistrung brach! Dich liebt ich nicht, Ob ich's auch selbst im Traume nicht geglaubt! Dich liebt ich nicht, Ob du auch meinen Frieden mir geraubt! Den ich geliebt, Das war ein vielmal größerer als du! Den ich geliebt, Der strebt mit mir den höchsten Höhen zu! Der war mir gleich, War ebenbürtig mir, war mein Genoß. Ein Denken schied, Ein Fühlen trennte uns vom großen Troß! Dich liebt ich nicht! Dir gilt die Thräne nicht, die heut ich wein': Dem hehren Traum, Der mir versunken ist, gilt sie allein! Ich weiß es heut': Aus meiner Seele nahm ich all den Glanz, Den ich dir lieh: Welk fällt von deinem Haupt der fremde Kranz. Dich liebt ich nicht! Geliebt hab ich mit Herzensallgewalt Das eig'ne Werk: Ein Wahngebild nur – eine Luftgestalt!

Schrattenthal (Hg.), Unsere Frauen in einer Auswahl aus ihren Dichtungen. Poesie-Album zeitgenössischer Dichterinnen, hg. von Karl Schrattenthal, 1888. Originaltext

Dem Geliebten entgegengehen, beflügelt den Schritt, und [...] mit dem Geliebten heimgehen, ist der Inbegriff aller Seligkeit.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. 9. September 1809

Unreife Liebe sagt: „Ich liebe dich, weil ich dich brauche.“ Reife Liebe sagt: „Ich brauche dich, weil ich dich liebe.“

Konfuzius, zitiert in: Fromm, Die Kunst des Liebens (EA 1956: The Art of Loving), Ullstein, Berlin 1973

Die Liebe überwindet alles, und wir beugen uns ihrer Macht.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. Ekloge 10: Gallus

Ich bin so still, du Traute, und immer schweigen wir. Du bist eine schlanke Laute, der Frühling spielt auf dir. Drum bin ich so still, du Ziere, weil oft mir Angst geschieht, daß ich einen Laut verliere aus deinem lieben Lied.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Dir zur Feier. 1897/1898

Flieg zu ihr, mein Lied, mit leichten Schwingen und verkünde ihr, Welch ein stilles, frohes Leuchten In dem treuen Herzen mir. Das mit heiligem Gefunkel Aufhellt unsrer Liebe Nacht, Misstraun, Furcht und banges Dunkel Scheucht des Tages lichte Pracht. Lang' von stummer Furcht bezwungen, Hörst du? hat der heit're Sinn Gleich der Lerche froh gesungen Durch den klaren Himmel hin. D'rum zu ihr den Flug genommen, Dass von keinem Leid beschwert Ich sie heisse hochwillkommen, Sie, die endlich wiederkehrt.

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866. Das schlichte Lied

Liebe ist wie eine zarte Blume; wenn die Kälte einer frostigen Nacht ihr Herz verwelkt, so geht sie von der Spitze aus bis zur Wurzel.

Jacobsen, Frau Marie Grubbe. Interieurs aus dem 17. Jahrhundert, 1876

Ich säume liebentlang Ich säume liebentlang durchs Morgenlicht, Längst lebe ich vergessen – im Gedicht. Du hast es einmal mir gesprochen. Ich weiß den Anfang – Weiter weiß ich von mir nicht. Doch hörte ich mich schluchzen im Gesang. Es lächelten die Immortellen hold in deinem Angesicht, Als du im Liebespsalme unserer Melodie Die Völker tauchtest und erhobest sie.

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier

Ein leeres Herz bedarf der reinen Liebe, einer Liebe, die stärkt, die Leben gibt; oder kennst du nicht jenen teuren Ort, wo es alles gibt, was in dir selbst nicht ist?

Ilić, Der Fischer (Ribar), 1880. Unbek. Übersetzung

Liebe, Husten und Bauch kann man nicht verstecken.

Internet