Liebe Sprüche – zukunft
213 Sprüche gefunden
Abendgang Nun ist der Abend kommen, Die Sterne sind entglommen, Die Straßen schlummern mählig ein. Abwerf' ich all' mein Mühen Und laß in mir erblühen Der Liebe Sehnsucht ganz allein. Rings grüßen von den Zweigen Die Vögel und es neigen Sich flüsternd Busch und Blume mir; So festlich ist mein Wesen, Sie mögen leicht es lesen, Wie meine Seele fliegt zu Dir. Die Kinder, die am Wege Sich tummeln durch's Gehege, Sie reichen lächelnd mir die Hand. Die Winde, die da wehen, Die Wolken, die da gehen, Sie knüpfen mir ein rosig Band. Wie weit seid ihr entschwunden, Ihr sorgenschweren Stunden, Wie fern, wie fern liegt Kampf und Streit; Die Welt ist so voll Frieden, Als läg' sie abgeschieden – Ein See in grüner Einsamkeit. Nun steh' ich an dem Hause, Vor meines Glückes Klause, Und meiner Freuden Inbrunst wird Gebet; Laß jedes Herz hienieden Durch Liebe finden Frieden, Du göttlich Feuer, das die Welt durchweht.
Das Geheimnis Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd der West Vertraue den Blütenglocken? Warum von Zweige zu Zweig im Geäst Die zwitschernden Vögel locken? Warum an Knospe die Knospe sich schmiegt, Und Wellen mit Wellen zerfließen, Und dem Mondstrahl, der auf den Kelchen sich wiegt, Die Violen der Nacht sich erschließen? O törichtes Fragen! Wem Wissen frommt, Nicht kann ihm die Antwort fehlen; Drum warte, mein Kind, bis die Liebe kommt, Die wird dir alles erzählen.
Am Fenster Ihr lieben Mauern hold und traut, Die ihr mich kühl umschließt, Und silberglänzend niederschaut, Wenn droben Vollmond ist! Ihr saht mich einst so traurig da, Mein Haupt auf schlaffer Hand, Als ich in mir allein mich sah, Und keiner mich verstand. Jetzt brach ein ander Licht heran, Die Trauerzeit ist um, Und manche zieh'n mit mir die Bahn Durch's Lebensheiligtum. Sie raubt der Zufall ewig nie Aus meinem treuen Sinn, In tiefster Seele trag' ich sie, Da reicht kein Zufall hin. Du Mauer wähnst mich trüb wie einst, Das ist die stille Freud; Wenn du vom Mondlicht widerscheinst, Wird mir die Brust so weit. An jedem Fenster wähnt ich, dann Ein Freundeshaupt, gesenkt, Das auch so schaut zum Himmel an, Das auch so meiner denkt.
Und ich frug jene Kraft in mir: wer bist du? Und sie antwortete: ich bin die Liebe, die Himmelsbeherrscherin, und will als Liebe die Herrscherin auf Erden sein. Ich bin die mächtigste von allen Himmelskräften und bin gekommen, um das Reich der Zukunft zu gründen.
Die Liebe wird dieser müden, alten Welt, in der wir als Heiden und Feinde untereinander leben, ein neues Aussehen verleihen; sie wird die Herzen derart erwärmen, daß wir es sehen werden, wie leicht und rasch die eitle Diplomatie der Staatsmänner, Armee und Flotte und die Festungslinien von einem wehrlosen Kinde überwunden werden.
Gar mancher steht und wartet in der Welt Und weiß nicht recht, worauf er warten soll; Wer zu viel Freundschaft hofft, sieht selbst im Freunde Den kalten Fremden: diese Alltagswelt Ist voll von leeren Busen, leeren Herzen, Daß man die Liebe nicht verschleudern muß, Um nicht in jenen schlimmsten Fall zu kommen, Um Liebe einst zu betteln, und wie Bettler Mit Höhnen von der Thür gewiesen werden.
Da die Nacht mit Laternen noch draußen stand, Der Schlaf und der Träume glitzernder Fächer Um Haus und Himmel ausgespannt, Da sang an mein Bett weit über die Dächer, Da sang vor der Stund', eh' mit bläulicher Hand Der Morgen sich unter den Sternen durchfand, Eine Amsel aus Finster und Fernen. Eh' noch den Laternen das Licht verflackt, Hat schon die Amsel die Sehnsucht gepackt. Sie sang, von Inbrunst aufgeweckt, Mit dem Herz, das ihr heiß in der Kehle steckt. Sie sang von Lieb', die sich aufgemacht Und durch die schlafenden Mauern lacht.
Stille Zeit Die Tage rinnen leise hin… Ein jeder bringt ein liebes Glück Und eine liebe Sorge mit, Und schau ich so den Weg zurück, Den ich mit dir gegangen bin, Da will es mir fast bange werden Um so viel Seligkeit auf Erden.
An die Sonne Sinke, liebe Sonne, sinke! Ende deinen trüben Lauf, Und an deine Stelle winke Bald den Mond herauf. Herrlich und schöner dringe Aber Morgen dann herfür, Liebe Sonn! und mit dir bringe Meinen Lieben mir.
O gib O gib mir deine Hände, Der Frühling brennt im Hag, Verschwende dich, verschwende Diesen Tag. Ich liege dir im Schoße Und suche deinen Blick. Es wirft gedämpft den Himmel, Der Himmel dich zurück. O glutend über Borden Verrinnt ihr ohne Ruh: Du bist Himmel geworden, Der Himmel wurde du.
Ja, einmal nimmt der Mensch von seinen Tagen Im voraus schon des Glückes Zinsen ein, Und spricht: Ich will den Kranz der Freude tragen, Mag, was darauf folgt, nur noch Asche sein. Die vollen Becher! Laß uns alles wagen! Ja einmal will ich auf den Mittagshöh'n Des Lebens stehn und dann am Ende sagen: Wie war es doch so schön! Wie war der Traum so schön! Da wir uns liebten, Da blühten Rosen um den Trauerzug; Im Schaum der Tage, die sonst leer zerstiebten, War eine Perle, reich und stolz genug. Ich will den Arm um deinen Nacken schlingen, Und durch die Ferne der Erinnrung tön': Kann keine Zeit das Glück uns wiederbringen – Wie war es doch so schön!
Die Liebe wird auch im künftigen Leben bleiben; Glaube und Hoffnung aber werden aufhören.
Nimm an, es gäbe einen Himmelsherrn; so wollen wir von ihm für einst erflehn: er lasse uns auf irgendeinem Stern als einen Strauch voll Rosen auferstehn. Ich will die Wurzel sein, Du sei der Strauch, ich will die Zweige sein, Du sei das Blatt, ich sei die Rose, Du sei ihr Arom. So ineinander unaufhörlich satt, so eins in jeder Faser, jedem Hauch, sei unser Leben dann Ein Dankesstrom.
Doch du bist fern Doch du bist fern, und meine Jugend muß Von dir vereinzelt in sich selbst verlodern; Ich kann dir nicht, wie meine Brust begehrt, Das Höchste geben und das Höchste fordern. Kaum darf ich hoffen, daß die späte Zeit Noch unsre welken Hände mög vereinen, Damit wir das verlorne Jugendglück Vereinigt, doch vergebens dann beweinen.
Vorüber! O darum ist der Lenz so schön Mit Duft und Strahl und Lied, Weil singend über Tal und Höhn So bald er weiter zieht; Und darum ist so süß der Traum, Den erste Liebe webt, Weil schneller wie die Blüt' am Baum Er hinwelkt und verschwebt. Und doch! Er läßt so still erwärmt, So reich das Herz zurück; Ich hab' geliebt, ich hab' geschwärmt, Ich preis' auch das ein Glück. Gesogen hab' ich Strahl auf Strahl Ins Herz den kurzen Tag; Die schöne Sonne sinkt zu Tal. Nun komme, was kommen mag! Sei's bittres Leid, sei's neue Lust, Es soll getragen sein: Der sichre Schatz in meiner Brust Bleibt dennoch ewig mein.
Sie wird mir einst begegnen, irgendwann, Wie einem auf verdrossnen Wanderungen Ein Lied einfällt, daß er als Kind gesungen; Seither sind viele tot, und er ist Mann. Und ist davon beglückt, daß er's noch kann; Denn während er zur Klarheit sich gerungen, Ist manche Saite in ihm abgesprungen… Sie wird mir einst begegnen – irgendwann Und wird mich fragen nicht: Woher? Wohin? Und wird nicht in mich drängen: Weile, raste! Einer wie ich ist immer nur zu Gaste – Und größer wird sie sein durch Demutsinn Als jene, die wie Krämer Liebe geben: Nur Zug um Zug und Leben gegen Leben.
Einem Mädchen Du über deren Lippen leis in linden Frühsommernächten trunkne Worte schweben: Nun will ich deinen jungen Leib umwinden und deiner Seele süße Last entbinden und aller Träume wundervolles Weben in Märchenaugen rätselhaft gespiegelt wie Lilien sich zu dunklen Wassern neigen – Schon fühl ich schwankend in gelöstem Reigen aus Purpurschächten zauberkühn entriegelt ein Fremdes Ahnungsvolles wirkend steigen – Einem Mädchen Schon trägt vom jungen Morgenwind gezogen das goldne Schiff uns auf geklärten Wellen zu neuem Meer. Schon sehen wir im hellen Dunstflor der Fernen weiß vom Gischt umflogen die blauen Inselkuppen ladend schwellen gestreift von früher Sonne scheuem Schein in warmem Kranz die sanften grünen Buchten – Schon steigen wir durch Tal und feuchte Schluchten und schauen strahlend über schwarzem Hain die Wundergärten die wir sehnend suchten – und betten uns in goldne Blüten ein.
Feierlich, in wunderbarem Frieden Feierlich, in wunderbarem Frieden, ziehen die Gestirne ihre Bahn. Warum ist mir Ruhe nicht beschieden? Quält mich Reue? Plagt mich eitler Wahn? Nein, nichts such ich, was ich einst besessen, und was war, das hab ich nie bereut. Ruhen will ich und mich selbst vergessen – wunschlos ruhn in alle Ewigkeit. Doch nicht jenen Schlaf in Grabestiefe suche ich in kalter, dunkler Gruft. Atmen soll die Brust, als wenn ich schliefe, atmen will ich warme Sommerluft. Einer süßen Stimme will ich lauschen, die mir Tag und Nacht von Liebe singt. Über mir soll eine Eiche rauschen, die um meinen Schlaf die dunklen Zweige schlingt.
Neues Gelübde Du sollst ihn wieder haben, Denselben ganz und gar Glückselig heitern Knaben, Der ich im Anfang war; Auf dessen Stirn geschrieben Ein Wort der Liebe stand, Dem, wie vom Sturm getrieben, Dein Herz sich rasch verband! Du sollst es nicht bereuen! Ob Erd' und Meer vergehn, So sollst du deinen Treuen Doch nimmer wanken sehn. Kein Schmerz soll mir zerspalten Die treue, starke Brust, Dich werd' ich mir erhalten, In Leiden dich und Lust! Und wie beim Morgenwehen Die dunkle Nacht verfliegt, So soll dem Gram geschehen, Der jetzt mich hat besiegt: Ein lindes Maienfächeln Weht in mein Herz hinein, Es soll dein liebes Lächeln Mir Morgensonne sein! O schau, schon kommt sie wieder, Die süße Frühlingszeit, Schon singen neue Lieder Die alte Zärtlichkeit. Ich fühl' mein Herz gesunden, Es schlägt so jung, so warm, Vernarbt sind alle Wunden: Dir lieg' ich, dir im Arm!
Ich schau in die helle Nacht, und schau in den hellen Tag – und sehe dennoch nichts als einzig dich.
Die Liebe umfasst alles, nur nicht die Zukunft.