Liebe Sprüche – zukunft
213 Sprüche gefunden
Ohne Titel Strebet mutig, meine Geister, noch ist nicht die Höh erreicht! wer noch nicht des Lebens Meister, ringe, bis er sie ersteigt! Will die Zeit doch wieder kommen, wo das Herz in Freude schwimmt, alles Leid ist dem entnommen, den die Liebe zu sich nimmt. Schon in meinem Spiegel strahlt mir eine Welt voll Lust, und das Leben regt die Flügel mächtiglich in meiner Brust. Zweige wehn wie Freudenfahnen, Morgenrot ist Liebesschein, und der Vögel süßes Mahnen kehr in meinen Busen ein. Wieder will ich Lieder singen, Leben, wieder Dich verstehen, und auf Deinen leichten Schwingen durch die grünen Täler gehen.
Fürchte nichts mehr! Die Augen gab Gott dir für das Licht, Die Seele für den Himmel dir Und für dein Herz der Liebe Wahrheit.
In alten Tagen Ich glaube in alten Tagen, da liebt ich ein Mägdelein. Mein Herz ist krank und trübe, es mag wohl ein Märchen sein. Ich glaube in alten Tagen, da sonnte sich einer im Glück, war ich's oder war es ein andrer, vergebens sinn ich zurück. Ich glaube in alten Tagen, da sang ich, ich weiß nicht was, hab' ich denn alles vergessen, seitdem sie mich vergaß?
Die Nacht holt heimlich durch des Vorhangs Falten Aus deinem Haar vergeßnen Sonnenschein. Schau, ich will nichts, als deine Hände halten und still und gut und voller Frieden sein. Da wächst die Seele mir, bis sie in Scherben den Alltag sprengt; sie wird so wunderweit: An ihren morgenroten Molen sterben die ersten Wellen der Unendlichkeit.
Es tönen die Hörner von ferne herüber Es tönen die Hörner von ferne herüber, Die Düfte des Abends umwehen mich mild! Der Himmel verschleiert sich trüber und trüber, Bald decket nun Dämmrung das ganze Gefild. Des Tages Verwirrungen, Wünsche und Sorgen, Sie lösen sich leise im wechselnden Raum; Doch bleibet, was tief in der Seele verborgen, Die Liebe, geheiligt im seligsten Traum. Verhallen auch jenseits die Töne der Freude; Uns bleibet der Liebe beglückender Ton, Sie sei es, woran meine Seele sich weide, Bis einst mit dem Leben die Liebe entfloh'n.
Über die Heide Über die Heide hallet mein Schritt; dumpf aus der Erde wandert es mit. Herbst ist gekommen, Frühling ist weit – gab es denn einmal selige Zeit? Brauende Nebel geistern umher; schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer. Wär' ich hier nur nicht gegangen im Mai! Leben und Liebe – wie flog es vorbei!
Dämmerstunde Im Nebenzimmer saßen ich und du; Die Abendsonne fiel durch die Gardinen; Die fleißigen Hände fügten sich der Ruh, Vom roten Licht war deine Stirn beschienen. Wir schwiegen beid'; ich wußte mir kein Wort, Das in der Stunde Zauber mochte taugen; Nur nebenan die Alten schwatzten fort - Du sahst mich an mit deinen Märchenaugen.
O Kind, des Lenzes Fächeln O Kind, des Lenzes Fächeln Ruft schon die Erde wach; Du weilst mit stillem Lächeln Noch träumend im Gemach. Dein liebes Antlitz siehst du Im Spiegel sanft und klar, Die kleinen Blumen ziehst du So zierlich durch dein Haar. Des Taues frische Welle, Bedeckt die Knospe ganz; Dein Auge, sonst so helle, Umflort ein feuchter Glanz. Am Zweig die jungen Triebe Entfalten sich zur Zeit, Dir nahet schon die Liebe, Dir nahet schon das Leid.
1901 Schließ auf das Tor; laß seine Flügel springen; zünd deine Leuchte an in allen Landen! Mir ist, als hörte ich den Ruf erklingen, es sei der Tod zum Leben auferstanden. Breit deine Fluren aus und deine Pfade; laß deine Wasser klar und freundlich fließen, und von dem Himmel möge sich die Gnade auf Alles, was die Erde trägt, ergießen. Schließ auf das Tor; es tritt die Menschheit ein; o, laß ihr diesen Schritt gesegnet sein! Schließ auf den Schrein, vor dem wir betend knien, dem wir die Liebe, die Verehrung zollen, die wir auf seinen Inhalt doch beziehen und nicht dem Menschenwerke widmen sollen! Laß uns erkennen, was wir nicht erkannten, uns der Geist die Seele stets verhehlte; laß uns verstehen, was wir nicht verstanden, weil uns die wahre Liebe nicht beseelte. Schließ auf den Schrein, und zeig, was er enthält, daß mit dem Schleier auch der Irrtum fällt! Schließ auf die Herzen; nirgends stehn sie offen, denn jedes will nur für sich selbst empfinden, und doch ist es ihr eignes, schönstes Hoffen, daß sie in Liebe sich zusammenfinden! Laß diese Liebe endlich doch erwachen und aus dem Ich heraus ins Leben steigen, die Menschen zur gesamten Menschheit machen und sich als Seele dieses Leibes zeigen. Schließ auf die Herzen; lehre sie verstehn, daß alle Pulse nur als einer gehn! Schließ auf das Paradies; gib es uns wieder! Wir wollen heim; wir wollen Frieden halten. Der Vater ist das Haupt; wir sind die Glieder; nur seine Güte soll im Hause walten. Sei du die Zeit, die uns um ihn versammelt, zeig uns der Worte köstlichstes auf Erden, das unsre Bitte um Versöhnung stammelt, dann wirst du eine Zeit des Edens werden. Schließ auf das Paradies, das Gottesland, und sei uns zur Erleuchtung zugesandt!
Liebe und Hoffnung geben uns die Kraft zum Leben.
Der Spätzin scheint es, daß ihr Spatz nicht piepst, sondern sehr gut singt.
Es bleibt der Weg durch den Himmel; durch den Himmel zu gehen werden wir versuchen!
Doch noch leuchtet uns die Hoffnung für unsere geliebte Liebe, laß uns sie pflegen und erhalten, solange wir nur können. Eine Stunde voll Seligkeit des Wiedersehens und Hoffnung in der Brust sind genug, ihr Leben auf Monate lang zu erhalten.
Ich würde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir Einmal wieder zu begegnen. Aber ich denke, was sich gleich ist, findet sich bald.
Mädchens Abendgedanken Wer der Meine wohl wird werden? Ob mein Aug' ihn wohl schon sah? Wo er wandeln mag auf Erden? Ist er ferne oder nah'? Wird er schön von Angesichte Oder doch nicht häßlich sein? Krause Locken? Augen lichte? Groß von Wuchse oder klein? Stark von Gliedern oder schmächtig? Ob er leicht im Tanz sich schwenkt? Ob er nüchtern, streng, bedächtig, Oder recht romantisch denkt? Oberamtmann oder Richter Voller Ernst und Gravität? Ist er Künstler, oder Dichter? Ob er auch Musik versteht? Ein Gelehrter, reich an Wissen, Der studiert und Bücher schreibt, Dem jedoch zu Scherz und Küssen Wenig Zeit nur übrig bleibt? Ist er wohl vom Handelstande? Ist' s ein Kriegsmann, keck und brav? Ist er Pfarrer auf dem Lande, Oder gar ein schöner Graf? Ist die Liebe denn recht innig, Die er dann im Herzen trägt, Da das meine ja so minnig Jetzt schon ihm entgegenschlägt? Sagt mir's, holde Blütendüfte, Die ihr weht in's Kämmerlein, Sagt mir's, leise Abendlüfte, Sag' mir's, sanfter Mondenschein! Sagt mir's, Elfen, kleine, lose, Die ihr lauscht und lacht und nickt, Sag' mir's, süße, rothe Rose, Die mir in das Fenster blickt! Saget mir's, ihr klugen Sterne, Die heraus am Himmel zieh'n! Triebe schwellen in die Ferne, Und sie wissen nicht, wohin? Liebesarme stehen offen, Ach, wen sollen sie empfah'n? Lippen, die auf Küsse hoffen, Ach, wer wird zum Kusse nah'n? Oder soll ich lieber sagen, Lieblich sei's, so blind zu sein? Dieses Klagen, dieses Fragen Sei uns Mädchen süße Pein? Träume können sel'ger spielen Kindern gleich im leeren Haus, Wenn nach unbekannten Zielen Holde Wünsche ziehen aus? Freudig Bangen! Bange Freude! Ungewisser, finde mich! Leid in Lust und Lust im Leide! Künftiger, ich liebe dich!
Schattenküsse, Schattenliebe, Schattenleben, wunderbar! Glaubst du, Närrin, alles bliebe Unverändert, ewig wahr? Was wir lieblich fest besessen, Schwindet hin, wie Träumerein, Und die Herzen, die vergessen, Und die Augen schlafen ein.
Nur zu! Schön prangt im Silbertau die junge Rose, Den ihr der Morgen in den Busen rollte, Sie blüht als ob sie nie verblühen wollte Und ahnet nichts vom letzten Blumenlose. Der Adler schwebt hinan ins Grenzenlose, Sein Auge trinkt sich voll von sprühndem Golde; Er ist der Tor nicht, daß er fragen sollte, Ob er das Haupt nicht an die Wölbung stoße. Mag denn der Jugend Blume uns verbleichen, Noch glänzet sie und reizt unwiderstehlich; Wer will zu früh so süßem Trug entsagen? Und Liebe, darf sie nicht dem Adler gleichen? Doch fürchtet sie; auch fürchten ist ihr selig, Denn all ihr Glück, was ist's? ein endlos Wagen!
Liebe entdeckt selbst an den kahlsten Bäumen schon des kommenden Frühlings Blütenträume.
Er kommt! Er sieht! - Er liebt!
Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: Wirf deine Liebe und Hoffnung nicht weg!
Es drängt die Not, es läuten die Glocken, Und ach! ich hab den Kopf verloren! Der Frühling und zwei schöne Augen, Sie haben sich wider mein Herz verschworen. Der Frühling und zwei schöne Augen Verlocken mein Herz in neue Betörung! Ich glaube, die Rosen und Nachtigallen Sind tief verwickelt in dieser Verschwörung.