Liebe Sprüche – zukunft

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Wir im Welteninnen Pflanze auf meine Lenden Deiner Liebesküsse Raserei! Sieh: mein Schrei Brüllt wie eine Fackel auf zu Weltenbränden. Laß die Sterne bleich ins Nichts verrinnen, Laß die Erde sich in Asche modern: Wir im Welteninnen Werden wie die Hölle ewig lodern!

Klabund, Gedichte. Die Himmelsleiter. Neue Gedichte, 1916

Spaziergang Sie wandeln durch des Waldes Grün. Vögel singen und Blumen blühn. Ein blasser Mann und ein stilles Kind Sie schlürfen durstig den Frühlingswind. Und der Knabe bleibt verwundert stehn: "Ich glaub, ich kann die Mutter sehn." Sie starren in das junge Grün … Vögel fliegen und Blumen blühn.

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Spätes Glück Es hat ein Blümlein Tag für Tag Sich nach dem Glück gereckt, Die liebe Sonne fand es nicht, War gar zu tief versetzt. Erst, als der Sichel blanker Stahl Die Gräser rings gemäht, Hat’s warm der Sonnenschein geküßt – War aber viel zu spät.

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900

Abendsegen Nun hat es ausgeregnet, Die Dämmrung senkt sich nieder. Wie ruhen so gesegnet Nun Wald und Fluren wieder! Noch huscht vom klaren Westen Ein letztes Sonnenleuchten, Glüh'nd zuckt es auf den Ästen Im Perlenschmuck, dem feuchten. Sanft regt sich, wie im Traume, Ein Windhauch in den Zweigen: Da geht von Baum zu Baume Ein Beben und ein Neigen. Mir ist, ich müßte leise, Ich müßt behutsam treten; Es ist so still im Kreise … Ich glaub, die Bäume beten. –

Most, Mein Lied dem Herrn, Verlag von Friedrich Alber, um 1918

Ich bin entrückt dem Leben der Welt – und träume dein.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Jahre verschwinden wie Tage – wie Augenblicke! o laß uns Jedem Jahre Ewigkeit geben, jeglicher Stunde Was, das keine Zeit, kein Zufall ihr oder Tod raubt! Leben laß uns, zehnfach leben durch Glauben und Liebe! Liebe unsterblich uns macht, unsterblich der Sterblichkeit Tage!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Weisst du, ich will mich schleichen leise aus lautem Kreis, wenn ich erst die bleichen Sterne über den Eichen blühen weiß. Wege will ich erkiesen, die selten wer betritt in blassen Abendwiesen – und keinen Traum, als diesen: Du gehst mit.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1897

Daß Bäume zweimal Blüten treiben In einem Lenz – geschieht nicht oft!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1897

Morgentau Wir wollten mit Kosen und Lieben Genießen der köstlichen Nacht. Wo sind doch die Stunden geblieben? Es ist ja der Hahn schon erwacht. Die Sonne, die bringt viel Leiden, Es weinet die scheidende Nacht; Ich also muß weinen und scheiden, Es ist ja die Welt schon erwacht. Ich wollt, es gäb keine Sonne, Als eben dein Auge so klar, Wir weilten in Tag und in Wonne, Und schliefe die Welt immerdar.

Chamisso, Gedichte. Lieder und lyrisch epische Gedichte, 1837

Keimende Liebe Was weinst du, weinst Du armes Herz? Was weinst du denn so sehr Fraß in der Nacht dein Liebesschmerz Als sonst in Nächten, mehr? Sieh doch hinaus: Der Sonne Licht, Das blaue Himmelszelt, Die Triebkraft, die durch Zweige bricht – Wie Alles wohlbestellt! Sieh doch hinaus, die Nachbarin Stellt Blumenstöcke auf: Bald schlagen sie – wie lang ist's hin? – Die Blüthenaugen auf! Sieh doch hinaus und fürchte nichts, Werd' wieder gut und jung! Und unterm Strahl des Himmellichts Flieg auf mit Lerchenschwung! Dann wird dir noch ein gold'ner Tag Von dem Geschick beschert, Mit Rosenblust und Amselschlag – Ein Tag des Lebens werth Und was in Kissen dir die Nacht Geraunt ins bange Herz, Wird schwingenleicht und trägt dich sacht Durch Wolken sonnenwärts!

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Verstreut veröffentlichte und handschriftlich überlieferte Gedichte (1883-1926). Originaltext

An * Leise kam es, wie so Vieles, Unter Scherz und unter Lust Stand ich an dem End' des Zieles, Des Erringens unbewußt. Und des Glükes schöne Spende Nannt' ich froh und dankend mein, Drükte seelig dir die Hände, Und mein ganzes Herz war dein. Wie gekommen, so vergangen, Ferne seh' ich wieder dich, Freude glüht auf deinen Wangen, Aber, ach! kein Strahl für mich. Und das Herz will trüb' sich regen, Alte Wünsche werden wach, – Sieh', da zieht auf fernen Wegen Jedes stumm dem Schiksal nach.

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Der Funke der Liebe wohnt über der Zeit.

Hahn-Hahn, Gedichte, 1835. Aus: Der Funke der Liebe

Abendgang Durch schmiege Nacht Schweigt unser Schritt dahin Die Hände bangen blaß um krampfes Grauen Der Schein sticht scharf in Schatten unser Haupt In Schatten Uns! Hoch flimmt der Stern Die Pappel hängt herauf Und Hebt die Erde nach Die schlafe Erde armt den nackten Himmel Du schaust und schauerst Deine Lippen dünsten Der Himmel küßt Und Uns gebärt der Kuß!

Stramm, A., Gedichte. Du. Liebesgedichte, 1915

Kommt! Ich bin nicht von der Asra Stamm geboren, Die sterben müssen, wenn sie lieben! Ich bin kein Baum, der alle Kraft verloren, Wenn er die eine Frucht getrieben. Mein Herz gleicht jenen Äckern, die voll Ähren An reifen Sommertagen prangen Und klirrend ihrer Schnitterin begehren ... Und sieh, die Schnitt'rin kommt gegangen. Mit hellen Augensternen oder dunkeln – Mit blonden oder braunen Locken – Und läßt die Sichel in der Sonne funkeln – Und schneidet lachend ihren Roggen. Mein Herz ist reich und süß ist seine Spende. Kommt, schöne Schnitterinnen, Und erntet Liebe! Liebe ohne Ende! Denn immer neue sprießt darinnen.

de Nora, Gedichte. Stürmisches Blut. Hundert Gedichte von A. De Nora, Leipzig 1905

An Tristan Ich kann nicht schlafen mehr, Immer schüttelst du Gold über mich. Und eine Glocke ist mein Ohr, Wem vertraust du dich? So hell wie du, Blühen die Sträucher im Himmel. Engel pflücken sich dein Lächeln Und schenken es den Kindern. Die spielen Sonne damit Ja ..

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Liebesgedichte. Erstdruck: 1918

VI. Nun geht ein leiser Wind In den Gezweigen, Die weiß von Blüten sind. Der junge Tag ersteht. Die Wälder schweigen Vor Gott, der sinnend geht. Tauschwere Lanzen tief Die Halme neigen. Mir ist, ein Vogel rief –? O spiel, du Silberbirkenbaum, Auf deinen alten Geigen Ihr in den letzten Morgentraum: Sich neigen Und schweigen Kann meine Liebe kaum, Sich neigen Und schweigen –.

Marti, Der Kelch. Gedichte, Basel 1925. Birkenlieder

Ich gleite hin Ich hab mein Weh, Ich hab mein Leid, Ich fahre in Die Ewigkeit. Ich gleite hin In süßen Schatten, Ich ahne viel Die lichten Matten. Schon hör ich Spiel Wie Flötentöne; Es herzt mich schon Die ewige Schöne.

Sorge, R. J., Gedichte. Nachgelassene Gedichte, Vier Quellen Verlag, Leipzig 1925

Meine Haare fliegen, Bin auf hellen Winden, Bin auf Flügelfüßen In die Lüfte gestiegen. Und mein Haupt steht golden In den Abendwolken, Purpurn wanken die Dolden Meiner Liebesgedanken.

Dauthendey, M., Gedichte. 1897

In Frankfurt am Main Zuweilen that mir das Herz so weh, Als ob es wär gesprungen, Und wenn ich dann recht in mich geh', So hat mir das Ohr geklungen. Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz, So laut an die großen Glocken? Es treibt der Himmel im Herzen Scherz, Da ist der Verstand erschrocken, Und schiebt es wohl auf die Witterung Und auf die vergangnen Zeiten, Wer liebt, der ist noch im Himmel jung Und schauet die Erden von Weitem.

Arnim, A., Gedichte. Abweichende Fassung des Gedichts »Zuweilen tut mir das Herz so weh« aus einem Brief an Bettine vom 16.10.1820. Originaltext

Wer liebt, der ist noch im Himmel jung Und schauet die Erden von Weitem.

Arnim, A., Gedichte. Aus: Zuweilen tut mir das Herz so weh, aus einem Brief an Bettine vom 16.10.1820

Hesper und Aurora zogen Wechselnd auf am Himmelsbogen, Doch die Glücklichen, sie sahn Nicht den Schmuck der Blätter fallen, Nicht aus Nords beeisten Hallen Den ergrimmten Winter nahn. Freudig sahen sie des Tages Immer kürzern, kürzern Kreis, Für das längre Glück der Nächte Dankten sie betört dem Zeus.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hero und Leander, 1801