Liebe Sprüche – tiefgründig

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Entzückende Marter und wonniges Weh! Der Schmerz wie die Lust unermeßlich! Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt, Verwunden die Tatzen mich gräßlich. Die Nachtigall sang: »O schöne Sphinx! O Liebe! was soll es bedeuten, Daß du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten? O schöne Sphinx! O löse mir Das Rätsel, das wunderbare! Ich hab darüber nachgedacht Schon manche tausend Jahre.«

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827. Aus: Vorrede zur dritten Auflage

Veschloss'ne Glut ist's, die am tiefsten wühlt.

Shakespeare, Zwei Herren aus Verona (The Two Gentlemen of Verona), Erstdruck 1623

Man muß mehr Kunst anwenden, wenn man sich geliebt machen will; man muß geschickt die Mittel herausfinden, die zünden, mit Liebe allein macht man noch keine Liebe.

Alcoforade, Portugiesiche Briefe, 1669

Liebe Tief und tiefer: seliges Geben, bang Empfangen – welch Verschulden! Schwellend wühlt sich Leben in Leben: wildes Wachsen, stilles Dulden.

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Eine [Bitte] tun, heißt in der Liebe mehr geben, als eine erhören.

Jean Paul, Flegeljahre, 4 Bde., 1804-1805. Viertes Bändchen. Nr. 59. Notenschnecke

Die Frau spricht 2. Eine Frau denkt Mein Mann schläft immer gleich ein … oder er raucht seine Zeitung und liest seine Zigarre … Ich bin so nervös . . . und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil. Man gibt ihnen so viel, wenigstens zu Beginn. Sie sind es nicht wert. Sie glauben immer, man müsse hochgeehrt sein, weil man sie liebt. Ob es das wohl gibt: ein Mann, der so nett bleibt, so aufmerksam wie am ersten Tag, wo er einen nahm …? Einer, der Freund ist und Mann und Liebhaber; der uns mal neckt, mal bevatert, der immer neu ist, vor dem man Respekt hat und der einen liebt … liebt … liebt … ob es das gibt? Manchmal denke ich: ja. Dann sehe ich: nein. Man fällt immer wieder auf sie herein.[100] Und ich frage mich bloß, wo diese Kerls ihre Nerven haben. Wahrscheinlich … na ja. Die diesbezüglichen Gaben sind wohl ungleich verteilt. So richtig verstehen sie uns nie. Weil sie faul sind, murmeln sie was von Hysterie. Ist aber keine. Und wollen wir Zärtlichkeit, dann haben die Herren meist keine Zeit. Sie spielen: Symphonie mit dem Paukenschlag. Unsere Liebe aber verzittert, das ist nicht ihr Geschmack. Hop-hop-hop – wie an der Börse. Sie sind eigentlich nie mehr als erotische Statisterie. Die Hauptrolle spielen wir. Wir singen allein Duett, leer in der Seele, bei sonst gut besuchtem Bett. Mein Mann schläft immer gleich ein, oder er dreht sich um und raucht seine Zigarre. Warum? Weil … Und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Die Frau spricht (II), in: Die Weltbühne, 17.12.1929, Nr. 51 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Die Hirnliebe ist zweifellos geistvoller als die wahre Liebe, aber begeisterte Augenblicke hat sie selten.

Stendhal, Rot und Schwarz (Le Rouge et le Noir), 1830

Durch die Liebe hat mancher den Verstand verloren, durch den Verstand mancher die Liebe.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Verstehen ist wohl eher Lieben als Verzeihen.

Holitscher, A., Essays. Kenntnis fremder Völker, 1904

Ein tiefer Mensch glaubt an Wunder und ist ihrer gewärtig, glaubt an Magie, glaubt, dass der Redner seinen Gegner vernichten kann, glaubt, dass der böse Blick verzaubern kann, glaubt, dass der Segensspruch, der aus dem Herzen kommt, heilen kann, dass Liebe unser Können erweitert und alle Hindernisse besiegt.

Friedell (Hg.), Emerson. Sein Charakter aus seinen Werken, 1906

Wieviel Schwanken und Quälen, wieviel Seelenarbeit und Seelenwandlung mag's geben, ehe ein Mensch sich so tief in den andern hineinpflanzt, – ja, so tief, dass die beiden nun wirklich aus einer Wurzel weiter wachsen müssen, wenn sie gedeihen wollen.

Andreas-Salomé, Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898

Das tiefste Gesetz, das den Kosmos durchwaltet, ist das Opfer. In niederen Stufen unbewußt: Pflanze und Tier opfern sich den Menschen; in höheren freiwillig, aber in Erwartung eines Lohnes in dieser oder jener Welt; in den höchsten aus dem starken Liebesdrange heraus, der nicht anders kann und nur nach der Bedürftigkeit des Du und nicht nach dem Ich und was dafür wird, fragt.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Mancher ›Schlüssel zum Herzen‹ ist ein Dietrich.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Wenn ich denke, dass ich nicht mehr an dich denke, denke ich immer noch an dich. So will ich versuchen, nicht zu denken, dass ich nicht mehr an dich denke.

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Es bedarf einer beträchtlichen Verdorbenheit oder Weite des Herzens, um alles lieben zu können.

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Daß Bäume zweimal Blüten treiben In einem Lenz – geschieht nicht oft!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1897

Wie oft und schwer wirst du dich verlieben, bis du weißt, wo du liebst.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.

Sellmair (Hg.), Weisheit unterwegs. Worte der Meister, 1941 (3. Auflage 1948). Wird auch Clemens Brentano zugeschrieben

Häßlicher als Haß ist nur eins: erheuchelte Liebe.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Liebe auf den ersten Blick kann nur auf Oberflächlichkeit oder auf enormen Scharfsinn hindeuten.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wenn eine tiefe Frau liebt, so fällt sie; eine oberflächliche schwankt.

Engel, Herr Adam und Frau Eva, 1920