Liebe Sprüche – romantisch

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Allzu große Liebe erregt Furcht; quälende Furcht wiederum facht die Glut noch stärker an.

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Lieben heißt nicht, sich gegenseitig anzusehen, sondern gemeinsam in dieselbe Richtung zu schauen.

de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne (Terre des Hommes), 1938. Übers. Internet

O lerne lieben! Leicht ja ist die Müh' Und kannst du's einmal, du verlernst es nie!

Shakespeare, Venus und Adonia (Venus and Adonis), 1593

Immer wieder, ob wir der Liebe Landschaft auch kennen und den kleinen Kirchhof mit seinen klagenden Namen und die furchtbar verschweigende Schlucht, in welcher die andern enden: immer wieder gehen wir zu zweien hinaus unter die alten Bäume, lagern uns immer wieder zwischen die Blumen, gegenüber dem Himmel.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Gedichte 1906 bis 1926. Vollendetes

An ein goldnes Herz, das er am Halse trug Angedenken du verklungner Freude, Das ich immer noch am Halse trage, Hältst du länger als das Seelenband uns beide? Verlängerst du der Liebe kurze Tage? Flieh ich, Lili, vor dir! Muß noch an deinem Bande Durch fremde Lande, Durch ferne Täler und Wälder wallen! Ach, Lilis Herz konnte so bald nicht Von meinem Herzen fallen. Wie ein Vogel, der den Faden bricht Und zum Walde kehrt, Er schleppt des Gefängnisses Schmach Noch ein Stückchen des Fadens nach; Er ist der alte freigeborne Vogel nicht, Er hat schon jemand angehört.

Goethe, J. W., Gedichte. Entstanden 1775/76, Erstdruck 1789

Bestimmung Was ist in deiner Seele, Was ist in meiner Brust, Daß ich mich dir befehle, Daß du mich lieben mußt? Vom Haus, wo ich gewohnt Und zart behütet bin, Ziehst du mich, wie der Mond, Nachtwandelnd zu dir hin.

Huch, Gesammelte Gedichte, H. Haessel Verlag / Insel-Verlag zu Leipzig, o.J. [1929]

Liebe kann nicht mit Furcht vermischt sein.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 47. Brief. Übers. Internet Originaltext: Non potest amor cum timore misceri

Ohne Liebe erstickt die Seele.

Rolland, Der Triumph der Vernunft (Le triomphe de la raison). Drama in drei Akten, uraufgeführt in Paris 1899. 2. Akt, Lux

Liebe macht den Himmel himmlischer – die Erde zu dem Himmelreich.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Philosophische Briefe. Entstanden Anfang und Mitte der 80er Jahre, Erstdruck 1786. Theosophie des Julius. Liebe

Stimme der Liebe Abendgewölke schweben hell Am bepurpurten Himmel; Hesperus schaut, mit Liebesblik, Durch den blühenden Lindenhain, Und ihr schmelzendes Trauerlied Zirpt im Kraute die Grille! Freuden der Liebe harren dein! Flüstern leise die Winde; Freuden der Liebe harren dein! Tönt die Kehle der Nachtigall, Hoch vom Sternengewölb' herab Schallt mir Stimme der Liebe! Himmel! aus jenem Schattengang Wandelt Maja die Fromme! Heftet den Engelblik auf mich, Fleugt dem seligen Jüngling zu! Heil mir! daß du auch ihr getönt, Süsse Stimme der Liebe!

Matthisson, F., Gedichte. Hier: 1777. Originaltext

Lieben, das heißt, ein Bedürfnis haben.

Helvetius, Vom Geist (De l'esprit), 1758, sein Hauptwerk, wurde als staats- und religionsgefährdend öffentlich verbrannt; neue Ausgabe 1843. Discours III. Chapitre XIV, De l'amitié. Übers. Internet

Es gibt keine wirkliche Einsamkeit für das Herz, wenn es sich einmal verschenkt hat. Ein Loch entsteht, die Liebe füllt es auf. Sie richtet die Ruinen gleich wieder auf, sie füllt vorweg die Lücken.

Ramuz, Die Herrschaft des Bösen (Le règne de l'esprit malin), 1917. Übers. Internet

Lieben aber heißt nichts anderes, als jemanden auszuwählen, den man lieben will – ohne Bedürfnis, ohne das Suchen eines Vorteils.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XXVII, 100. Übers. Internet Originaltext: Amare autemm nihil est aliud nisi eum ipsum diligere, quem ames, nulla indigentia, nulla utilitate quaesita

Was ich aber liebe, kann ich nicht fürchten, selbst wenn ich es nicht erreichen kann.

Augustinus, Über das glückselige Leben (De beata vita), 386. Übers. Internet. Originaltext: Quidquid enim amo, quamvis non adsequar, timere non possum.

48. Es liegt der heiße Sommer Auf deinen Wängelein; Es liegt der Winter, der kalte, In deinem Herzchen klein. Das wird sich bei dir ändern, Du Vielgeliebte mein! Der Winter wird auf den Wangen, Der Sommer im Herzen sein.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827

Mehr als mich wirst du die Erinnerung lieben, wenn das lebendige Bild hinter den Schleier entweicht, wenn nur der schwebende Hauch verwehender Worte geblieben, wenn dich der letzte Sinn versunkener Blicke erreicht. Dann werd ich ganz dein alterndes Leben umschließen, Einsamster unter den Menschen, daß nie deine Seele verdirbt. All meine inneren Quellen, die heut noch verborgen dir fließen, münden gestillt in dein Herz, und alles Leiden stirbt.

Liebenthal, Gedichte, 1921

O, allmächtige Liebe! die auf gewisse Weise das Vieh zum Menschen macht, und auf andre den Menschen zum Vieh!

Shakespeare, Die lustigen Weiber von Windsor (The Merry Wives of Windsor), unautorisierter Erstdruck 1602. Fünfter Aufzug, vierte Szene, Falstaff

Nach allem, was ich jemals las Und jemals hört' in Sagen und Geschichten, Rann nie der Strom der treuen Liebe sanft […].

Shakespeare, Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream), Erstdruck 1600. 1. Akt, 1. Szene, Lysander

XXIII Wie auf der Szene oft ein Dilettant, durch Schüchternheit gehemmt in seinem Spiel; wie der, der rast, vom Wüten übermannt, durch Übermaß geschwächt wird vor dem Ziel: ganz so verfehle ich, von Angst beklommen, zu tun, was Liebessitte sonst begründet, und alle Leidenschaft erscheint verglommen, weil sie zu heftig in mir angezündet. Drum soll mein Lied für meine Liebe zeugen und leise künden meinen lauten Drang, den schüchtern meine Lippe muß verschweigen, der mancher kühne Ausdruck doch gelang. O laß, was stumme Liebe schrieb, gewähren: sie wird dich lehren, mit dem Aug zu hören.

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Übersetzt von Karl Kraus, 1933

LVII Dein Sklave bin ich, harrend der Befehle, und deinem Winke folg ich unbedingt, und keinen andern Dienst ich mir erwähle als dir zu dienen, wenn du nur gewinkt. Verspätet sich der Wink, will ich nicht schelten, ob mir die Uhr auch allzu langsam ging, und Trennungsweh laß ich dich nicht entgelten, wenn ich verschwinden muß auf deinen Wink. Ich suche nicht mit eifersücht’gem Sinn mich in dein Tun und Wollen zu vergraben – doch denk ich an die andern, die Gewinn von deiner holden Gegenwart nun haben. Ein solcher Sklav ist Liebe: ihr ist’s Pflicht, was du auch tust, zu sehn im hellsten Licht.

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Übersetzt von Karl Kraus, 1933

So lieb ich dich, und darf mich nicht beklagen: was Liebe einträgt, hat sie zu ertragen.

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Aus: Sonett LXXXVIII. Übersetzt von Karl Kraus, 1933