Liebe Sprüche – romantisch

4515 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe romantisch

Liebesgroßmuth Fragen möcht' ich dich mit süßem Bangen, Wie sich deine Lieb' zu mir verloren? Nach dem Höchsten durftest kühn du langen Und statt seiner hast du mich erkoren! O ich ahne, was dich an mich bindet: In den Liebesketten, die dich halten, Sieht mein Auge und mein Herz empfindet Deiner Großmuth königliches Walten. Weil von Sturmesgrimm und Wetterstrahle All mein Sein versengt, versehrt, verschüttet, Hast du auf das blüthenlose, fahle, Deiner Seele Frühlingshort geschüttet. Weil du mich gebeugt, entweiht vom Leben In der dunkeln Menge aufgefunden, Hast du, mich zu dir emporzuheben, Lichte Kronen um mein Haupt gewunden. Zu dem Wesen wolltest du dich wenden, Dem versagt blieb jede Glückesgabe, Daß es reich sei nur durch deine Spenden, Daß es dir allein zu danken habe. Daß es, im Bewußtsein dieses Bundes Wie die Opferflamme liebentbrenne Daß es leb' vom Hauche deines Mundes, Daß es dein sei, wie ich dein mich nenne.

Paoli, B., Gedichte. Erstdruck der Buchausgabe 1841. Text hier aus der zweiten vermehrten Auflage 1845. Originaltext

Raum ist in der kleinsten Hütte Für ein glücklich liebend Paar.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Jüngling am Bache, Erstdruck 1803 unter dem Titel »Liebesklage«

Die Liebe ist wie ein Garten: Wenn man sie nicht pflegt, verkommt sie.

Internet

Drohung ans Liebchen Ich liebe dich, du. Ich laß dir nicht Ruh Als bis du mir heut noch Dein Herzchen weist zu. Du nimm dich in acht, Denn eh du's gedacht, Was gilt's, hab ich heut noch Zum Kuß dich gebracht. Das Mäulchen nur spitz Und denk, das sei Witz. Das kümmert mich gar nichts. Ich küß wie der Blitz.

Heym, Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe hg. von Karl Ludwig Schneider, Band 1, Lyrik, Verlag Heinrich Ellermann 1964

Neapel Ich dachte, das wäre die Liebe, Nun weiß ich: sie war es nicht! Es war ein flüchtiges, zartes, Feinduftiges Frühlingsgedicht. Es war nach dem ewigen Sterben Ein Fliederblühen im Mai, Und war mit den ersten Rosen Verträumt, vergangen, vorbei. Und in Neapel am Strande, Da macht' ich in Buchsbaum ein Grab, Und warf mit Orangen und Veilchen Mein Jugendlieben hinab. Und meinte, daß sehr zu beklagen Ich sei, und gebrochen das Herz, Und nährte in Mondschein und Düften Den ersten schmerzlosen Schmerz. Nie hab' ich von Menschenmunde Das Wort: Ich lieb' dich! gehört, Ich wäre wie Wellen vorm Winde Entflohen, gekränkt und empört. Ich war nicht zum Lieben geboren, Und liebte das Liebhaben doch, – Im sonnigen Gold von Neapel Da lächelt in Blumen es noch.

Sylva, Gedichte. Meerlieder, 1891

Treue Ich von dir lassen? Kannst du's fassen? Kannst du glauben, Es könne die Welt Mich dir rauben, Der dich fest in den Armen hält? Laß zusammen Die Herzen glühen, Laß sie entflammen Und Funken sprühen; Laß uns erproben Mit tapferem Blick Innig verwoben Unser Geschick! Du die Meine, Ob Wogen sich türmen, Ich der Deine In Wettern und Stürmen; Hab' dich gefunden Durch Himmelsgebot, Bin dir verbunden Bis in den Tod.

Fulda, L., Gedichte. Sinngedichte, 1893

Macht die Liebe nicht alle Stände gleich?

Tieck, Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge, 1797. Originaltext

Als einst von deiner Schöne, O meine süße Wonne, Ein Strahl entzückter Ahnung Durch alle Himmel hin, Durch die nun erst erhellten, Sich breitete – geboren Ward eine neue Gottheit; Die Liebe war's, der Herzen Gewaltige Königin. Und über den Himmel schwang sie Den flammensprüh'nden Zepter Mit ihrer stolzen Hand; Allein die Engel standen Inmitten ihrer Feuer Eiskalt und unentbrannt. Da faßte Zorn die Göttin; Sie flog zur Erde nieder, Zu fühlender Menschen Herzen Die Fittige gewandt. Seit jenem Tage sprühen, Seit jenem Tage glühen Die Flammen ihres Zepters Durch alles ird'sche Land.

Daumer, Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte, nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern, 1846

Meine Haare fliegen, Bin auf hellen Winden, Bin auf Flügelfüßen In die Lüfte gestiegen. Und mein Haupt steht golden In den Abendwolken, Purpurn wanken die Dolden Meiner Liebesgedanken.

Dauthendey, M., Gedichte. 1897

Was ich geliebt, kann nicht verderben, Auf schlägt die Flamme, himmelwärts.

Hugo, Oden und Balladen (Odes et ballades), 1818-1822, übersetzt von Ludwig Seeger 1860. Der Dichter in Zeiten der Revolution. Erste Ode, 1821. Originaltext der Übersetzung

Frage Ist deine Liebe wie eine Herde von Wölfen! Lautlos rennt sie durch die endlose Steppe; Ihnen heißt der Himmel, der endlos grau Über den Wütigen hängt, ihr Hunger. Oder lauerst du auf Beute: Im Geröll als Natter verborgen? Wer bist du? Gib acht: eine flüchtige Katze Nimmt deine Seele mit sich.

Krzyzanowski, Unser täglich Gift. Gedichte, 1919

Ist's ein Traum? Haben kaum Sich gefunden, Und schon sind, So geschwind, Als der Wind Beyder Herzen Auch verbunden! – Wie sie scherzen! Schmachtend blicken! Sich die Hände Voll Entzücken Feurig drücken! Macht ein Ende! Ha, vor Neide Werd' ich blind! –

Gotter, Die Geisterinsel. Opernlibretto, uraufgeführt 1798. 2. Akt, 13. Auftritt. Originaltext

Die Pilger Wir sind die Pilger treuer Liebe, Wir gehn zu ihrem Tempel, still Zu flehn um Dauer unsrer Triebe: Wer ist, der mit uns gehen will? Der Weg ist weit, und viel zu streiten Mit vielen Feinden haben wir; O möchten Ritter uns begleiten Der treuen Liebe bis zur Thür! O stände sie den Pilgern offen, O kämen wir gesund hinein! Erhörung haben wir zu hoffen, Die Göttin soll erbittlich sein!

Gleim, J. W. L., Gedichte. Originaltext

Kampf Oft, wenn sie still an mir vorüberschwebt Und lächelnd beut des holden Grußes Segen Und mild und treu den frommen Blick erhebt, Da träume ich, beseligt und verwegen, Die Liebe sei's, die Gruß und Blick durchwebt, Und auch die kühnste Hoffnung will sich regen. Doch bange Zweifel kehren bald zurück, Und zu mir selber sprech' ich dann mit Reue: Wie wär' nicht mild und treu ihr Gruß und Blick? Sie ist ja selbst die Milde und die Treue! Und schneller, als es kam, verweht mein Glück, Und alle Wunden bluten mir auf's Neue.

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 2. Entstanden 1856

Glück Wie man das Heilige berührt: Man will ihm selbst nicht geben, Es ist genug, daß man es spürt, So küßt' ich sie mit Beben, Und that der Mund Nicht Alles kund, So brachte sie's zu Ende In frommen Sinn Zum Vollgewinn Durch einen Druck der Hände!

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 4. Entstanden 1856. Originaltext

Was ist für die Liebe der Raum, die Zeit! – Lebt sie nicht im Gedanken, und kennt der denn ein Maß?

Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, 1815/16. Originaltext

In wessen Leben ging nicht einmal das wunderbare, in tiefster Brust bewahrte Geheimnis der Liebe auf!

Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, 1815/16. Originaltext

Wissen Sie, was Liebe ist? Ich meine: das Tiefste an ihr? Ich will es Ihnen sagen: Das ist ein Geheimnis des vollkommenen Miterlebens dessen, was im anderen vorgeht.

Andreas-Salomé, Menschenkinder, 1899

Wer Liebe liebt, will nicht ihr Leiden missen.

Zweig, Der Amokläufer, 1922

In Frankfurt am Main Zuweilen that mir das Herz so weh, Als ob es wär gesprungen, Und wenn ich dann recht in mich geh', So hat mir das Ohr geklungen. Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz, So laut an die großen Glocken? Es treibt der Himmel im Herzen Scherz, Da ist der Verstand erschrocken, Und schiebt es wohl auf die Witterung Und auf die vergangnen Zeiten, Wer liebt, der ist noch im Himmel jung Und schauet die Erden von Weitem.

Arnim, A., Gedichte. Abweichende Fassung des Gedichts »Zuweilen tut mir das Herz so weh« aus einem Brief an Bettine vom 16.10.1820. Originaltext

[Er] sann darüber nach, wie die Bilanz des Lebens für jeden Liebenden eine unerhört hohe Schuldsumme aufwies. Durch keine Kapitalerhöhung, durch keine Versicherung war man imstande, dieser lebenslänglichen Verschuldung zu entrinnen. Liebe stieß den Menschen in die Welt; Liebe füllte sein ganzes Leben aus, stürzte ihn in Glück und Unglück; und sobald er starb, wurde er […] von der Liebe begraben und vergessen.

Galsworthy, Das Ende vom Lied (End of the Chapter), Die Cherrell Chronik, dritter und abschließender Teil der Trilogie "Forsythe Saga" 1931-1933, Deutsche Hausbücherei 1933. Ein Mädchen wartet (A Maid in Waiting), 1931