Liebe Sprüche – zukunft
213 Sprüche gefunden
Die vollkommene Geliebte ist ganz Gegenwart. Vergangenheit hat sie vergessen, Zukunft kümmert sie nicht.
In den Stürmen der Versuchung Hab' ich lang schon Ruh' gefunden, Doch dem Tugenhaftsten selber Kommen unbewachte Stunden! Heißer als in heißer Jugend Überschleicht der alte Traum mich, Und beflügelt schwingt des Katers Sehnen über Zeit und Raum sich. O Neapel, Land der Wonne, Unversiegter Nektarbecher! Nach Sorrent möcht' ich mich schwingen, Nach Sorrent, aufs Dach der Dächer. Der Vesuvius grüßt, es grüßt vom Dunkeln Meer das weiße Segel, Im Olivenwald ertönt ein Süß Konzert der Frühlingsvögel. Zu der Loggia schleicht Carmela, Sie, die schönste aller Katzen, Und sie streichelt mir den Schnauzbart, Und sie drückt mir leis die Tatzen, Und sie schaut mich an süß schmachtend – Aber horch, es tönt ein Knurren. Ist's vom Golf der Wellen Rauschen? Ist es des Vesuvius Murren? 's ist nicht des Vesuvius Murren, Der hält jetzo Feierstunde, – In dem Hof, Verderben sinnend, Bellt der schlechtste aller Hunde. Bellt der schechtste aller Hunde, Bellt Krakehlo, der Verräter, Und mein Katertraum zerrinnet Luftig in den blauen Äther.
Serenade Wenn Birkenblätter wie goldner Schaum wirbeln auf welkenden Matten, spinn unter Dach deinen friedlichen Traum in Mitternachts Wolkenschatten. Wenn der Wind an deinem Fenster erscheint, ein schneebleicher Freiersmann, träume, daß er es gut mit dir meint und dir nichts anhaben kann. Träume vom spielenden Sonnenstaub, dem heiteren, sommerwarmen, und daß du, umhegt von grünem Laub, geschlafen in meinen Armen.
Mädchenrätsel Träumt er zur Erde, wen, Sagt mir, wen meint er? Schwillt ihm die Träne, was, Götter, was weint er? Bebt er, ihr Schwestern, was, Redet, erschrickt ihn? Jauchzt er, o Himmel, was Ist's, was beglückt ihn?
Weißt du? Weißt du, wann du sterben mußt, Wann du darfst die Flügel heben? Darum soll in deiner Brust Nie ein Liebesklang verschweben. Sprich ihn rasch und köstlich aus, Ohne Furcht und ohne Zagen, Eh' sie dich ins dunkle Haus, Unter Leid und Thränen tragen. Mancher kehrte gern zurück, Doch er darf nicht wieder kommen, Und hat sein und fremdes Glück Mit sich in das Grab genommen.
Was für eine trostlose Welt würde das geben, wenn die Toten alle Liebe mit sich hinabnähmen in die Gruft! Das wird geschehen, wenn die Erdenuhr ablaufen will, und dann erst wird es recht sein, aber dann werden auch alle Sonnen und Sterne ihre leuchtenden Augen abwenden, es wird dunkel werden und kalt, immer dunkler und kälter – dann wird es recht sein, daß jeder Hunger, jedes Sehnen unter sich geht, daß alle Liebe mit in den Sarg gelegt wird. Dann dürfen auch die letzten Blumen im Garten zu den Totenkränzen gebrochen werden – es wird ja niemand übrigbleiben, der noch seine Lust an ihnen haben könnte.
Du, Kind, glaubst an den Kaffeegrund, Aufs Lottospiel verläßt du dich: An deine Augen glaube ich. An Unglückstage, Märchen und An Träume glaubst du, die nicht trügen, Ich glaub allein an deine Lügen. An Gott glaubst du ganz wesenlos, Du weißt, daß man zu Heil'gen fleht, Für jeden Kummer ein Gebet. Ich glaube an die Stunden bloß, Die blau und rosig mir erblühen In unsrer blassen Nächte Glühen. Und alles dieses glaube ich So fest und unerschütterlich, Daß ich nur lebe noch für dich.
Täglich steht der Tod mir bevor, wohl weiß ich es sicher. Doch wenn ich schau', wie der Chor kreisender Sterne sich schlingt, fühl' ich mich aufwärts gehoben, ich sitze an himmlischer Tafel.
Der Mensch ist gut, ich weiß es; denn sie lebet. Ihr Herz ist Bürge mir für eine Welt!
Dauer im Wechsel Siehe, der Frühling währet nicht lang': Bald ist verhallt der Nachtigall Sang. Blühen noch heute Blumen im Feld, Morgen ist öd' und traurig die Welt, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Alles auf Erden hat seine Zeit, Frühling und Winter, Freuden und Leid, Hoffen und Fürchten, Ruhn und sich Mühn, Kommen und Scheiden, Welken und Blühn, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Weil uns des Lebens Sonne noch scheint, Wollen wir leben liebend vereint. Wollen der Zukunft Wetter nicht scheu'n, Wollen des Augenblicks uns erfeu'n! Was auch des Himmels Fügung uns gibt: Glücklich ist nur das Herz, das da liebt.
Zuvor Wellenschäume, Wolkensäume, Wünsche, Träume, Im Entfalten, Im Zerfließen festgehalten; Manch Erlebtes Längst Entschwebtes, Mit Gestalten Leicht Verwebtes, Wie sie kommen, wie sie fliehn – Launekinder, Phantasien, Bilder im Vorüberziehn, Liebespoesien!
Die jugendliche Liebe harrt immerwährend auf Wunder, auch nachdem sie entsagt zu haben wähnt. Wunder jedoch zergliedert man nicht wie gewöhnliche Begebenheiten, sonst wären sie keine Wunder. Man erwartet sie eben. – Nur daß sie meist ausbleiben.
Unter den Bäumen, unter den Bäumen Ruht das Mädchen tief in Träumen. Voll von liebendem Verlangen Träumt sie von der Liebe golden, Träumt sie sich zu ihrem Holden, Träumet doch nicht schlafbefangen. Denn ein Mädchen voll Verlangen Unter den Bäumen Schlummert nicht bei Liebesträumen. Ihre Brust wallt in die Höhe Bei dem süßen Traumgesicht; Sieht sie, was sie träumt, auch nicht, Träumt sie doch, was gern sie sähe. Ach, es ist ein schlimmes Wehe, Unter den Bäumen Nie zu sehen, was wir träumen!
O klingender Frühling, du selige Zeit! Und bist du vorüber, uns tut es nicht leid; wir liebten uns gestern, wir liebten uns heut', Wir lieben uns morgen, wir glückliche Leut'! Einst holten wir Burschen die Birke voll Mut, Und zogen zum Dorfe, die Maien am Hut; Da traten die Mädchen aus jeglichem Haus, Wie lachtest du, Herzlieb, verstohlen heraus! Das Fest ging vorüber, da gabst du zur Stund' Die Hand mir zum Drucke, zum Kuß mir den Mund; Mein warst du, o Schatz, und, o Schatz, ich war dein: Wir wollten verbunden in Ewigkeit sein. Und sieh, nicht umsonst stand die Ros' auf der Heid', Ich brachte den Strauß dir, du wonnige Maid; Wir teilten zur Ernte den Tanz und das Lied, Wir schnitten die Trauben und wurden's nicht müd'. Jetzt stürmet der Winter so kalt durch die Welt, Wir können nicht jubeln durch Berge und Feld, Wir sitzen zu Hause, ein Herz und ein Sinn. Im Herzen ist Sommer, blüht Liebe darin. O klingender Frühling, du selige Zeit! Und kehrst du, für ewig vereint sind wir beid': Wir liebten uns gestern, wir lieben uns heut', Wir lieben uns morgen, wir glückliche Leut'!
Weht, o wehet, liebe Morgenwinde! Tragt ein Wort der Liebe hin und wieder!
Heut nacht im Traum . . . Heut nacht im Traume sah ich dich, Du dehntest dich mit leisem Lachen Und schwätztest gurrend tausend Sachen. Ich kostete gleich Früchten dich, Wie ich mit durst'ger Lippe küsste Berg, Tal und Hügel, Wang' und Brüste. Ich war von einer Biegsamkeit, Die wirklich man bewundern musste, Herrgott, welche Kraft, welche Puste! Und du, Geliebte, zur selben Zeit, Welche Puste und Kraft, welche Schnelle Und Biegsamkeit der Gazelle. Am Morgen gab's in deinem Arm, Nur viel vollkomm'ner, im Erwachen Genau dieselben süssen Sachen.
Treu-Lieschen Mein Lieschen, stell' das Weinen ein, Auf Regen folgt ja Sonnenschein. Ich kehr' mit Schwalb' und Flieder Und wohl noch früher wieder. Der Bursche sprach's. Vom Giebeldach Sah ihm Treu-Lieschen lange nach, Bis Hoffnung wiederkehrte Und ihren Thränen wehrte. Dei Äuglein wurden wieder klar, Das Herze jeden Kummers bar, Sie wußte: mit dem Flieder Kam ihr der Liebste wieder.
Vöglein, wohin so schnell? »Nach Norden, nach Norden! Dort scheint die Sonne nun so hell, Dort ist's nun Frühling worden.« O Vöglein mit den Flügeln bunt, Und wenn du kommst zum Lindengrund, Zum Hause meiner Lieben, Dann sag' ihr, daß ich Tag und Nacht Von ihr geträumt, an sie gedacht, Und daß ich treu geblieben. Und die Blumen im Tal Grüß' tausend, tausendmal!
Eine versunkene Liebeszeit gleicht den Sagen von versunkenen goldenen Zeiten und Ländern, mit dem Unterschiede jedoch, daß die Sagen der Völker sich immer grauer färben, im Herzen der Liebenden die versunkene Zeit immer goldener wird, wie auch oft das Abendrot immer dunkler erglüht, je tiefer die Sonne sinkt.
Es gehen zwei Gäste ein und aus, So lang du wohnest in diesem Haus. Sie sind geheißen Lieb und Leid; Du sollst sie wohl empfangen beid.
Erinnerung Welten schweigen aus mir raus Welten Welten Schwarz und fahl und licht! Licht im Licht! Glühen Flackern Lodern Weben Schweben Leben Nahen Schreiten Schreiten All die weh verklungenen Wünsche All die harb zerrungenen Tränen All die barsch verlachten Ängste All die kalt erstickten Gluten Durch den Siedstrom meines Blutes Durch das Brennen meiner Sehnen Durch die Lohe der Gedanken Stürmen stürmen Bogen bahnen Regen wegen Dir Den Weg Den Weg Den Weg Zu mir! Dir Den Weg Den ichumbrausten Dir Den Weg Den duumträumten Dir Den Weg Den flammzerrissenen Dir Den Weg Den unbegangenen Nie Gefundenen Weg Zu Mir!