Liebe Sprüche – romantisch

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Die Liebe Eine Schale des Harms, eine der Freuden wog Gott dem Menschengeschlecht; aber der lastende Kummer senket die Schale, Immer hebet die andre sich. Irren, traurigen Tritts wanken wir unsern Weg Durch das Leben hinab, bis sich die Liebe naht, Eine Fülle der Freuden In die steigende Schale streut. Wie dem Pilger der Quell silbern entgegenrinnt, Wie der Regen des Mays über die Blüthen träuft, Naht die Liebe; des Jünglings Seele zittert, und huldigt ihr! Nähm' er Kronen und Gold, mißte der Liebe? Gold Ist ihm fliegende Spreu; Kronen ein Flittertand; Alle Hoheit der Erde, Sonder herzliche Liebe, Staub. Loos der Engel! Kein Sturm düstert die Seelenruh Des Beglückten! Der Tag hüllt sich in lichters Blau, Kuß, und Flüstern und Lächeln Flügelt Stunden an Stunden fort. Herrscher neideten ihn, kosteten sie des Glücks, Das dem liebenden ward; würfen den Königsstab Aus den Händen, und suchten Sich ein friedliches Hüttendach. Unter Rosengesträuch spielet ein Quell, und mischt Dem begegnenden Bach Silber. So strömen flugs Seel' und Seele zusammen, Wenn allmächtige Liebe naht.

Hölty, L., Gedichte. Entstanden 1773, Erstdruck in: Musenalmanach 1774, Göttingen. Originaltext

Kommt! Ich bin nicht von der Asra Stamm geboren, Die sterben müssen, wenn sie lieben! Ich bin kein Baum, der alle Kraft verloren, Wenn er die eine Frucht getrieben. Mein Herz gleicht jenen Äckern, die voll Ähren An reifen Sommertagen prangen Und klirrend ihrer Schnitterin begehren ... Und sieh, die Schnitt'rin kommt gegangen. Mit hellen Augensternen oder dunkeln – Mit blonden oder braunen Locken – Und läßt die Sichel in der Sonne funkeln – Und schneidet lachend ihren Roggen. Mein Herz ist reich und süß ist seine Spende. Kommt, schöne Schnitterinnen, Und erntet Liebe! Liebe ohne Ende! Denn immer neue sprießt darinnen.

de Nora, Gedichte. Stürmisches Blut. Hundert Gedichte von A. De Nora, Leipzig 1905

Dreien Schwestern So freundlich, so geneigt, so gütig an Geberden, so zart, so tugendhaft, so götlich um und an, als keine Göttin nicht geschätzet werden kan, so hochbegabt seid ihr, ihr Gratien der Erden, die durch die Himlischen mehr himlisch täglich werden, die ihre Schwestern sind. Es glaubt es Iederman, daß die Vollkommenheit sich ganz in euch vertan und muß es auch der Neid bekennen ohn' Beschwerden.Euphrosyneist keusch,Thaliazart und schöne,Aglaiafrom und gut. Diß liebliche Getöne von so viel Tugenden macht eine Harmonei mit solcher Treflichkeit in euren dreien Leibern, daß Orpheus sich befragt bei allen klugen Weibern, ob seiner Harfen Klang in euch verwandelt sei?

Fleming, Teütsche Poemata, 1642 (posthum). Sonnette, Liebesgedichte. Originaltext

Huldigung Euch, ihr Schönen, Will ich fröhnen Bis an meinen Tod, Mit Gesangesweisen Bis an meinen Tod Eure Tugend preisen. Ihr, o Guten, Wohlgemuthen, Macht das Leben süß, Macht den Mann zum Engel, Und zum Paradies Eine Welt voll Mängel. Wer die Süsse Treuer Küsse Nicht gekostet hat, Irret wie verloren Auf dem Lebenspfad, Ist noch ungeboren. Wer die Süsse Treuer Küsse Schon gekostet hat, Glänzt vom Himmelsscheine; Wo sein Fuß sich naht, Blühen Rosenhaine.

Hölty, L., Gedichte. Entstanden 1772. Originaltext

Schach Sieh', der Springer in dem Schache, Über dunkle, über lichte Felder eilt er raubbegierig, Ruft jetzt: "Schach der Königin!" "Schach der Königin des Herzens, Schach der auserwählten Dame!" Rief ich; dunkle, lichte Stunden, Alle übersprang ich muthig, Ruhte nicht, bis du warst mein.

Kerner, Th., Gedichte. In: Die Dichtungen von Theobald Kerner, Karl Grädener, Hamburg 1879. Originaltext

Das ewige Lebendem,der viel von Liebe weiß zu sagen. Ein Mensch derLiebekann nur auferstehen! Haß schachtelt ein! […]

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier, 1943. Aus: Herbst

Letzte Liebe Schon ist der Tag uns im Verglühen, In letzter Schönheit prangt dein Leib; Der Herzen allerletztes Blühen Ist unser Glück, geliebtes Weib! D'rum laß – o laß die Zeit uns frommen, Und keine Stunde sei versäumt; Von Wonne sei die Nacht durchglommen, Und dann der Morgen hold verträumt. Und jede Freude dieses Lebens Soll noch durch uns're Seele geh'n; Wir wollen sie, entzückten Bebens, Noch ganz genießen und versteh'n. Mag auch der Himmel leise nachten, Und hält er seinen Blitz gezückt – Wir wollen nimmer es beachten, Wie nahe das Verhängniß rückt. Und sterben laßt uns lebenstrunken, Ist der Vernichtung Stunde da, Wie einst im Tode hingesunken Antonius und Cleopatra!

Saar, Gedichte, 1888 (EA: 1882). Aus dem Tagebuch der Liebe. Originaltext

Wie viel Nebel sind von meinen Augen gefallen, und doch bist du nicht aus meinem Herzen gewichen, alles belebende Liebe! Die du mit der Wahrheit wohnst, ob sie gleich sagen, du seist lichtscheu und entfliehend im Nebel.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Aus Goethes Brieftasche. II. Dritte Wallfahrt nach Erwins Grabe im Juli 1775. Vorbereitung

Alle Herzen sind zu fühlen geschaffen, und alle Vergnügungen scheinen gemacht zu seyn, der Seele Liebe einzuflößen.

Ehrmann, Philosophie eines Weibs. Von einer Beobachterin, 1784 (anonym)

Die Verstellung in der Liebe sieht mitunter der Wahrheit täuschend ähnlich.

Molière, Der eingebildete Kranke (Le malade imaginaire), 1673. Originaltext der Übersetzung

VI. Nun geht ein leiser Wind In den Gezweigen, Die weiß von Blüten sind. Der junge Tag ersteht. Die Wälder schweigen Vor Gott, der sinnend geht. Tauschwere Lanzen tief Die Halme neigen. Mir ist, ein Vogel rief –? O spiel, du Silberbirkenbaum, Auf deinen alten Geigen Ihr in den letzten Morgentraum: Sich neigen Und schweigen Kann meine Liebe kaum, Sich neigen Und schweigen –.

Marti, Der Kelch. Gedichte, Basel 1925. Birkenlieder

Das Liebesbündnis schöner Seelen Knüpft oft der erste Augenblick.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767

Der Pfau gefällt dem Pfau, die ungestalte Eule Find't ihren Gatten schön, glaubt daß er lieblich heule.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767. Dritter Gesang, 10. Vers

Keine falschere Behauptung als die, jeder Mensch müsse im Leben wenigstens einmal lieben. Im Gegenteil, die wahre, die furchtbare Liebe gehört zu den größten Seltenheiten, und ihre Helden sind an den Fingern herzuzählen wie überhaupt alle Helden.

Ebner-Eschenbach, Nach dem Tode, 1881

Die Liebe [...] ist eigentlich ein Poetenmantel, den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern.

Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts, 1826. Originaltext

Und wenn ich sterben dürfte an einem Kusse von dir.

Motte Fouqué, Undine, 1811

Wie Liebesleiden und Liebesfreuden einander so anmutig gleich sehn und so innig verschwistert sind, daß keine Gewalt sie zu trennen vermag. Unter der Träne quillt das Lächeln vor, das Lächeln lockt die Träne aus ihren Kammern.

Motte Fouqué, Undine, 1811. Originaltext

Alle Menschen verlangen nach Liebe. [...] Auch das Haustier liebt es, daß man es streichelt; es steckt seine Schnauze aus dem Stalle heraus; bitte, streichle mich!

Gogol, Die toten Seelen oder Tschitschikows Abenteuer, 1842 (1. Teil) bzw. 1855 (2. Teil, Fragment), übersetzt von Alexander Eliasberg 1921. Originaltext der Übersetzung

Anlaß zum Schlafe Von Zefirs sanftem Säuseln Bin ich oft eingeschlafen; Vom Saft gepreßter Trauben Bin ich oft eingeschlafen; Im Schatten iunger Bäume, Vom Schwarm der muntern Bienen, Beim Sprudeln kleiner Quellen Bin ich oft eingeschlafen; Doch, soll ich ietzo schlafen: So müssen Küsse rauschen.

Gleim, J. W. L., Gedichte. Versuch in Scherzhaften Liedern, erster Teil, 1744

Die Liebe Die Liebe willst du finden? So suche sie im Mai, Da sitzt auf Blütenbäumen Die wunderholde Fei. Da flattert allerwegen Ihr weiches, grünes Haar, Aus jeder Blume lächelt Ihr Schelmenaugenpaar. Doch soll ich gut dir raten, So bleib ihr lieber fern, Denn Necken und Betrügen, Das hat sie gar zu gern. Sie kost mit dir ein Weilchen Und lässt dich dann allein, Sie giebt für kurze Wonne Dir lange, bange Pein.

Holm, Verse von Mia Holm, 1900. Originaltext

Lieben wollenist das Bedürfnis latenterüberschüssigerKräfte unseres Organismus, in andere Organisationen auszuströmen.Geliebt werden wollenhingegen das Bedürfnismangelnderlatenter Kräfte, sich durch andere einströmende zu ergänzen.

Altenberg, Wie ich es sehe (Skizzenband), 1896/1904. Revolutionär (Studien-Reihe). Der Revolutionär hat sich eingesponnen